Die letzten Tage in Kisoro verfliegen! Ich komme zu nichts und bin von morgens bis abends auf den Beinen.

Samstag hatte Lisa Geburtstag und wir haben eine lustige Party geschmissen. Es gab ein Barbecue, Lagerfeuer und natürlich Trommeln und Tanz! Schön wieder wie Rumpelstilzchen getanzt! Ich habe für Lisa eine Prinzessinnenkrone gebastelt und wir haben ihr Leberwurst aus Kigali geschenkt! Was für ein Fest!
Sonntag wurde relaxt! Wirklich der erste Morgen in diesen 4 Monaten, an dem mein Wecker nicht klingelte und ich stumpf liegen bleiben konnte!
Ich hatte meinen Kollegen ja schon vor einigerzeit erzählt, dass ich Anfang August wieder nach Kampala fahre, aber irgendwie haben sie das wohl verdrängt und waren ganz überrascht, als ich sagte, dass ich Freitag fahre! Da die letzten Wochen ja etwas geschlurt wurde, musste jetzt alles nachgeholt werden, über Poster gestalten, für die Schulen, Programme auf deren Computer installieren, einen weiteren Word-Kurs geben und ich musste ja auch noch mal meine Sachen für die Uni zuende bringen!
Mittwoch sind wir dann noch ins teuerste Hotel in Kisoro ins „Travellers Rest“ zum traditionellen Tanz gegangen. Das war ein Spasssss! Nach einer kleinen Einführung wurden wir zum Tanz aufgefordert und haben wie wild mit Baströckchen um die Hüften getanzt! Dann hieß es von den ersten lieben Menschen in Kisoro Abschied nehmen. Etwas traurig ist das ja schon, da ich hier wirklich so viele liebe Menschen getroffen habe!
Donnerstag Abend hieß es dann vom Krankenhaus Abschied nehmen. Ich hatte ja nicht so viel mit den Ärzten, Schwestern,.... zu tun, doch wir haben eine „Ngaho-Party“ organisiert! Hatten gedacht, jeder der „Goodbye“ sagen möchte, kann auf ein Bier vorbei kommen! Doch die Party entwickelte sich zu einer wirklichen Party! Im Garten  von dem katholischen Konvent wurde getrunken was das Zeug hält. Irgendwann musste Bier nachgeholt werden, was hier ja eine Herausforderung ist, da man erst nach Kisoro fahren muss und Leute aufwecken muss! Aber ist ja schön, wenn die Leute mit einem feiern und fragen, wann man wieder kommt!
Vielleicht komme ich ja wieder;)
Freitag morgen um 5h sind wir dann von Dr. Leonard zum Bus gebracht worden! Alle super muede und noch halb betrunken! Haben wirklich die besten Plaetze bekommen - direkt hinterm Fahrer! Man hat uns erklaert, dass das die sichersten Plaetze waeren, da dieser im Falle eines Unfalls, sein leben retten will! Achso, dann mal Platz genommen! In Kabale wurden wir dann noch von Sheba begruesst. Stacy ist ja immernoch krank und es waren noch ein paar wichtige Dinge im Auto, die er uns dann waehrend eines kurzen Stopps uebergeben hat! Ausserdem stand auf einmal Waltraud draussen vorm Bus um Tschuess zu sagen! Da musste ich echt schlucken - das fand ich echt lieb, dass sie extra auf uns gewartet hat um zu winken!
Nach 10 Stunden Busfahrt, halb ausgetrocknet, da ich kein Wasser trinken wollte, um nicht aufs Klo zu muessen, kamen wir endlich in Kampala an! Puh...wat ne Tour! Doch diese war noch nicht zu ende!!! Wir wollten ja noch nach Jinja und dort am Wochenende White Water Rafting machen! Wenn ich die ganze Geschichte erzaehle wuerde das Seiten dauern: Letztendlich waren wir nachts um 0.30h in Jinja im Hostel mit 12 Betten in einem kleinen Raum und ich wollte nurnoch schlafen! Naechsten morgen um 9h ging es dann los! Man kann waehlen zwischen der Staerke des Raftings - von Level 1 bis 5! Wir wollten so Level 3 machen, doch leider gab es nur die volle Packung, also los! Mit Helm, Schwimmweste ging es dann Richtung Nil! Wir wussten nicht worauf wir uns da einliessen!!! Mit 7 Leuten und einem Fueher ging es dann ins Boot! Nach einer 1 stuendigen Einfuehrung ueber Kommandos, Rettungsuebungen und Horrorgeschichten wurde ich echt nervoes! Insgesamt sind es 7 Stromschnellen und Wasserfaelle die passiert werden! Zweimal ist das Boot umgekippt und ich bin 3mal rausgeschleudert worden! Ich kann nur sagen, Nilwasser schmeckt koestlich! Bei einem Wasserfall sind wir kurz vorm Abgrund auf Felsen aufgelaufen und ich guckte unseren Fuehrer an, was wir machen sollen und sah dass er sich kreuzigte und ich dachte ~Oh shit, das ist das Ende!~! Eveline und ich mussten das Video von dem einmaligen Tag kaufen und konnten es beim schauen nicht glauben, das wir es getan haben!
Nach diesem Erlebnis gab es noch ein Barbecue und witzigerweise trafen wir Wine, die uns von Kisoro zum Queen Elisabeth NP begleitet hat, sowie die Jungs und Maedels aus England, mit denen wir eine lustige Drumparty dort hatten. Ausserdem tauchten noch andere Medizinstudentinnen aus Schottland auf, die auch im Kisoro Hospital vorher gearbeitet haben! Uganda ist auch nicht groesser als der Rest der Welt!
Sonntag haben wir dann an der Quelle des Nils entspannt! Ich habe einige blauen Flecke, Schuerfwunden und Muskelkater, aber der Adrenalinspiegel ist immer noch hoch! Hatten koestlichen Fisch, eine kleine Bootstour ueber die Quelle und sind erst ziemlich spaet wieder nach Kampala gefahren!
Jetzt bin ich wieder im gleichen Hotel, wie zuvor und wurde herzlich empfangen! Heute morgen kam ich ins Buero und ein riesen Blumenbucket strahlt mich an! Ist ja schoen, wenn sich alle freuen, dass ich wieder heile angekommen bin!
In der letzten Woche heisst es nochmal richtig arbeiten! Wir machen noch eine Baseline Studie in einem Buschkrankenhaus ca. 2 Stunden von Kampala entfernt! Das heisst nocheinmal Interviewertraining, Interviews und co. Hallo!
Am Sonntag fliege ich dann zurueck nach Zuerich und naechsten Mittwoch ganz frueh morgens lande ich in HAMBURG!!! Juchu - ich freu mich schon!
Ich denke, dass ich noch ein, zwie Berichte schreiben werden und natuerlich noch einen langen zum Abschluss!
Also, es ist noch nicht das Ende!
Habt eine schoene Woche und seid herzlich gedrueckt! Muss jetzt mal wieder arbeiten;)
 
Kuss und Gruss, Mareike