Vor Kurzem hatte ich das unglaubliche Glueck, die Blueten der deutschen Fernsehwerbung vor Ort geniessen zu duerfen. Bei der Gelegenheit fiel mir wieder ein, wie ich 5 Jahre nach der Auswanderung zum ersten Mal mit einer deutschen Fluglinie wieder nach Deutschland flog.

Im Flugzeug wurde per Ansage deutlich darauf hingewiesen, dass man sein Handy waehrend des Fluges unter keinen Umstaenden benutzen duerfe. Ich haette diese Anweisung ja furchtbar gerne befolgt - wenn ich nur gewusst haette, was ueberhaupt ein "Handy" ist!

Erst, als das dazugehoerige Video gezeigt wurde, lernte ich, dass mit dieser voll-deutschen Bezeichnung das mir unter dem Namen "cell phone" bekannte Geraet gemeint war. Nun gut, da musste ich also zu den neu-deutschen Vokabeln "Soerrwiss Stejschon" (ich kannte das als "Flugzeug-Kueche"), "Bahncard", "Beamer", "Body Shop" (woertlich uebersetzt eine Karosseriewerkstatt!) und "auschecken" noch ein weiteres deutsches Wort lernen - das war fuer mich natuerlich "null Problemo"!

Als ich dann in Duesseldorf auf meinen Anschlussflug wartete, wollte ich das Cellophanpapier einer Packung Batterien wegwerfen. Am Papierkorb, den es in diesem Sinne inzwischen gar nicht mehr gab, stand an den (meiner Erinnerung nach) mindestens siebzehneinhalb verschiedenen Einsaetzen u.A. "Papier", Plastik", "Glas", und das mir voellig unbekannte Wort "Restmuell". Nun ist Cellophan ja weder Papier, noch Plastik oder Glas - und was Restmuell war, konnte ich aus dem Inhalt des Behaelters nur sehr schwer erkennen, weil der mit einer weggeworfenen Tageszeitung und einer Cola-Dose bedeckt war.

Ich setzte mich also mit leicht rot angelaufenem Kopf und dem zerknitterten Cellophan in der Hand schnell wieder hin, und bald setzten sich rechts und links neben mich zwei Zigarrenraucher, was mich ... na sagen wir "leicht irritierte". Anstatt den Herren die stinkenden Zigarren einfach aus dem Mund zu nehmen (man ist ja hoeflich!), wechselte ich meinen Platz zu einer weit entfernten Bank, auf der mir dann bald drei aeltere Damen mit qualmenden Zigaretten in der Hand Gesellschaft leisteten. Ich muss sagen, ich war leicht entsetzt, dass es in Deutschland noch immer kein Rauchverbot in oeffentlichen Gebaeuden gab, und auf meine strafenden Blicke und das deutliche Huesteln in der Richtung der Raucher reagierte auch niemand.

Zur Ablenkung gab es dann eine Durchsage, in dem der naechste Flug nach Leipzig aufgerufen wurde. LEIPZIG? Dahin kann man FLIEGEN??? Auch das war mir total neu, denn ich war im besetzten Berlin aufgewachsen, und kurz nach Fall der Mauer ausgewandert. Obendrein redete man inzwischen auch in Deutschland mir voellig unbekannte Dialekte, wie das Paar gegenueber, das sich scheinbar ueber einen Nachbarn unterhielt: "Nu sachen Se mol an, wie gaeht doenn soowos?" "On dr Draehbonk hat der eune Sekunde langg nuescht aufgeposst un das wors donn."

Nun ja, Amerikanisch ist auch nicht jedermanns Fall, aber zumindest doch fuer meine Ohren etwas einfacher zu lernen ...

Aber um auf den Ausloeser dieser Erinnerungen zurueck zu kommen: In den letzten Wochen habe ich mich wieder und wieder gefragt, wer dieser "Timo Beil" sein koennte, der in der deutschen Fernsehwerbung mindestens jede halbe Stunde einmal erwaehnt wurde. Gestern Abend, bei der amerikanischen Fernsehwerbung ist dann der Groschen endlich gefallen! So, wie seinerzeit das "Handy" erfunden wurde, um den englisch sprechenden Deutschen das Leben zu vereinfachen, hat man den Namen der guten deutschen Firma T-Mobil (Tee Mo-BIEL) mit einem angehaengten e verdenglischt. Sie heisst jetzt auf gut Deutsch "Timo Beil", wobei sich das ausgesprochene Beil fuer einen Amerikaner wie "Galle" (bile) anhoert.

Die Gesellschaft kennt hier allerdings unter dem leichter verstaendlichen (und weniger bitteren!) Namen T-Mobile (Tie MO-Bill) jedes Kind. Babelfisch kommt scheinbar (noch?) nicht mit Aussprachehilfen ...

* * *
To make a long story short: I am pondering about the fact that Germans try very hard to speak better English than Americans.

For instance, in a German body shop I can use my handy to call Timo Bile - but it really means that in a drug store I can use my cell phone to call the phone company, and by no means I'm having work done on my car while I use an adult toy to please a mechanic named Timo!

Tourists beware! ;-)))