Er wusste gar nicht, wie er an diesen Platz gekommen war. In seinem Kopf drehten sich die Gedanken, und auch in seinem kugeligen Bauch rumorte es wie nach einer Achterbahnfahrt. Blinzelnd starrte er aus seinen kohlenschwarzen Augen auf das zerrupfte, weiße Tuch, das den Boden um ihn bedeckte, und er versuchte, sich zu sammeln.
Es war still, und leise fielen Schneeflocken, die im Dämmerlicht tänzelnd zu Boden schaukelten. Als sich die kunstvollen Kristalle auf seine Möhrennase setzten, kitzelte es den Schneemann, doch da er keine Arme besaß, ertrug er es ergeben und war nur froh, dass ein alter Topf sein Haupt bedeckte und vor dem eisigen Wind schützte, der durch das Gartenstück kroch und sich in allen Ritzen festsetzte.
Steif und starr harrte der Schneemann aus bis zum Morgen, und weder die Katze, die ihr schwarzes Fell an ihm rieb, noch die Vögel, die aufgeregt um ihn herumhüpften, konnten sein Innerstes berühren. Erst als der neue Tag sich in all seiner Schönheit entfaltete, entspannte sich der Weißeisige, und als sich die Wolkendecke zunehmend in strahlendes Blau auflöste, spürte er eine Wärme, die ihn angenehm umfing und auch ein wenig schwindelig machte.
Sein junges Leben erschien dem Schneemann plötzlich wie ein Geschenk, das er freudig annahm, wenn auch in ihm eine Ahnung aufkeimte, dass es gefährlich sei, sich mit dem lächelnden Himmelslicht einzulassen. Doch es war bereits zu spät. Das Spiel mit dem Feuer war schon verloren, bevor er auch nur richtig begriffen hatte, mit welcher Macht er sich eingelassen hatte.
Unter Tändeln und Scherzen vergingen die Stunden, nichts störte die Zweisamkeit des frisch Verliebten und seiner himmlischen Gespielin. Wie prickelnde, kleine Stiche empfand der Schneemann die zärtlichen Küsse der wärmenden Strahlen auf seiner Haut. Als gegen Mittag der Topf vom Haupt des im Fieber schwitzenden Mannes sank, dachte sich dieser noch nicht allzu viel dabei. Der Hüftknick, der ihn wenig später nach einer heftigen Umarmung der Sonne wie ein Schlag ereilte, schmerzte ihn jedoch erheblich. Seufzend fiel er zu Boden und verlor dabei den Besen, der wie eine letzte Waffe in den Himmel geragt hatte.
Stöhnend bat er um Gnade, doch als schließlich seine Augen wie von Tränen fortgeschwemmt wurden, schwanden dem Schneemann vollends die Sinne. In einem stummen Aufschrei bot er der Himmelskönigin das Letzte, das ihm geblieben war an: sein Herz.
Hemmungslos nahm sie auch das und zog weiter, gierig mordend und ohne Rücksicht, denn die Mächtigen ernähren sich immer von den Schwachen … in der Liebe wie im Leben.
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Tante Käthepro says:
Siegfried Vogel says:
Curlgirl says:
Mona Lisa replies:
Hildegard Rasch replies:
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aktion1pro replies:
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aze.pro says:
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Mona Lisa edited this comment 10 months ago.
Pandarinepro says:
Und das Herz da im Busch ist wieder ganz grosses Kino ;-)))
Mona Lisa replies:
feldmann replies:
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Pandarinepro replies:
gin_ablepro says:
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Lebojo says:
deer prudence says:
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deer prudence replies:
Trotzdem lächelt er noch – man darf nur nicht seinen Humor verlieren.
aze.pro says:
Mona Lisa replies:
aze.pro replies: