Fast erschien es ihm wie eine Ohrfeige, als er das Logo auf dem Gegenzug bemerkte. Das war es wohl ... er war eigentlich immer ein „kleiner Feigling“ gewesen. Wie ein roter Faden zog es sich durch sein Leben. Immer hatte er die Entscheidungen dem Zufall überlassen oder abgewartet, dass sich die Dinge mit der Zeit von selbst erledigten.
Als Carola damals den Job in Johannesburg annahm, hätte er mit ihr gehen können. Aber wieder einmal fehlte es ihm an der nötigen Entschlusskraft, und wenig später lernte er Nicole, seine jetzige Lebensgefährtin, kennen, die ihn drängte, in der Firma ihres Vaters einzusteigen. Der Job in der Werbeabteilung hatte ihn interessiert, machte ihm zunächst auch Spaß, aber inzwischen war alles zur Routine geworden, und er fühlte sich oft gelangweilt und weit von dem entfernt, was er eigentlich gerne machen würde.
Nein, er war sich jetzt sicher! Er würde dieses eine Mal nicht andere die Entscheidungen treffen lassen. Diesen Vertrag würde er nicht unterschreiben! Er hätte es gestern deutlicher sagen sollen: Eine Teilhaberschaft in dieser Firma kam für ihn nicht in Frage … und die zwar unausgesprochene, aber im Raum schwebende Aufforderung, doch endlich die Verbindung mit Nicole zu legalisieren, schon gar nicht. Er ließ sich weder zu einer Heirat nötigen, noch ließ er sich fesseln an diese Firma, die ihm nicht am Herzen lag, sondern mehr und mehr zum Hemmschuh wurde.
Bisher hatte er noch mit niemandem darüber gesprochen, auch mit Nicole nicht. Aber gleich bei der Heimkunft würde er es ihr sagen.
Er würde das Angebot seines Freundes Carsten annehmen und das Buch schreiben, das er immer hatte schreiben wollen.
Der Zug lief in den Zielbahnhof ein, und er sprang entschlossen auf.
Er fühlte sich plötzlich unendlich stark und frei.
ENDE
Nachwort
Eine Reise geht zu Ende. Die eben noch mit gleichem Ziel Versammelten zerstreuen sich, und übrig bleibt der Held der Geschichte, eine namenlose Phantasiegestalt. Dieser Reisende durfte während seiner Fahrt meine Erinnerungen an eine erfüllte Jugendzeit haben, an Geschichten denken, die allesamt so geschehen sind. Lediglich die Namen der handelnden Personen wurden geändert, unwesentliche Details leicht verschoben. Sein Charakter und seine Lebensumstände sind dem Hauptdarsteller von mir auf den Leib geschrieben worden. Aber auch dabei habe ich an bestimmte Menschen gedacht.
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Fabio Keiner says:
Mona Lisa replies:
mesipluspro says:
Fabio Keiner says:
sel says:
Gäbii (öffline if not önline) says:
Mona Lisa replies:
ich selbst fahre übrigens regelmäßig zu klassentreffen.
Gäbii (öffline if not önline) replies:
Ich fahre nie zu klassentreffen, ich werde auch nicht eingeladen, da ich keinen kontakt mehr zu meinen früheren klassenkameraden habe...und das ist auch gut so. Ich habe keine grosse sehnsucht nach ihnen. Ich denke, sie können ganz gut ohne mich leben - und umgekehrt auch. LOL.
Mona Lisa replies:
inzwsiichen sind daraus aber mehr stufentreffen geworden.
Gäbii (öffline if not önline) replies:
Mona Lisa replies:
Gäbii (öffline if not önline) replies: