In einer kleinen Stadt im Hochsauerland sah ich die Betonpuppen von Christel Lechner, die über den ganzen Ort verteilt herumstanden. Es war Liebe auf den ersten Blick, und ich wusste gleich, dass ich dazu Geschichten schreiben musste. :-)
Natürlich stand auf den wenigen Briefen, die der Postbote durch den Schlitz der alten Haustür warf, in bestem Amtsdeutsch „Frau Rosalia Tulpengrün“, aber niemand in dem kleinen Ort wäre auf den Gedanken gekommen, sie so zu nennen. Sie war immer Fräulein Rosalie gewesen.
Menschen wie sie bezeichnet man wohl als zeitlos. Sie schien nicht zu altern, denn Falten hatten in ihrem rosigen Gesicht einfach keine Chance. Mehr aber war sie beseelt von einem inneren Frieden. Nie wurde sie laut, nie schien sie verärgert. Fräulein Rosalie schwebte sozusagen durch das Leben … so weit man bei ihrer Körperfülle einen derartigen Vergleich wagen konnte. Vielleicht war es auch einfach der Abstand, den sie zu den Widrigkeiten des Lebens zu haben schien, der den Menschen in ihrer Umgebung den Eindruck vermittelte, dass Hektik und Unrast an ihr abprallten. Kurz, jeder kannte sie, jeder mochte sie, und jeder liebte es, in ihrer Nähe zu sein, denn es beruhigte, ihr warmes, stilles Lächeln zu fühlen.
An jedem Donnerstag ging Fräulein Rosalie zu dem kleinen Blumenladen um die Ecke und kaufte eine weiße Rose. Damit ging sie durch den Stadtpark hin zum Friedhof, wo versteckt in einem stillen Winkel eine von Efeu überwucherte Ruhestätte lag. Fräulein Rosalie hielt sich nicht lange dort auf, legte nur die Rose ab und setzte ihren Weg fort.
Über die Bedeutung dieses seltsamen Rituals tuschelten die Leute zwar hinter Fräulein Rosalies Rücken, aber niemand hätte es gewagt, sie danach zu fragen …
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*Reinhard*pro says:
sel says:
Doppeltbelichtetpro says:
Weiß Frau Lechner, daß es eine talentierte Schriftstellerin gibt, die ihren Betonfiguren eine Seele gibt?
Mona Lisa says:
seit es diese fotobücher gibt, die man sich bei den verschiedensten unternehmen machen lassen kann, verbreite ich meine geschichten im freundes- und kollegenkreis ... zur allgemeinen erheiterung und freude.
... und jetzt muss ich wieder zum gauklerfest. heute ist kindertag und ich muss ein bisschen arbeiten. :-)
stefanie says:
Mona Lisa says:
stefanie says:
Mona Lisa says:
Elkepro says:
leider kommen sie nicht zu uns..
also muss ich nach Deutschland fahren um sie
real sehen zu dürfen/können..
Dieses jahr wird daraus nichts..mal sehen ob
sie auch nächstes jahr noch wo ausgetellt werden.
Deine Geschichten dazu sind einfach wunderschön..
hab bis jetzt drei davon gelesen.., werde aber selbstredend
alle lesen..
Liebe Grüsse,Elke
Mona Lisa replies:
ich denke, dass sie alle jahre an verschiedenen orten ausgestellt werden. 2009 gab es wieder mehrere events. die bleiben dann immer ein paar wochen stehen. ... manche puppen werden auch gekauft und bleiben dann stehen. in einem dorf hier in der nähe gibt es auch zwei. .-)