Während sich Monsignore Confetti noch in Taggia aufhielt, machte sich in Bordighera Padre Camillo auf den Weg zu seinem täglichen Kontrollgang über die Uferstraße des um diese Jahreszeit noch erstaunlich gut besuchten Mittelmeerörtchens. Am Vormittag hatte der Pater bereits die Beichte abgenommen, war zur Mittagszeit zu einem bescheidenen Imbiss in eines der kleinen Lokale an der Hauptverkehrsstraße eingekehrt und schließlich bei Dottore Priatoni gewesen, der ihm eine brennende Tinktur auf seine aufgeriebenen Zehen geträufelt hatte.
Seit er aus dem beschaulichen Bergdorf wieder an den Küstenort versetzt worden war, hatte Padre Camillo mehr Gänge getan, als er es von den langen Jahren der Strafversetzung her gewohnt war. Seine Füße nahmen ihm dies übel, und er fühlte sich mehr und mehr versucht, dies auch seinem Herrn zu verübeln, mit dem er stets im Gespräch war, was ihn leicht schrullig, aber doch liebenswert erscheinen ließ.
Im Grunde wäre Padre Camillo lieber in den Bergen geblieben, obwohl er dereinst zutiefst empört darüber gewesen war, dass sein größter Widersacher, der damalige Bürgermeister des Ortes, es hatte bewirken können, dass der Pater seine geliebte Kirche San Ampelio am Strand von Bordighera hatte verlassen müssen. Der Streit um den drohenden Sittenverfall am örtlichen Strand, hervorgerufen durch die sich ständig vergrößernden Ströme von Touristinnen, die in ihren leichten Bikinis den braven Männern des Ortes die Augen verdrehten, war zu einer Art Krieg zwischen den so ungleichen Freunden aus Kindertagen geworden, in dem die weltliche Mafia gegenüber den himmlischen Heeren die Oberhand behielt. Aber die 60er Jahre waren längst vorbei, und selbst der so auf Wahrung der Sitten bedachte Pater hatte im Laufe der Zeit eingesehen, dass leicht bekleidete Damen am Strand nicht gleich den Untergang des Abendlandes bedeuteten. Hätte er damals noch am liebsten gleich den gesamten Badebetrieb einstellen lassen, so sah er heute doch die Chancen, die der Tourismus der Gegend bot, und war zu Zugeständnissen bereit, sofern sie nicht über gebührliche Grenzen hinausschossen.
Der eigentliche Grund für seine Rückbeorderung aus dem Exil war jedoch nicht seine späte Läuterung, sondern der klösterliche Wettbewerb mit Wahl der „Nonne des Jahres“. Sein ehemaliger Vorgesetzter und jetzige Geistliche Rat hatte den Pater eigens nach Rom beordert und ihm in einem vertraulichen Gespräch ans Herz gelegt, mit Güte, aber notfalls auch mit der notwendigen Strenge über dieses Projekt zu wachen, das der dem fortschrittlichen Zweig der Kirche zuzurechnende Padre Antonio Rungi aus Neapel ins Leben gerufen hatte. In Zeiten der Krise schien es den kirchlichen Würdenträgern nicht ratsam, dergleichen Anlehnungen ans Weltliche sogleich zu verteufeln, doch wachte man mit Argusaugen über eventuelle Auswüchse und sandte überall vertrauenswürdige, aber doch unauffällige Beobachter an die Brennpunkte des Geschehens.
So war Padre Camillo wieder in seinen Geburtsort zurückgekehrt, nahm in vollen Zügen die Seeluft in sich auf und bereitete sich ungeachtet seiner schmerzenden Füße auf die Dinge vor, die unaufhörlich näher rollten.
Fortsetzung: 17. Ab in den Süden!
Beginn der Geschichte: 1. Der Mantel der Madonna
Kurze Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse (Folge 1 - 12): siehe hier
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Mona Lisa says:
Zitat:
" don camillo sucht seinen alten saufbruder, den ex-pci-bürgermeister peppone. don camillo wollte den sündigen strand schon einmal schliessen lassen (damals, in den frühen 60igern, als die unzucht unerträgliche ausmasse anzunehmen begonnen hatte!)... aber da haben die lokalen democristiani-mafiosi schnell seine strafversetzung in ein entlegenes bergdorf bewirkt... jetzt kommt er zurück, in den orden der jesuaten eingetreten und nocheinmal ins exil geschickt. don camillo verehrt allerdings fetischistisch die mona lisa: er sucht an frauen nur dieses unbestimmte, melancholisch-verträumte wissende lächeln..."
Fabio Keiner says:
Pandarinepro says:
Mona Lisa replies:
Pandarinepro replies:
Fabio Keiner says:
Pandarinepro replies:
Tante Käthepro replies:
Inkenpro replies:
Pandarinepro replies:
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Pandarinepro replies:
;-/
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Inkenpro says:
Fabio Keiner says:
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Fabio Keiner says:
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Fabio Keiner says:
Mona Lisa replies:
Ruf mich an!!!
:-))
Fabio Keiner says: