Inhalt

1 Ein Traum und auch Wirklichkeit
2 Die Vermählung
3 Die Fee der Gegenwart
4 Zwischenwelt
5 Berührungen
6 Kraft


1
Ein Traum und auch Wirklichkeit

Vor einer Ewigkeit liefen meine Füße über die Erde. Sanft berührten meine Fußsohlen Sie und so sprachen wir miteinander. Ich fühlte die Energie der Erde in ihnen. Sie bewegte sich meine Beine hinauf, durch mein Becken, meine Organe und füllte jede Zelle auf, kitzelte in meinem Bauch und berührte mein Herz.
Mein Herz und die Energie der Erde umarmten sich und verbanden sich in einem wirbelnden, liebevollen Tanz miteinander. Sie durchströmte meinen Körper und floss aus meinem Kopf in die Arme des Himmels. Eine Verbindung geschaffen von mir als Mensch, einer Tochter des Himmel und der Erde. Genährt und geliebt war ich.

Dann versank ich in einen tiefen Schlaf. Ich träumte von Dunkelheit, die mich einhüllte, durchdrang und verschlang. Dunkelheit träumte ich. Mein liebevolles Herz hörte auf zu schlagen. Mit ihm zog sich die Liebe des Himmels und die nährende Kraft der Erde aus mir zurück. Immer tiefer glitt ich in diesen Traum. Hinter mir blieb das Licht zurück als eine ferne Erinnerung, bis es eines Tages ganz verschwand.
Ich träumte in diesem dunklen Traum von der trennung zur Quelle alen Lebens. Ein Leben voller Angst, Schwere, Leid, Schmerz und Verlust waren der Lohn dafür.

Langsam erhob ich mich vom Boden. Wankend stand ich da, ohne Halt. Wo war ich nur. Ich schaute an mir herab, ein Körper mit Füßen zum gehen und Händen, um anzufassen. Ich ging vorwärts, einen Weg entlang, der sich mir bot.

Die Zeit verging und ich mit ihr. Ich ging durch die Jahrhunderte, den Blick gesenkt. Alles zog an mir vorüber, Reichtum und Armut, Liebe und Hass, Macht und die Angst davor. Immer weiter liefen meine Füße durch die Zeit. Mein Kopf dachte was nötig war oder was er glaubte, denken zu müssen.
Immer größer wurde seine Gier, bis alles nur noch aus Gedanken bestand. Selbst meine Gefühle waren nur noch gedacht.
So erschuf ich mir ein Reich aus meinen Gedanken in diesem Traum. Immer größer wurde die Dunkelheit um mich herum und ich vergaß wer ich war.
Der Schmerz war groß in mir, aber ich wusste nicht wonach ich suchte.
Weiter lief die Zeit und ich war ein Teil von ihr.

Ich stieg einen Berg hinauf, meinen Blick auf die Erde gerichtet. Der Wind blies mir das Haar aus der Stirn und langsam hob sich mein Blick in den Himmel.
Über mir Sterne, grenzenlos schön, unter mir fühlte ich die Kraft der Erde.
Plötzlich spüre ich ein zaghaftes klopfen in mir, da, wo einst mein liebevolles Herz war. Da, schon wieder, ich spürte mich wieder. Die Schönheit des Himmels und die Kraft der Erde waren der Schlüssel. Ich hob meine Arme und sang, von Liebe, Frieden, Leichtigkeit und Schönheit, Vergebung und Heilung. Ich sang und das Licht kam vom Himmel und die Kraft der Erde stieg wieder in mir auf und sie füllten mich aus.
Ich sang und die Liebe meines Herzens erwachte. Ich sang und die Dunkelheit löste sich auf. Ich erinnerte mich wieder wer Ich Bin. Mein Traum ging zu Ende und Licht füllte mich auf.
Langsam schreiten meine Füße über die Erde, verbunden sind Himmel und Erde in mir, einem Menschen, einer Tochter des Himmels und der Erde.
Ich Bin Jetzt Hier.



2
Die Vermählung

Des Schleiers sanfte Berührung ist die Bewegung der Seele in uns. Singende Bewegung, fließendes Gold, zum Schleier erschaf­fen, zu trennen, zu erneuern und wieder zu verbinden im Kreis­lauf des ewigen Lebens. Sacht fließt sie in leichten tanzenden Be­wegungen in den Körper und erweckt ihn zum Leben.
Liebkosung für jede Zelle, jedes Atom, ein sanfter liebevoller Kuss zur Erweckung. Dem Spiel des Lebens in der Materie. Als Ver­mählung wird es erfahren im Göttlichen-Sein. Wundersam das Er­leben von Enge und Begrenzung. So wenig Raum für so viel Gren­zenlosigkeit und Größe. Gewählt die Erfahrung, hinabzusteigen, sich aufzugeben, für eine gewisse Zeit. Zu fühlen, zu erfahren was möglich ist mit ihm. Leiser wird das Singen im Innen, lauter die Töne im Außen und Begrenzung ist das Gebot der Zeit. Sacht ergießt sich das Licht der Seele, in den Tempel des Körpers, im Jetzt auf der Erde. Verbunden sind Himmel und Erde in dir. Ein Tempel ist er und erschaffen der lichtvollen Gegenwart zu dienen.



3
Die Fee der Gegenwart

Leichten Schrittes eilt sie durch die Straßen. Segnend sind ihre Gedanken für alles, was ihr begegnet auf ihrem Weg. Achtsam und liebevoll ist sie im Umgang mit allem. Ihr Lächeln verschenkt sie großzügig. Sie ist die Fee der Gegenwart. Ihre Aufgabe ist es, alle Gedanken und Worte, die in die Zukunft oder Vergangenheit gerichtet sind, an die Hand zu nehmen und sie zurück zu bringen. Viele tausend Jahre ist sie auf der Erde unterwegs. Sie kennt die Zeit, als die Menschen ganz im Jetzt waren und hat erlebt, wie sie sich immer mehr davon entfernten. Wie sie immer öfter in die Vergangenheit gereist sind, wenn es da etwas gab, was sie nicht loslassen wollten. Oder in die Zukunft und das Jetzt vergaßen. Doch nun ist es an der Zeit das Jetzt zu genießen. Deswegen hat die Fee der Gegenwart sehr viel zu tun. Gerne machen sich die Gedanken auf und davon, um uns in das Traumland der Vergangenheit oder Zukunft zu entführen. Selten wird es von uns wahrgenommen und wir holen unsere Gedanken selbst wieder zurück. Meist ist es die Fee der Gegenwart, die sie zurück bringt. Es ist, als wenn wir aus einem Traum erwachen und unsere Wahrnehmung wieder auf das Jetzt ausrichten. Es gilt achtsam zu sein mit den Gedanken, zu sehen, wo sie gerade unterwegs sind. Viel Unbehagen entsteht, wenn sie sich wieder einmal in der Zukunft tummeln und ihre Sicht davon verkünden. Sehr wachsam ist die Fee der Gegenwart, sie „weiß“ um die Gefahr das Jetzt zu vergessen. All das „Schöne“ was uns „umgibt“, nicht zu sehen. „Den“ Moment eines Lächelns, das uns geschenkt wird, zu verpassen, von dem Menschen, den wir uns in unserer Zukunft wünschen. Gerade geht er mit seinem Lächeln an uns vorüber. Unsere Gedanken haben uns wieder einmal hinter den Schleier der Zukunft entführt und der Moment im Jetzt ist vergangen.
Unser größter Wunsch ist gerade an uns vorbei gelaufen. Holen wir unsere Gedanken immer wieder zu uns zurück, achten wir darauf, dass sie uns unsere Wünsche nicht in die Zukunft entführen, wo sie für uns nicht mehr zu erreichen sind. Lassen wir auch die Vergangenheit los, sie ist vorbei mit allem was war. Seien wir achtsam und erleichtern wir der Fee der Gegenwart ihr Tun. Alles was gut für uns ist, ist immer Jetzt. Augen auf es zu sehen, Ohren es zu hören unser Herz wird es fühlen. Das Leben findet Jetzt statt.


4
Zwischenwelt

Nebel steigt empor aus dem Tal. Er fließt als feine weiße Schleier zwischen den Bäumen dahin. Gedämpft sind alle Töne in dieser Zeit. Sacht hüllt er alles ein mit seinem luftig feuchten Mantel. Schattengestalten in durchsichtigem Gewand, meint man zu se­hen. Sacht bewegt ein sanfter Wind sie hin und her. Es ist die Zeit des Übergangs in den Bergen. Kein Vogelruf, kein Geräusch durchdringt diese Schleier aus weißem Gespinst. Wie aus einer an­deren Welt sieht der Wald in dieser Zeit aus. Höher steigen die Nebelwesen den Berg hinauf. Vorboten sind sie für den kommen­den Tag. Sacht durchdringen sie Baum, Strauch und Fels, verbin­den sich mit ihnen und lösen sich wieder. Ihre Umarmung ist nur für kurze Zeit, vergänglich ist sie.
Der erste Ton eines Vogels durchdringt plötzlich diese Zeit der Umarmung. In die Stille fällt dieser Ruf, wie ein Kiesel in einen See, eingewoben wird er in diese Bewegung. Noch einmal breiten die Nebelwesen ihre Hand aus über Wald und Berg, wissend, daß ihre Zeit vorbei ist. Eine letzte feuchte Berührung und nun eilen sie zwischen den Bäumen dahin und lösen sich im Davoneilen auf. Zärtlich ist die erste Berührung des Lichtes. Sanft kommt es und löscht die Erinnerung an den feuchten Kuss der Nebelwesen aus.




