Eugen ergab sich also in sein Schicksal und vertiefte sich wieder in das Buch, denn er wollte die Zeit nutzen, um möglichst viel über das Leben als freier Hartbrandwichtel zu lernen. Und was konnte da lehrreicherer sein, als die Lebensgeschichte des Wichtels Leopold?
So las er denn von der Unglaublichkeit, die sich einst in einer Kölner Vorstadt zugetragen hatte:
Im Auftrag der Wichtelehre
Schon geraume Zeit flüsterte man sich in den Reihenhausgärten landauf und landab von Wichtelohr zu Wichtelohr zu, was sich hinter den großen Schaufensterscheiben eines Kaufhauses zutrage. Die Wogen der Empörung schwappten so hoch, dass man sich nur noch einen Rat wusste. Als Wichtel Leopold erfuhr, welch unglaublicher Frevel an der Wichtelehre getrieben würde, machte er sich sogleich auf die beschwerliche Reise ins Rheinland.
An einem frühen Samstagmorgen erreichte der Wichtel den Marktplatz der Vorstadt, konnte aber wegen des gerade laufenden Wochenmarktes nicht näher an den Ort des Geschehens dringen. So legte er sich denn hinter dem Reifen eines parkenden Autos auf die Lauer und beobachtete, wie sich die Leute an den Schaufenstern des Kaufhauses die Nasen platt drückten und schließlich lachend weiter zogen.
Die Ungeduld beutelte Leopold arg, doch er konnte es nicht wagen, den Platz zu überqueren, um die Quelle der Heiterkeit in Augenschein zu nehmen. Zu leicht hätte er im Gewühl zertreten werden oder, noch schlimmer, in die Hände eines Entführers fallen können. Erst als sich die Reihen lichteten, tastete sich der Wichtel bis zu den Auslagen.
Kaum wollte er seinen Augen trauen, aber vor ihm standen tatsächlich ganze Armeen von Gartenzwergen in erbärmlichem Zustand. Mit eingefrorenem Lächeln, aber völlig bar jeder Kleidung, verharrten sie in wichtelunwürdigem Zustand, den Blicken der Gaffer hilflos ausgeliefert.
Leopold kochte innerlich, doch was sollte er tun? Es bedurfte schon eines ausgefeilten Planes, um diese Schmach in Wohlgefallen umzuwandeln. Der empörte Retter der Wichtel und anderer Gartenwaisen wurde jäh aus seinen Gedanken gerissen, als neben ihm ein ohrenbetäubendes Geschrei laut wurde: „Mamaaa, da, ein Gartenzwerg!“ Doch die schon nach Leopold ausgestreckte Hand wurde mit einem Ruck zurückgerissen und ein Stimme röhrte: “Chantal, du sollst doch nicht jeden Mist von der Straße aufheben! Lass das! Komm, ich kauf dir ein paar Fritten!“
Leopold nutzte den nächsten unbeobachteten Augenblick, um vom Kaufhaus zu einem benachbarten Spielplatz zu fliehen. Dort versteckte er sich unter einer Bank und versuchte, einen klaren Gedanken zu fassen, denn so konnten die nackten Wichtel in den Schaufenstern nicht bleiben.
Wie es der Zufall wollte, lag neben der besagten Bank ein achtlos weggeworfenes Wochenblättchen. Von seinem Beobachtungsposten aus erkannte Leopold eine Werbebeilage, die aus der Zeitung lugte und genau die eben entdeckten, nackten Wichtel zeigte. Der Zufall wollte es, dass auch ein vergessener Stift auf dem Boden lag. Da keimte in Leopold ein Plan auf. Mit seiner schönsten Wichtelsonntagsschrift schrieb er quer über die Werbebeilage das Wort „MALWETTBEWERB“. Doch wie sollte er diese Botschaft an die richtige Stelle bringen?
