Jeder der mit wechselbaren Objektiven fotografiert kennt es früher oder später - Staub und Flecken auf dem Sensor. Manchmal fallen sie sofort ins Auge - oft sind sie gut versteckt - manchmal sieht ein anderer etwas das man selbst vielleicht übersieht. Wie bei Tippfehleren halt.

Wenn ich Autor wäre - würden mich übersehene Tippfehler wahrscheinlich stören... Als Fotograf und Kommentator eher weniger ;-) Also wenn ihr welche hier findet - dürft ihr sie behalten ;-)


Aber Staub und Dreck auf dem Sensor



Es gibt Bilder die es wert sind genauer hinzuschauen und da wäre es ärgerlich wenn ein Fleck stört. Mit ein wenig Hilfe der Bildbearbeitung kann man sich aber ab und an eine "Röntgenbrille" zur Hilfe aufsetzen.
Nachfolgend versuche ich mal aufzuzeigen, wie ich es mache. Das verwendete Beispiel hat "die Krone" beigesteuert - danke dafür :-) Sie hat mir erlaubg das ich eine Bildschirmkopie mache um es aufzuzeigen.

Ein wie ich finde sehr schönes Bild im Hochformat, das als Karte oder als ein Buchcover hervorragend geeignet ist. Und schöne Buchcover ist mMn recht anspruchsvoll...


Ich habe das vor Jahren mal in einem Vidoe im Netz gesehen von einem Landschaftsfotografen erklärt - dort fallen diese Flecken motivbedingt am Monitor oft gar nicht auf. Aber spätestens im Druck....... Leider weiß ich die Quelle nicht mehr - sorry.

Die Schritte sind für Photoshop erklärt - aber das kann man mit jedem Programm machen das a) Gradationskurven unterstützt und b) mit Layern ein komfortables retuschieren und einen vorher/nachher Vergleich ermöglicht.

1. das Bild laden
2. die Hintergrundebene kopieren
3. eine Einstellungsebene "Gradationskurve" anlegen




4. die Gradationskurve zu einer extremen "Solarisationskurve" verformen (Doppelklick auf das S-Symbol öffnet den Dialog und dann die gerade Linie mit der Maus "neu gestalten"

-> eine Wellenform mit ein paar Bergen und Tälern

wieviele Wellen und ob zuerst Berg und dann Tal - oder umgekehrt - ist nicht so wichtig. Der Effekt wird live am Bildschirm sofort sichtbar. Für High-Key Bilder wie dieses passt die untere Form - Low-Key-Bilder dann genau umgekehrt.

und schon werden Flecken, Fingerabdrücke usw. fast schon forensich penibel genau sichtbar.


Ich sehe einen (1) und die Brille hilft hier schon ein bisschen nach... rechter Bildrand in Verlängerung der Schrift.

Man sieht auch sehr schön, das die unscharfen Bereiche - wie Stengel und Blüten ein anderes Muster aufzeigen - sie sind daher sehr gut vom Fleck zu unterscheiden und tragen natürlich sehr gut zum Gesamteindruck bei !

Auch die Vignette sowie die Ausleuchtung wird in der "Solarisations"-Ansicht deutlicher... btw - ich mag Vignetten sehr !

5. nun die mittlere Ebene alleine auswählen und mit Pinsel oder Stempel den Fleck (hoffentlich ist es nur einer :-O ) retuschieren. Die Retusche auf der Ebenenkopie - dann kann man alles gut vergleichen und evtl zu viel retuschiertes auch wieder zurücknehmen.

Zur Kontrolle kann man die Gradationskurve einfach ein- und ausblenden oder auch die Ursprungsebene mit der retuschierten Ebene vergleichen. Dazu einfach auf die entsprechenden Augensymbole klicken.




Voila !