Inhalt
15 Fügung
16 Erzengel in der Küche
17 Erdbeerkuchen
18 Die Entscheidung
19 Ein etwas anderer Tag
20 Im Reich des Dschin
21 Die Ahnung



15
Fügung


Heute beim spazieren gehen an der Elbe habe ich mich daran erinnert. Dass ich einmal angefangen hatte meine etwas unge­wöhnlichen Alltagserlebnisse aufzuschreiben. Also sitze ich wieder einmal hier und denke daran wie alles anfing. Ein Tele­fonat mit einem guten Freund war der Beginn einer wirklich unglaublichen Erfahrung. Ich telefoniere mit Jörg und im laufe unseres wirklich ausgiebigen Gesprächs, über die Vielzahl der Veränderungen im letzten Jahr und das ich das Gefühl habe das nächst wird noch turbulenter, sagt er plötzlich, ich habe so das Gefühl du sollst deinen Sohn besuchen. Nun muss ich dazu sagen er wohnt einfach mal so 800 Kilometer weg in der Schweiz. Also nichts, wo ich mich aufs Rad setzen kann um mal einfach so auf die schnelle vorbei zu radeln, von mei­ner derzeitigen finanziellen Fülle ganz zu schweigen. Also rede ich noch eine weile darüber, das dies im Moment einfach nicht zu machen sei und legen auf. Bei meinem anschließenden geis­tigen nachdenken ob ein Ausflug in die Schweiz von mir zu fi­nanzieren sei, merke ich wie sich mein Kontostand vor Schreck immer mehr zusammen zieht. Also lasse ich die Idee wieder los und auch mein Konto kann sich jetzt wieder entspannen. So einen kleinen Gedanken Abstecher von, aber Heiligabend mit Mirko und seiner Familie wäre doch ganz schön, gestatte ich mir noch und dann wende ich meine Gedanken wieder nahe liegenden Dingen zu. Acht Tage später bekomme ich eine SMS. Von Sabine( der Freundin meines Sohnes), ob wir uns zum Kaffee treffen wollen, sie sei gerade in Dresden. Also tele­fonieren wir und dabei stellt sich heraus, dass sie ihren Sohn zu den Eltern gebracht hat, da jetzt Ferien sind und sie ihn am 2. Januar wieder abholt.Da erinnere ich mich plötzlich an das Gespräch mit Jörg.Also frage ich Sabine ob es ihr recht wäre wenn ich mitkom­men würde. Die Antwort lautet ja und so bin ich am nächsten Tag nach Dresden und von da mit dem Auto in die Schweiz unterwegs. Ganz spontan und ohne Planung. Im Gespräch stellt sich dann heraus, das sie schon öfter überlegt hatten mich einmal mitzunehmen, es aber nie passend war.
Acht Stunden später stehe ich meinem völlig überraschen Sohn gegenüber. Wir freuen uns beide hatten wir uns doch eine gan­ze Weile nicht gesehen. Während wir am Abend die Tage ge­stalten, stellt sich heraus, das die beiden viel Arbeiten müssen und ich so reichlich Zeit habe in den Bergen zu wandern, nur am Heiligabend haben sie frei. Als ich in dieser Nacht im Bett liege schüttle ich immer wieder den Kopf über diese Fügungen. Es war seit vielen Jahren ein Weihnachten das wir gemeinsam verbracht haben und es war ein wunderbarer Tag für mich. In der Nacht bevor wir wieder nach Deutschland fahren bitte ich die Engel dass wir trotz der allgemeinen Panik von Winterein­bruch und glatten Straßen, bitte wohlbehalten in Dresden an­kommen. Was auch geschieht und zwar ohne Stau. Kurz vor Dresden sagt Sabine, sie würde ihren Vati bitten mich nach Hause zu Fahren, was ich natürlich ablehne, von wegen keine Umstände und so. Eine viertel Stunde später bekommt sie eine SMS von ihrem Vati, worin er mir anbietet mich nach Hause zu fahren und ich noch zum Essen bei ihren Eltern eingeladen bin. Bei soviel göttlicher Führung konnte ich natürlich ja sa­gen. Also wie wäre es, bitte einmal göttlicher Führung 14 Tage Schweiz hin und zurück.



16
Erzengel in der Küche

Wir sitzen bei Silvia in der Küche und reden darüber was für eine Macht in unseren Gedanken ist und wie leichtsinnig und achtlos wir mit ihnen umgehen. Plötzlich steht ihre Hündin an der Treppe zum Obergeschoss und knurrt. „Das macht sie öfter sagt, “ Silvia, „keine Ahnung, was sie hat.“ Sie lässt sich aber auch nicht beruhigen. Ganz angespannt ist sie. Ihr Blick ist un­verwandt auf die Treppe gerichtet. Ich schaue sie an und sage zu Silvia: „auf der Treppe steht ein Engel.“ „Du spinnst“, ist ihre erste Reaktion. Gehe nachsehen, sage ich zu ihr. Kannst du ihn sehen fragt sie mich? Nein sage ich, aber ich weiß, dass er da ist. Sie steht auf, stellt sich an die Treppe, also die Moni hat gesagt, hier steht ein Engel, dabei schaut sie mich an und fängt an zu lachen. So richtig glaubt sie nicht daran. Plötzlich wird sie ganz ernst: „der passt ja kaum auf die Treppe.“ Sagt sie, ganz verdutzt. „Kannst du ihn sehen, frage ich?“ „Nein sagt sie, aber ich kann es fühlen.“ „Frage ihn“, bitte ich sie, „wer er ist und was er uns bringt.“ Er sagt, er sei Rafael und er bringe Vertrauen und Führung. Wer denn Rafael sei fragt sie mich und ich erkläre ihr, dass dies ein Erzengel sei. Jetzt sinkt sie auf die Knie. So ergriffen ist sie. Aber Rafael sagt zu ihr sie solle nicht so viel „Gewesse“ machen. Aber ich kann sie verste­hen, man hat ja nicht täglich einen Erzengel in der Wohnung. Aber Silvia bleibt auf den Knien. Für mich ist es eine große Freude ihren Dialog zu zuhören, sie übersetzt mir was er sagt, selbst kann ich es nicht hören. Was für ein Geschenk.




17
Erdbeerkuchen

Max, ein Freund hat sich für den Nachmittag zum Tee ange­meldet. Ich weiß um seine Vorliebe für Kuchen. Also gehe ich los, um Erdbeeren zu besorgen. Bin mir nicht ganz sicher, wo­hin und bitte meinen Schutzengel um Hilfe. Eine Stimme in meinem Kopf sagt fahre nach Treptow. Und wo? frage ich: Am Bahnhof, ist die Antwort. Ich also in Treptow raus und runter zur Straße, kein Erdbeer- Mobil. Also gehe ich weiter zum Ein­kaufscenter. Auch nichts. Ich laufe zurück zum Bahnhof und schimpfe so vor mich hin: „Habe es doch gewusst, ich kann nicht wirklich mit Engeln reden und schon gar nicht kann ich hören was sie sagen. So ein Quatsch mir einzubilden, ich könn­te es. Brubbelnd gehe ich die Straße hoch zur S-Bahn und was glaubt ihr, steht an der Seite? Ein Stand mit Erdbeeren, ich könnte schwören, der hat vorher nicht dagestanden. Ganz kleinlaut bitte ich meine Engel um Entschuldigung. Erdbeerku­chen für Max gerettet. Danke ihr Lieben.


18
Die Entscheidung

Liebe durchströmt mein Herz von einem auf den anderen Mo­ment. Sie sucht sich ihren Weg durch meinen Körper.
Mein Verstand; Das geht nicht. Mein Herz; Bitte triff deine Entscheidung. Dafür oder dagegen. Ich entscheide mich dafür. Ja liebes Herz, du darfst diese Liebe jetzt fühlen. Viele Jahre hatte ich sie handlich verpackt in eine Ecke meines Herzens ge­legt und vergessen. Plötzlich erinnere ich mich wann es gesch­ah, so lange schon ist es her. Ja, ich gestatte mir jetzt diese Lie­be zu fühlen. Mein Herz tanzt vor Freude. Ein neuer Raum öff­net sich, in dem ich mir gestatte diese Liebe zu fühlen. Ein Raunen erfüllt meine Zellen, meine Liebe beginnt zu fließen. Überall in meinem Körper werden die Lichter der Liebe ange­zündet. Es krippelt und strahlt überall in mir. Ja ich erlaube mir jetzt Liebe zu sein. Der Raum in mir wird um so vieles größer durch diesen Satz. Diese Liebe wurde mir vor Jahren von ei­nem Mann in mein Herz gelegt. Sie wurde von mir, mit vielen Argumenten warum es nicht sein kann, gut bewacht und ver­gessen. Durch ihre ständige Präsenz in all diesen Jahren hat sie es jetzt geschafft die Tür zu diesem Raum in mir wieder zu öff­nen. Die Liebe zu mir selbst, zu Gott, diesem Mann zu aller Schöpfung. So groß ist dieser Raum in mir. So viel Platz ist in ihm. Ich liebe und ich muss nichts dafür tun. Ich darf sein und diese Liebe in mir genießen. Alles hat seine Zeit und im rech­ten Moment werden wir an unsere verborgenen Schätze erin­nert.






19
Ein etwas anderer Tag

Ein Tag voller Wunder aus einem Anruf geboren und dem Willen nach Wandlung in meinem Leben. Eine Tür hat sich ge­öffnet und neue Menschen sind in mein Leben getreten. Mein ganzes Sein wird von gemalten Bildern voller Kraft berührt. Geschichten weben einen Zauber um uns herum. Wie leise Flügelschläge erfreuen uns Gedichte voller Anmut.
Ein Park voller Kraft wurde uns offenbart gut zur Erdung ge­eignet nach dem Tanz in den Zauberwelten. Runen halte ich jetzt in den Händen, kraftvolles ganz altes Wissen eilt als Ener­gie durch meinen Körper. Ein Felsen erscheint vor meinem in­neren Sehen, riesig ist er dem Himmel ganz nah. Ein Indianer steht hoch aufgerichtet auf ihm. Sein Blick schweift über das Land, roter Erde, Täler und Berge. Seinen Arm streckt er dem Himmel entgegen. Ein Weißkopfadler erscheint jetzt im Bild, geschwind eilt er hin zu dem Mann der ihn rief. Tiefes Wissen verbindet den Mensch und das Tier. Er verweilt einen Moment; feines Gewebe wird gesponnen zwischen den Welten. Der Ruf des Himmels ist mächtig, seine Schwingen breitet er aus, lässt sich tragen vom Wind über Felsen und Täler, mein Bewusstsein fliegt mit. Rascher Flug einmal hoch einmal tief, spüre den Wind und die Freiheit. Ein Nest kommt in Sicht, darauf lässt er sich nieder, zwei Junge sind darin, zur Begrüßung viel Ge­schrei. In der Luft ein Getöse, der Herr der Lüfte eilt herbei, riesig ist er und stolz, auf dem Nest lässt er sich nieder. Stille kehrt ein in dem Horst. Ein tiefer Atemzug hebt meine Brust und ich kehre zurück, Frieden bringe ich mit Kraft und Stolz aus dem Reich dieser Bilder.






20
Im Reich des Dschinn

Es ist ein schöner Sommernachmittag mit einer leichten Brise, die angenehm über meine Haut streicht. Ich spaziere um einen kleinen See im Park in Weißensee. Schön ist es die Menschen lachen zu hören, den Kindern beim plantschen im Wasser zu­zusehen. Mitten auf diesem kleinen See ist ein Springbrunnen an. In seiner nähe tummeln sich Enten und Schwäne in trauter Harmonie. Auch Hunde sind im Spiel miteinander in der erfri­schenden Kühle des Wassers zu sehen. Ich suche mir einen Platz inmitten blühender Blumen und setze mich auf eine Bank. Tief atme ich den Duft der Blumen ein. Langsam gleitet mein Blick über den See und wird festgehalten von der Wasser­fontäne des Springbrunnens. Die Sonne scheine so darauf dass die Wassertropfen wie Diamanten funkeln. Wunderschön. Ich beobachte wie das Wasser des Springbrunnens tanzt auf sei­nem Weg nach oben und als Wasserschleier nach unten fällt. Ein Windhauch kommt von der Seite und wie ein Märchen entfaltet sich die Wasserfontäne langsam wie in Zeitlupe als Schleier aus Wasserperlen die von dem Wind langsam über den See getragen werden. Ich spüre wie mein Herz sich öffnet bei diesem Anblick und dieses Bild des tanzenden glitzernden Wasserperlenschleiers tief in mich hinein strömt. Immer und immer wieder folgen mein Blick und mein offenes Herz diesem Wunder. Geboren aus einer harmonischen Verbindung von Wasser, Sonne, Luft und einem Dschinn, aus dem Reich der Märchen, der alles zusammenfügt und über den See bläst. Wei­ter öffnet sich mein Herz, mein Blick ist wie gebannt und ich spüre wie ich eins werde mit diesem Spiel. Spüre wie die Sonne
mich an füllt mit Gold und Diamanten und werde davongetra­gen in ihrem Licht. Das rauschen fallenden Wassers füllt mein Ohr und mein Herz und ich bin all dies.
Ich spüre die Bank auf der ich sitze, rieche den Duft der Blu­men und schwebe als Wassertropfenschleier über den See. Lan­ge sitze ich und schaue. Langsam neigt sich der Tag und ich kann von meinem Platz auch noch eine wunderschöne unter­gehende Sonne beobachten. Erst dann kann ich diesen Platz verlassen und mich trennen von diesem Zauber. Dieses Bild ist tief in mein Herz gedrungen und ich spüre beim nachhause ge­hen seine Schönheit in mir.



21
Die Ahnung

Ich steige aus dem Zug, es ist dunkel und ich laufe langsam zur Fähre an der Elbe. Ganz still ist es. Das leise Geräusch fließen­den trägen Wassers dringt tief in mein Bewusstsein und berührt mein Herz. Ich stehe und lausche. Ich bin nicht vorbereitet auf dieses Echo in mir. Ich richte meinen Blick in den Himmel, so nah die Sterne, golden auf schwarzem Samt. Ich fühle die Ver­bundenheit der Welten in mir. Das dunkle Wasser, ein Wesen ganz besonderer Art in seiner Kraft. Gebannt ist mein Fuß auf der Erde. Es gibt nichts, außer diesem Moment. Ganzheit und das Wissen darum. Dunkles Wasser in träger Bewegung, ge­heimnisvolle Tiefe und das Licht der Sterne am Himmel, in meinem Herzen. Willkommen, glaube ich zu hören, tief in mir oder ist es nur eine Ahnung endlich angekommen zu sein? Willkommen