Hann. Münden.
Die ersten Gäste warteten schon, als sich die mächtigen Tore des Packhofs am Freitagnachmittag (17. Mai) knarrend öffneten. Zum diesjährigen Sebastian-Kneipp-Tag fand in dem neu eingerichteten Eisenbarth-Theater im Innenhof des Packhofs eine gemeinsame Veranstaltung des Kneipp-Vereins Münden mit dem Verein Doktor-Eisenbarth-Spiele Hann. Münden statt.

Das bundesweite Kneipp-Event zum 192. Geburtstag von Sebastian Kneipp stand unter dem Jahresmotto "Kneipp bewegt". Die Mündener Kneippianer und die Eisenbarth-Spielgruppe haben dieses Thema zum Anlass genommen, zu einer bunten und abwechslungsreichen Begegnung von Bewegung und Kultur in historischer Kulisse einzuladen. Die "Eisenbärthe" nutzten die Gelegenheit zu einem Tag der offenen Tür mit einer öffentlichen Probe ihres neuen Schauspiels.

Gleich zu Beginn konnten die Kinder beim Seilspringen-Wettbewerb des MitmachZirkus (MiZi) ihre Ausdauer unter Beweis stellen. Hier galt es, sich möglichst lange mit dem Springseil in Bewegung zu halten. Dafür hatte jeder Teilnehmer drei Versuche, die erreichten Zeiten wurden für die Wertung zusammengezählt. Die höchste Zeitsumme mit 5:57 Minuten erzielte Severine Stay (Jahrgang 2004), die beste Einzelzeit mit 2:44 Minuten legte Pauline Bögershausen (2003) vor. Die fünfjährige Celina Ernst (2007) war die jüngste Teilnehmerin im Wettbewerb. Bei der abschließenden Siegerehrung bekamen die erfolgreichen Seilspringer Urkunden und kleine Sachpreise überreicht - reichlich Applaus gab es für sie alle.

Mit viel Bewegung ging es auch weiter. Wer wollte, konnte beim Mitmachangebot "Zirkus zum Ausprobieren" des MiZi auf einer Laufkugel balancieren oder bunte Plastikteller auf Stöcken drehen. Beim "Fröhlichen Denksport" des Kneipp-Vereins Münden brachte die 2. Vorsitzende Elisabeth Bretzler die grauen Zellen der Besucher in Schwung – mit Denkspielen, die sowohl zum Grübeln als auch zum Schmunzeln anregten. Zudem gab es Informationen über weitere Gesundheitsangebote und Kurse des Kneipp-Vereins.

"Wir arbeiten weiter, aber wir brauchen noch Schauspieler und Helfer", so lautete die zentrale Botschaft des Vorsitzenden der Eisenbarth-Spielgruppe, Frank Ksyk. Das neue Bühnenstück aus der Feder von Walter Kalk liegt inzwischen komplett vor. Nun gehe es an die szenische Umsetzung, doch dazu sei nach Ksyks Einschätzung dringend noch weitere Verstärkung vor und hinter den Kulissen von Nöten.

Der Autor und Regisseur Kalk war eigens angereist, um den Besuchern einen ersten Eindruck von den Inhalten seines neuen Stückes zu vermitteln. Moderne und historische Elemente werden kunstvoll verwoben und winden sich wie ein Geflecht um die Zentralfigur des Johann Andreas Eisenbarth, der am 11. November 1727 in Hann. Münden verstorben ist.

Die Besucher konnten es bei der öffentlichen Probe zweier Szenen bereits miterleben: Auf der Bühne kniend leistete der junge Eisenbarth (gespielt von Rene Walgritt) im Gedenken an seinen verstorbenen Vater den hippokratischen Eid. "Pappalapapp! Dummes Geschwätz!", schallte es sodann mehrstimmig durch das Theater. Mehrere Mediziner, ein Apotheker und ein Geistlicher klagten ihn aus einer Luke hoch über den Köpfen als Scharlatan an - bewegende Momente auch hier.

Die Ensemblemitglieder übernahmen bei dieser Probe gleich mehrere Rollen, da zurzeit noch nicht alle Charaktere besetzt sind. Mit der notwendigen Unterstützung hoffen die Verantwortlichen der Eisenbarth-Spielgruppe aber, ihr Schauspiel im nächsten Jahr präsentieren zu können. Und die Akrobaten des MiZi sollen dann auch mit dabei sein. (rl)