Wer, wenn ich schrie, hörte mich denn aus der E n g e l Ordnungen ? Und gesetzt selbst, es nähme mich einer plötzlich ans Herz: Ich verginge von seinem stärkeren Dasein. Denn das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang, den wir noch gerade ertragen, und wir bewundern es so, weil es gelassen verschmäht, uns zu zerstören. Ein jeder Engel ist schrecklich. Und so verhalt ich mich denn und verschlucke den Lockruf dunklen Schluchzens. Ach, wen vermögen wir dennn zu brauchen ? Engel nicht, Menschen nicht, und die findigen Tiere merken es schon, daß wir nicht sehr verläßlich zu Haus sind, in der g e d e u t e t e n Welt. Es bleibt uns vielleicht irgendein Baum an dem Abhang, daß wir ihn täglich wiedersähen; es bleibt uns die Straße von gestern und das verzogene Treusein seiner Gewohnheit, der es bei uns gefiel, und so blieb sie und ging nicht. (...) Freilich ist es seltsam, die Erde nicht mehr zu bewohnen, kaum erlernte Bräuche nicht mehr zu üben, Rosen und anderen e i g e n s versprechenden Dingen nicht mehr die Bedeutung menschlichen Lebens zu geben; das, was man war in unendlich ängstlichen Händen, nicht mehr zu sein, und selbst den eigenen Namen wegzulassen wie ein zerbrochenes Spielzeug. Seltsam, die Wünsche nicht mehr weiterzuwünschen. Seltsam alles, was sich bezog, so seltsam im Raume flattern zu sehen. (...) Engel, sagt man, wüßten oft nicht, ob sie unter Lebenden gehen oder Toten. Die ewige Strömung reißt durch beide Bereiche aller Alter immer mit sich und übertönt sie in beiden. Rilke, Duineser Elegien 1
sorry for non-german speakers. i will translate later... this speaks through me right now so much...