Als die Nacht hereinbrach, machte sich Leopold auf den Weg, seine Mission zu erfüllen. Es war ein hartes Stück Arbeit, die Werbebeilage bis zur Tür des örtlichen Kindergartens zu schleppen und sie dort unter der Tür hindurch zu schieben.
Als am Montagmorgen die Pforten des Kinderhauses öffneten, fand Kindergärtnerin Luisa die Botschaft und war sogleich von der Idee angetan. Auch ihr hatten die weißen Wichtel in der Kaufhausauslage überhaupt nicht gefallen, und so fand sie die Idee, einen Malwettbewerb zu veranstalten, ganz großartig. Sogleich rief sie bei der Kaufhausverwaltung an und handelte mit dem verdutzten Herrn Mörsebecker einen Termin aus. Dieser steigerte sich im Laufe der Verhandlungen so in die neue Werbeidee hinein, dass er schon glaubte, es sei seine eigene gewesen. Lediglich Frau Hergenrath, die frisch von der Kunstfachschule gekommene Dekorateurin, war entsetzt und kündigte auf der Stelle.
Der Malwettbewerb des Kindergartens hingegen war ein großer Erfolg. Alle Wichtel erhielten neue, bunte Kleider und bei der Preisverleihung war sogar die kleine Chantal zugegen. Sie gewann zwar lediglich einen Trostpreis, aber ihre Mutter kaufte ihr einen der Gartenzwerge, die die Aktion abschließend für gute Zwecke versteigert wurden.
Als der Wichtel Leopold am Abend am Kaufhaus vorbeikam, um noch einmal nach dem Rechten zu sehen, eilte ein letzter verbliebener Wichtel an die Scheibe und winkte dem Retter der Wichtelehre lachend zu:
Fortsetzung: Wicht(el)ige Reisevorbereitungen
Beginn der Geschichte:
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Inkenpro says:
Mona Lisa replies:
kind und mutter an der frittenbude.
kind: "mama, tu mich ma die pommes!"
Mutter: "Schantall, dat heißt "tu mich BITTE ma die pommes'!"
:-))
Inkenpro replies:
Inken edited this comment 17 months ago.
Curlgirl replies:
Hier im Geviert springt auch eine junge Dame mit dieser Strafe herum ;-)
rollinger replies:
Darf ich Ihnen mal was empfehlen ,wo Sie sich den Bauch vor lachen halten tun am machen dran sind?
www.derwesten.de/blogs/ingeborch
Inkenpro replies:
Da fällt mir ein.. ich hatte eine Klassenkameradin namens Rixa... die hatte nen "slick" auf der Zunge und beantwortet die Frage nach Ihrem Namen daher mit "Rikscha"...
Mona Lisa replies:
die nicoles sind ende 30 jetzt ... zwei kolleginnen habe ich, die so heißen (dabei sind wir kaum 10 leute).
Inkenpro replies:
Mona Lisa replies:
Inkenpro replies:
Mona Lisa replies:
du weißt, dass ich tatsächlich Monika Elisabeth heiße? :-)
Inkenpro replies:
Mona Lisa replies:
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Jochen replies:
.wildwuchspro says:
Mona Lisa replies:
aktion1pro says:
Vielleicht könnte die Kindergärtnerin Luisa nach dieser Malpromotion an lukrativerer Stelle weitermachen lassen: für adidas Bälle oder Schuhe anmalen :-)
Mona Lisa replies:
ob wir die luisa noch mal brauchen, weiß ich noch nicht. leopold wird wohl demnächst in den süden reisen. ich hörte da von einer unfassbaren geiselnahme. :-))
Pandarinepro says:
;-)
Mona Lisa replies:
Pandarinepro replies:
se_kwienpro says:
Mona Lisa replies:
Anne Seltmannpro says:
Mona Lisa replies:
Blanche (again) says:
i'm sure that the Leopold adventure should be very very interesting! :D
Mona Lisa replies:
Mona Lisa edited this comment 17 months ago.
Blanche (again) replies:
Mona Lisa replies: