ja, um es gleich mal zu sagen - der jobl als tentcrew auf dem festival war einer der geilsten und definitiv der bestbezahlte job, den ich hier hatte !

wie ich ja schon im letzten bericht geschrieben hatte, ging es in der nacht von sonntag auf montag um kurz nsvh mitternacht los. matt, cookie und ich hatten ein 10-personen-gelaendewagen fuer uns alleine mit der aufschrift "northern territory government" *g* insgesamt sind wir mit fuenf anderen leuten in einem convoy mit drei fahrzeugen losgezogen. von hier erstmal zum flughafen, um zwei weiteren leute einzusammeln, die gerade erst eingeflogen sind und am flughafen hab ich nick wieder getroffen, den crocodile-hunter aus suedafrika, den ich in meiner zeit auf lizzie downs kennengelernt hatte. australien ist ja echt riesig und dafuer ist es echt erstaunlich, wie man durch zufall leute wieder trifft. gestern zum beispiel ist mir im frogshollow backpackers ein niederlaender ueber den weg gelaufen, mit dem ich im februar im gleichen schlafraum im hostel in sydney uebernachtet hatte.

aber zurueck zum eigentlichen thema... die fahrt zum festival hat sich letztendlich ueber knapp 1000 km hingezogen, davon ca. 300 km auf dem highway bis katherine und von dort aus die restlichen 700 km auf dirt roads, sprich unbefestigte, nicht asphaltierte sand-\schotterstrassen mit nichts als bush um uns herum. wir haben auf dem weg zwischen katherine und dem festivalgelaende eine einzige klitzekleine aborigine-siedlung durchquert, bestehend aus 10 - 15 haeusern, dafuer aber einige fluesse mit 30 - 50 cm wasserstand und der sonnenaufgang am morgen war atemberaubend schoen... zwischen den baeumen hang noch nebel, der sich nur langsam aufgeloest hat, als die sonne rauskam - traumhaft anzuschauen. cookie ist die erste haelfte der strecke gefahren und morgens ab 8 uhr sass ich dann am steuer fuer den rest des weges und musste mich erstmal wieder dran gewoehnen mit 80 - 100 km pro stunde ueber diese dirt roads zu brettern. angekommen sind wir um 15 uhr nachmittags, haben dann von chris, dem chef der tentcrew unsere zelte bekommen und den rest des tages relaxt. nachdem wir es erstmal geschafft hatten, dieses zelt aufzubauen. hat uns ein bisschen an unserer eignung als tentcrew zweifeln lassen und der erste kommentar von annemarie, als sie das zelt sah, war die frage, ob wir hilfe braeuchten, um es zu richten. sah aber nur so windschief aus, weil bei dem zelt nichts zusammen gepasst hat. die 6 zeltstangen hatten wirklich alle eine unterschiedliche laenge und gehoerten genausowenig zu dem zelt wie der ueberwurf. der war naemlich viel zu gross. und der boden war komplett mit fels durchzogen, so dass wir nur ein paar heringe in den boden bekommen haben, dafuer aber viele seile vom zelt zu den umstehenden baeumen gezogen haben, was das ganze mit sicherheit lustig aussehen liess... *LOL*

ausser dem rest der tentcrew, bestehend aus 8 leuten, befanden sich noch einige handwerker, roadies, unsere koechin, einige leute vom management und ein paar aborigines auf dem festivalgelaende. bevor das festival losging sah unser tagesablauf folgendermassen aus:

aufstehen, nachdem man wachgeworden ist (feste zeit gab es nicht und als ich chris gebeten habe, uns morgens zu wecken, weil der akku meines handys, welches ich als wecker benutze, leer war, kam als antwort nur "we are not in germany here! just get up, when u are awake" - ok...) morgens dann erstmal cerealienfruehstueck und ueber dem lagerfeuer frischgebruehten kaffee, was fuer australien eine seltenheit ist, denn meist bekommt man hier nur instantkaffee vorgesetzt. nachdem langsam jeder wach war, kaffee und fruehstueck hatte, gings los - zelte, zelte und zelte, den ganzen lieben tag lang, aber mit viel pausen und gelaechter. um 9.30 uhr gabs das grosse fruehstueck, bestehend aus bacon, eggs und toast oder selbstgemachtem porridge, um 13 uhr mittagessen mit 1-2 stunden mittagspause und fertig waren wir meist spaetestens zwischen 17 und 18 uhr. um duschen zu gehen, war es empfehlenswert, die mittagshitze auszunutzen, denn warmes wasser gab es leider nicht. aber zum einen war das wasser um die zeit etwas aufgewaermt von der sonne und zum anderen kuehlte abends nicht nur die wassertemperatur sondern auch die aussentemperatur erheblich ab, was duschen nicht unbedingt zum vergnuegen werden liess, insbesondere, da es in den duschen zudem auch kein licht gab...

das festivalgelaende selbst liegt auf einem plateau, von dem aus man das 40 - 50 km entfernte meer an manchen tagen bei klarer sicht sehen konnte. 30 km entfernt befand sich eine 3,5tausend- einwohner-stadt mit supermarkt, in der wir bei bedarf unsere beduerfnisse nach nutelle, kaese, zigaretten und anderen genussmitteln, abgesehen von alkohol, befriedigten konnten. alkoholkonsum in dieser gegend ist verboten, es gibt zwar ein pub in der stadt, allerdings kann man dort wirklich nur alkohol kaufen, wenn man eine spezielle genehmigung dafuer hat - was nicht der fall war. als das festival losging wurde es ruhiger fuer uns. die zelte waren alle aufgebaut, bei ankunft der gaeste bestand unsere aufgabe darin, einige zu den entsprechenden campingplaetzen zu bringen, luftmatratzen wieder aufzupumpen und zum teil in der nacht bei ankunft der aborigine-leute weitere zelte aufzubauen, da man von einigen nicht wussten, wie viele und von welchem tribe sie kommen. aber es war nicht wirklich viel zu tun an den festivaltagen, ausser auf abruf bereit zu sein, aber auch nur, wenn chris in der lage war, uns zu finden. er meinte meistens nur, wir koennen machen, was wir wollen, wenn er uns braucht, findet er uns schon :-) und so hatten wir meist die gelegenheit, nachmittags und abend ueber das festival zu schlendern uns die taenze der aborigines anzuschauen, die jeden nachmittag von 16 - 20 uhr zu sehen waren und abends der livemusik zu lauschen oder einen film im outdoorcinema anzuschauen. oder auch einfach nur zu relaxen und um das lagerfeuer zu sitzen.

nach dem festival wurde es dann aber busy, denn die zelte sollten in 3 - 4 tagen abgebaut sein, nachdem der aufbau der zelte insgesamt fast 2 wochen gedauert hatte. somit waren wir da wirklich beschaeftigt und haben hart gearbeitet und so manche zelte vorgefunden, die einfach nur total verdreckt und abstossend waren. aufbau war schoener als abbau. aber wir haben auch so einiges brauchbare ueberbleibsel in den zelten gefunden. habe ein volles haarschampoo gefunden, und wir sind mit zwei auf dem festival angefertigten speeren, sowie einer axt und einer schaufel nach hause gefahren. und das zelt nicht zu vergessen... *freu*

der rueckweg gestaltete sich wesentlich relaxter. wir sind freitagnachmittag gegen 15 uhr losgefahren und haben uns abends als es dunkel war, einen platz zum campen gesucht und somit einen weiteren abend um das lagerfeuer verbracht. am samstag sind wir dann mehr oder weniger ausgeschlafen (der boden war ganz schoen hart ohne luftmatratze und nicht gerade gemuetlich) losgefahren, haben zwischendurch das ein oder andere mal halt gemacht um ein paar schoene aussichtspunkte zu geniessen und sind letztendlich um 16 uhr nachmittags dann wieder in darwin angekommen. das erste, was ich gemacht habe, war eine ausgiebige, heisse dusche zu geniessen, die erste nach drei tagen... mann, das war dann aber auch notwendig!!!