angefangen hat alles fuer mich am donnerstagnachmittag. das auto voll bepackt, einen trailer angekuppelt, sind alle - simon, kayline, die kids josh, ronan and helena sowie georgina, ben und ich - nach cloncurry gefahren. ben ist 15, hat sich geweigert, die schule zu beenden und arbeitet deshalb seit 4 tagen auf der station. der grund fuer den trip - simon und family verbringen 3 tage auf einer art messe fuer pumpen und tanks 600km entfernt. georgina hat sich entschieden, die zeit in einem hotel in mt. isa zu verbringen und die ganze zeit zu schlafen, ben bleibt bei paula in cloncurry, einer bekannten seiner eltern, und ich war fest entschlossen, ein aufregendes wochenende beim Dirt'nDustFestival (www.dirtndust.com) im 120 km entfernten Julia Creek zu verbringen. als wir ben in cloncurry bei paula abgeliefert haben und ich ihr auf ihre frage hin, wo ich heute uebernachte, sage, dass ich im post office hotel (gibt leider kein backpacker hier) bleibe und morgen oder samstag nach julia creek fahre mit dem bus, meinte sie

"you can stay with me and i'll find you a lift to julia creek. many people 're going there this weekend."

so habe ich hier mal wieder bekanntschaft mit australischer freundlichkeit gemacht, die garnicht enden wollte. nachdem ich mein gepaeck ausgeladen habe, hat paula erstmal angefangen zu telefonieren , unzaehlige leute angerufen und gefragt, ob sie nach julia creek fahren, oder jemand wissen, der hinfaehrt. danach sind wir mit dem auto losgefahren, haben alle pubs abgeklappert, um herauszufinden, wer denn einen platz im auto nach julia creek fuer mich uebrig hat. ich wurde gut versorgt mit leckerem essen, habe den freitag in der bibliothek im internet und mit relaxen verbracht und abends kam dann der anruf von pam, die eine platz im auto uebrig hatte, und mich samstag morgen um 8.00 uhr abholen sollte - cool, echt cool und meine vorfreude wurde von stunde zu stunde groesser.

samstagmorgen standen dann pam, peppa und duncan vor mir, alle zwischen 23 und 28 jahre alt, gepaeck eingeladen und los gings. 25 km vor julia creek haben wir angehalten , denn hier fand das schwimmen, der erste teil des triathlons statt. nachdem die schwimmer fertig waren und auf ihren raedern losgeduest sind nach julia creek, haben auch wir uns auf den weg in die stadt zum zielpunkt des triathlons gemacht. idealerweise war dies direkt vor einem pub, so dass wir hier die zeit des wartens auf die radfahrer mit ein paar bieren verkuerzt haben, was mir sicherlich morgens um 10.30 uhr an einem heissen tag ohne fruehstueck nicht wirklich gut getan hat, so dass ich danach das konsumieren von alkohol erstmal eingestellt habe, denn schliesslich sollte der tag erst nach mitternacht enden ;-)

zum uebernachten hatte ich mir am tag davor ein zelt in "tent city" gebucht und dieses einfache zelt war mit sicherheit die teuerste uebernachtung, die ich in ganz australien ueberhaupt hatte bis jetzt - es hat mich doch tatsaechlich ganze 60 $ (??!!!) fuer eine nacht gekostet, unglaublich. zelten mit eigenem zelt hat garnichts gekostet, aber ich hatte nunmal weder zelt noch swag und nur mit dem schlafsack draussen wird es momentan in der gegend hier schon zu kalt nachts, denn es geht auf den winter zu. unglaublich, aber wahr, es kann hier im winter nachts so wie in den fruehen morgenstunden richtig kalt werden.

nachmittags haben wir uns die pferderennen angechaut. auffallend war hier, wie unterschiedlich die leute hier gekleidet waren - zum einen die cowboys (stiefel, jeans, lederguertel mit grossen, breiten guertelschnallen, das langaermelige hemd in der hose und natuerlich einen der fuer hier typischen cowboyhuete auf dem kopf), dann ganz normal gekleidete leute und dann richtig aufgemotzte ladys, in kleidern, roecken, kostuemen und, das auffallendeste an der ganzen sachen, richtig ausgefallenen, zum teil riesengrossen hueten. mein outfit hat mit groesster wahrscheinlichkeit zum ausdruck gebracht, dass ich definitiv von wo ganz anders herkomme... *g*

ja, und nach den pferderennen, ein bisschen relaxen bei den zelten und um 6.30 uhr los zur hauptattraktion des abends - dem BULLRIDING RODEO   * yeeee ha* zum ersten einmal eine erklaerung zu der weit verbreiteten meinung, dass rodeos prinzipiell tierquaelerei sind - nach einem ausgiebigen gespraech mit simon habe ich gelernt, dass dies nicht der fall ist. die rodeobullen sind keineswegs wilde bullen sondern gehegte und gepflegte showbullen, die in keinster weise verletzt und gequaelt werden, um zu bocken, sondern schlicht und einfach darauf trainiert werden mit hilfe eines gurtes um die flanken, der sie lediglich kitzelt und etwas aergert, aber keines weges schmerzen zufuegt. das rodeo war der hammer, ich war echt fasziniert - die stimmung war explosiv, die leute sind sowas von abgegangen, es war natuerlich mit musik untermalt und es gab 3 rodeoclowns, wie ich gelernt habe, sind die dazu da, die von den bullen gestuerzten cowboys zu beschuetzen und die aufmerksamkeit der bullen direkt nach dem sturz auf sich zu lenken, damit sie sich nicht auf den cowboy, der ja noch am boden liegt, stuerzen. ich hab so ziemlich jeden zweiten ritt mit meiner camera gefilmt, und ich glaube, das war nicht mein letztes rodeo !!! HAMMER, der absolute hammer !!!! nach dem rodeo hat eine liveband musik gemacht, in der pause gab es den "best butt of australia competiton" zur allgemeinen belustigung, war echt ein geiler abend. und es war auch nett, nicht alleine mit dem bus dorthin gefahren zu sein, sondern mit den dreien, die mich aufgesammelt haben, sowie weiteren ihrer freunde, die mit einem anderen auto gekommen sind.

am naechsten morgen sind wir alle noch zum fruehstueck ins pub in die stadt gefahren (toast, bacon, eggs, spaghetti, sausages, chips, obst, kaffee, saefte und so weiter und so fort, war sehr lecker), haben uns noch den "mud snorkeling competition angeschaut (erstaunlich, was die sich hier mitten im nirgendwo alles zur belustigung einfallen lassen... :-)) und sind dann zurueck gefahren nach cloncurry. luke, der mich auf dem heimweg mitgenommen hat, hat mich netterweise sein auto fahren lassen, so dass ich ein bisschen fahrpraxis auf der linken seite der strasse bekommen konnte. beim abbiegen bin ich dann auch erstmal statt auf die linke spur auf die rechte spur der strasse gefahren, bis mir sehr schnell aufgefallen ist, dass die (zum glueck weit entfernten) entgegenkommenden autos auf der selben seite wie ich fahren... simon und kayline sollten eigentlich sonntag zurueck kommen und mich aufgabeln, da josh allerdings den ganzen tag am brechen war, wurde dies auf montag verschoben und ich habe noch eine nacht bei paula verbracht.

am spaeten nachmittag des sonntags hat sie die angelruten eingepackt und ihre 3 kids, ben, eine ihrer freundinnen und ich sind zum "chinaman creek" zum angeln gefahren. hab leider nichts gefangen, aber dafuer einen wunderschoenen sonnenuntergang am fluss gesehen. als es dunkel war, sind wir auf dem rueckweg noch an einem aussichtspunkt vorbeigefahren, von wo aus man ganz cloncurry ueberblicken kann, der himmel war so klar, dass man mal wieder problemlos unmengen von sternen, die milchstrasse sowie sich langsam bewegende satelliten sehen konnte und ich hab mir gedacht, manchmal hab ich einfach ein riesenglueck mit meinen unternehmungen und wo sie mich hinfuehren...

so long, in 15 minuten sind simon und kayline hier, wir fahren zureuck zur station und morgen steht wieder ein neuer harter, aber mit sicherheit interessanter arbeitstag mit jungen rindern an :-)