5
Berührungen

Golden sind die Strahlen der Sonne, die sie an diesem Tag in die Welt schickt. Freude verbreiten sie mit ihrem Schein und ihrer Wärme bei allen. Sie tragen das Lachen der Sonne in die Herzen der Menschen. Liebevoll streicht die Sonne mit ihren Strahlen über alles. Es ist eine besondere Art der Zuwendung die sie gibt. Dank­barkeit ist in ihr, über diese Möglichkeit, die Dinge zu berühren. Es gibt für sie keine Begrenzung in ihrem Tun. Alles darf sie mit ihren Strahlen berühren. Sehr oft sieht sie zu, wie Menschen sich einer Berührung entziehen oder sie nicht zulassen können. Sie sieht aber auch in ihre Herzen und erkennt, wie oft dies nur aus Angst geschieht. In diesen Momenten ist sie sehr dankbar für ihre Neutralität und Freiheit, alles mit ihren Strahlen berühren zu kön­nen. Ja, sie ist eine große Heilerin. Spüre deine Sehnsucht nach Zärtlichkeit und Zuwendung. Gehe in die Sonne und bitte sie, dich mit ihren Strahlen zu berühren. Öffne dich für ihre heilenden Be­rührungen und lasse sie ganz bewusst zu. Spüre in dich hinein was sie mit dir machen. Wie dein Körper reagiert, was dein Kopf dazu sagt, sei ganz bewusst bei dieser Berührung und schaue wie dein Herz sich fühlt. Übergib ihr alle Ängste und lasse diese von dieser göttlichen Heilerin wegschmelzen. Von ihrer Wärme ihrer Kraft und grenzenlosen Liebe. Lasse sie tief in deinen Körper-Tempel einfließen. Es ist so leicht, an einem sonnigen warmen Tag, Hei­lung zu erfahren. Schaue dich um und erkenne wie viele Wesen es gibt, die dich in deinen Bedürfnissen unterstützen möchten. Hast du schon einmal dein Gesicht, im Innehalten, den Blättern eines Baumes dargeboten? Sanft sind seine Berührungen, leicht streichen sie dir über dein Gesicht und liebkosen dich in ihrer ganz eigenen Art. Liebevolle Worte flüstern sie dabei in dein Ohr. Lass dich ein­mal von diesen wunderbaren Wesen berühren. Gehe zu ihnen, sie sind auf deine Hilfe angewiesen, um ihre Heilung über dich aus­zugießen.
Stelle dich unter die Blätter eines Baumes und bitte ihn dich zu be­rühren. Wisse, es ist ein großer Segen für euch beide.
Auch der Wind ist einer der Heilung bringenden Boten. Breite dei­ne Arme aus und spüre seine Gegenwart. Er streicht durch dein Haar, fühle wie er dich reinigt mit seinem Atem. Auch für ihn gibt es keine Grenzen. Er berührt alles in liebevoller Weise auf seinem Weg. Nimm ihn wahr wenn du unterwegs bist und genieße seine Anwesenheit und seinen Segen der Heilung. Gib dich diesen We­sen hin wenn du Zuwendung und Zärtlichkeit brauchst und ver­traue dich ihnen an. Sie wissen immer was du brauchst.



6
Kraft

Tief ist die Stille des Waldes bei Nacht. Langsam atmen die Bäu­me ein und wieder aus. Langsam ist der Herzschlag der Steine vom Berg. Ein Uhu gleitet, Ausschau haltend über die Wipfel da­hin. Ein leises Rascheln im Unterholz ist der einzige Ton in dieser atemberaubenden Nacht. Das Sternenzelt scheint nur ein wenig über den Wipfeln der Bäume zu sein. Nebel steigt empor aus den Tälern und hüllt alles ein in einen Mantel aus dem Reich der Un­wirklichkeit. Ein Licht steigt empor hinter dem Berg. Es wird grö­ßer und im ein und ausatmen der Berge und dem Seufzen der Baumwipfel steigt Luna empor. Vollkommen, in ihrem silbernen, großen, runden Sein. Raunen steigt empor aus den Tälern, ein Willkommen, ihr zu Ehren.Silbernes Licht gießt sie aus über die Riesen der Wälder, Felsen, Täler und alle Wesen der Nacht. Ihr Wissen durchdringt das Schweigen und ihre Kraft prägt den Rhythmus der Welt.