
„Aussitzen … wir werden es aussitzen!“, murmelte Herr Jörgens vor sich hin. „Welch ein Blödsinn, wo ich es doch eigentlich hier ausstehe … und überhaupt passt „ausstehen“ viel besser, weil ich ihn wirklich nicht ausstehen kann!“ Grimmig beulte er mit seinen Fäusten die Hosentaschen noch etwas mehr aus, und seine rote Fliege zitterte vor angestauter Wut, während er ein weiteres Loch in die Luft starrte, die dick um das Rathaus wehte.
Ein Stück weiter stand Herr Mendrich, der seinem Kontrahenten stumm den Rücken zudrehte und sich zwar den Anschein gab, als beobachte er interessiert das Treiben auf der vorbeiführenden Hauptstraße, in Wirklichkeit aber mit seinen Gedanken bei dem ständigen Kleinkrieg war, den er mit seinem Kollegen führte, und der vor der Frühstückspause seinen derzeitigen Gipfel gefunden hatte. So konnte es nicht weitergehen, aber wie man es auch drehte und wendete, sie waren auf Gedeih und Verderb gefangen in diesem kleinen Büro, und bis zur Pensionierung dauerte es noch eine Weile.
Herr Jörgens schnaubte derweil durch die Nasenlöcher und stieß lautlos ein paar Drohungen aus, die er noch unterstrich, indem er die feinen Steinchen unter seinen Füßen knirschen ließ. Von all dem bemerkte der Mann im braunen Flanell nichts, denn er war seinerseits damit beschäftigt, seinem Körper Geräusche zu entlocken. Hinter dem Rücken drückte er die Spitzen der Fingernägel in ständigem Wechsel gegeneinander wie er es immer tat, wenn er angestrengt nachdachte … und schon dieses Geräusch trieb seine Umgebung in den Wahnsinn. Was sich aber am Morgen hinter der Tür von Amtsstube 302 zugetragen hatte, schlug dem bereits randvoll gefüllten Fass den Boden aus.
Über einer belanglosen Akte brütend hatte Herr Mendrich wie üblich an seinen Nägeln herumgeknibbelt, als sich etwas davon löste und in hohem Bogen in die Kaffeetasse des gegenübersitzenden Fliegenträgers flog. Der auf diesen unglaublichen Vorfall folgende Wortwechsel arbeitete all die aufgestauten Befindlichkeiten auf, und die Zornesröte stieg beiden bis in die spiegelnden Glatzen. Nicht mal der herbeigeeilte Amtsleiter konnte die aufschäumenden Wogen glätten, brachte aber die beiden Streithähne dazu, sich zur Abkühlung der Gemüter in die frische Frühlingsluft zu begeben. …
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Mona Lisa says:
:-)
stefanie says:
Sajakpro says:
navelfluff says:
Fabio Keiner says:
Mona Lisa says:
Fabio Keiner says: