So, seit gestern bin ich wieder zurueck in der Zivilisation, um genau zu sein, in Alice Springs mitten im "Red Center" von Australien. Ich hatte eine nahezu perfekte Woche die letzten 7 Tage, habe so wahnsinnig viele interessante, faszinierende und wunderschoene Dinge gesehen und erlebt, so viele nette Leute auf der Tour kennengelernt und so wahnsinnig viel Spass gehabt, dass ich eigentlich garnicht weiss, wo ich eigentlich anfangen soll mit dem erzaehlen. Ich glaube, die Bilder, die dann vielleicht in 2-3 Wochen auf der Homepage sein koennten sagen da mehr als tausend Worte ;-)

Ausser mir waren noch 10 Leute mit auf der Tour. Letzte Woche Donnerstag wurde ich im zu dem Zeitpunkt kalten und verregneten Adelaide von unserem Tourguide Steve abgeholt und los ging das Projekt "Desert Patrol". Zu Steve ist zu sagen, dass er ein super Tourguide war, immer witzig, immer gut drauf, immer lustige Ideen, und nicht zu vergessen seine liebsten Worte, die wir immer wieder zu hoeren bekamen, so dass ich sie bis heute nicht aus meinem Kopf bekomme. Diese waren nach jedem 3. Satz und zu allem, was er uns erzahelt hat am Ende:

So guys - fantastic!   /     Good work, guys, really good work, isn't it?     /    So, you're good guys? Brilliant!!!!         /      So guys - let's go SUPERSTUFF !!!     /    Is that superstuff?          /      Excellent workteam - superstuff - really!!!       /     good stuff      /      Well done, guys, well done.

Das waren wir die Worte, die er mit Abstand am haeufigsten und immer wieder benutzt hat, was der Belustigung aller gedient hat. Die Landschaft im Outback ist ein Traum und viel abwechselungsreicher, als ich es mir vorgestellt hatte. Waehrend der Busfahrt habe ich stundenlang einfach nur aus dem Fenster geschaut, fasziniert von allem, was da an mir vorbeizog. Wir haben in einem alten, kleinen Militaerhospital uebernachtet in den FlindersRanges (Nationalpark) mitten im nirgendwo (in welchem natuerlich laut Steve ein Geist umhergeht, weshalb er auch draussen geschlafen hat), hatten abends ein Traum von Barbecue mit Lagerfeuer und wunderschoenem Ausblick. Wir waren in der kleinsten Stadt Suedaustraliens, William Creek (10 Einwohner mit Pub, Supermarkt und Campingground, der rege genutzt wird) und haben dort in Swags direkt unter dem Sternenhimmel geschlafen. Swags (Aussie Bush Bed) sind so Dinger, die wie ein zweiter grosser Schlafsack mit einer Matratze drin sind und die man direkt auf den Boden legt (rund ums Lagerfeuer) und dann mit seinem eigenen Schlafsack hineinkriecht. Das Essen war ein Traum, mittags immer lecker Lunch mit allem moeglichem am Gemuese, Salat, Sandwiches und abends gabs entweder Barbecue oder wir haben was anderes gekocht, komplette Campingausruestung war alles in unserem Trailer, den wir dabei hatten.

Erwaehnenswert ist auch die Fahrweise von Steve. Wir waren in einem etwas aelteren Bus unterwegs, der nicht aussah, als ob der aushalten wuerde, was er ausgehalten hat, den wir sind mehrere Tage nicht ueber den Highway gefahren, sondern ueber sogenannte "Dirt Roads", die ihren Namen definitiv verdient haben, den im Prinzip sind der nur sehr breite Wege mit einer Mischung aus Schotter, Sand und Schlagloecher, teilweise mit tiefen Spurrillen, ueber welche wir ohne Ruecksicht auf Verluste staendig mit 100 Sachen drueber gebrettert sind, ich mehrfach auf einen platten Reifen gewartet habe und es einen durchgeschuettelt hat wie in einer Achterbahn. Von dem Staub, der allmaehlich in den Bus eindrang ganz zu schweigen ;-) Lustige Sache, echt lustig! Und ca. alle 1-2 Stunden kam uns mal ein Auto entgegen, wohin man geschaut hat, rings um uns herum war nicht ausser den endlosen Weite des Outbacks und ab und an ein paar Huegeln am Horizont. Naja, und Rinderherden ab und an. Es gibt eine Rinderfarm im Outback, die die Groesse von Holland hat, von einer Familie (insgesamt 10 Leuten) bewirtschaftet wird und in deren Besitz staendig 8.000 - 15.000 Rinder sind, die ueber dieses gesamte Gebiet verteilt sind. In dieser Region regnet es alle paar Jahre mal. Kaum vorzustellen, dass dort ueberhaupt was waechst, aber da waechst so einiges und sieht so wunderschoen aus!

Am Uluru (Ayers Rock) haben wir 2 Tage gecampt, haben den Sonnenaufgang und den Sonnenuntergang dort gesehen. Der Hoehepunkt dieser Tage war es, auf die Spitze des Ayers Rock zu klettern, unglaublich. Wir haben eine Stunde gebraucht, der Weg ist extrem steil, ueberall geht es total steil runter. Bis zur Haelfte hat man eine Art Gelaender zum festhalten (Stahlpfosten mit dickem Stahlseil), ab der Mitte geht es dann ohne weiter. Aber ab da sieht alles aus wie eine Mondlandschaft, ein Huegel reiht sich an den anderen, geht immer auf und ab, man hat ueberhaupt nicht gesehen, wie weit es war, kam einfach immer noch einer. Damit haben wir dann ca. 2,5  Stunden zugebracht, aber auch viele Pausen gemacht zwischendurch, da wir zu fuenft hoch sind. Wir hatten den perfekten Zeitpunkt, wir sind los, als er Zugang gerade gesperrt wurde (sobald die Temperatur 36 Grad erreicht, steht ein Schild vor dem Eingang nicht hockzuklettern, das war in unserem Fall morgens um 9 Uhr der Fall...) so, dass ausser uns vielleicht noch 15 Leute auf dem Ayers Rock unterwegs waren. Nettes Erlebnis. Wir sind in wunderschoenen Nationalparks bei den Olgas und dem Kings Canyon stundenlang gewandert und ich kann nur sagen - freut euch auf die Bilder!!!

Alice Springs jetzt ist recht klein und von der Stadt selbst hat man sehr schnell das meiste gesehen. Gestern wurde ich im Repitliencenter beinah von einer Schlange erwuergt, zumindest hatte ich das Gefuehl, als sich dieses 1,5 m lange Tier mit einem Durchmesser von ca. 15 cm an der dicksten Stelle zweimal um meinen Hals gewickelt hat und es langsam enger wurde. Aber dann kam netterweise die Dame vom Zoo endlich an und hat mich befreit. Wenn mich jemand nochmal fragt - ich will keine Schlange mehr mal 'kurz halten"...

Die letzten 2 Abende waren alle Leute der Tour nochmal zusammen essen, in einem Backpacker in der Naehe gibts Abendessen fuer 5$ und da ist auch immer einiges los, so dass man in der Bar dort einen lustigen Abend verbringen kann. Verena und ich haben uns dann abends nochmal mit den Kameltreibern getroffen, die wir 3 Stunde zuvor auf unserem Kamelritt kennengelernt haben und bei Bier und Billard einen interessanten und lustigen Abend verbracht. Einer wollte uns ein paar Worte in einer der 260  Aborigine-Sprachen beibringen, aber ich habs schon wieder vergessen, wie man es ausspricht.

Ausser Kerstin und Sophie sind alle anderen, die mit auf der Tour waren mittlerweile wieder auf dem Heimweg und ich werde morgen abend auch weiterreisen, habe gerade den Bus nach Darwin gebucht und fahre gegen abend los, um dann 22 Stunden spaeter in Darwin anzukommen.

So long, cu later...