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September 11, 2008

Ich habe mir Kultur gegönnt...

Während meines Urlaubs in Ungarn habe ich mir Kultur gegönnt. Kein Gefiedel in einer gemütlichen Csarda, das natürlich auch. Auch nicht beim Besuch des traditionellen Weinfestes in Balatonlelle, welches mittlerweile 10 Tage gefeiert wird. 10 Tage eine Tanzgruppe nach der anderen, das verdirbt jeden Gedanken an Kultur und animiert nur dazu, dort nicht hinzugehen!

Nein ich bin in einem Rockkonzert gewesen - und das trotz meines mittlerweile fortgeschrittenen Alters nicht weit von der 50 entfernt. In Balatonlelle spiele die in Ungarn sehr bekannte und angesagte Gruppe EDDA. Als Hörer des ungarischen Senders "Slagerradio" war mir ihre Musik ein Begriff und sofort als ich die Veranstaltungsplakate entdeckt hatte wußte ich - da will ich hin! Und ich war dort!

Der Unterschied zu Konzerten in Deutschland ist groß, größer kann er garnicht sein. Für rund 12 Euro dürften in Deutschland keine Karten für ein Konzert einer Spitzenband zu bekommen sein. In Ungarn schon. Als wir ca. 1 Stunde vor Konzertbeginn zum Veranstaltungsort kamen standen da rund 50 Leute vor dem Tor. Offizieller Einlaß war erst 20.30 Uhr - eine halbe Stunde vor Konzertbeginn. Um es vorwegzunehmen - die Hütte wurde voll, rund 2000 Fans waren gekommen inklusive rund 150 Groopies, die die Bühne belagerten, aber nicht enterten. 21.15 Uhr, das akademische Viertel, welches man scheinbar auch in Ungarn kennt war vorbei und das Konzert begann. Der Sound aus den Boxen war satt und laut! Meine Ohren haben sich daran nur langsam gewöhnt. Dann wurde 2. Stunden durchgerockt, einige der Titel kannte ich ja aus dem Radio, auch wenn sie live ganz anders klangen. Es war jedenfalls ein tolles Erlebnis. Nur einen Wermutstropfen gab es, die Band gab keine Zugabe, bereits 1 Minute(!) nach Konzertende begann die Crew abzubauen.

Was mich aber am meisten beeindruckt hat, im gesamten Areal waren 10 Ordnungskräfte auszumachen. Je 3 sicherten des Backstagebereich links und rechts der Bühne und 4 managten den Einlaß. Ich habe während des gesamten Konzertes und auch nicht davor oder danach ein einziges mal mitbekommen, daß der Ordnungsdienst tätig werden mußte! Kein Geschubse, keine Pöbeleien oder gar Schlägereien. Alles verlief friedlich. Und Polizei? Ach ja, die war auch vor Ort! Nach dem Konzert hatten sich der Ortsherriff mit zwei Adjus an der Straße postiert um den abwandernden Konzertbesuchern den Nachauseweg über die Straße zu sichern. Sie mußten aber nicht tätig werden, nachts gegen 23.30 Uhr ist Balatonlelle ohne jeglichen Straßenverkehr. Für deutsche Konzertorganisatoren sicher traumhafte aber illosorische Vorstellungen!

Auf jeden Fall werden wir dieses Konzert noch lange in Erinnerung behalten.

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