Hier in Kisoro gab es die letzten 2 Tage kein Strom, daher kommt der Bericht erst jetzt!!!

Auch eine der letzten Wochen hier in Uganda war wieder aufregend!
Waltraud hat von ihren Kindern zum Geburtstag eine Kaffeemaschine aus Deutschland geschickt bekommen. So eine richtig leckere, wo erst die Bohnen gemahlen werden und man Milch aufschäumen kann. Doch leider waren keine Bohnen dabei und trotzdem Uganda das Land des Kaffees ist, kann man hier in Kisoro keine Bohnen bekommen. Also wurden sie beim Inder, der nach Kampala gefahren ist, bestellt. Nach einer Woche kam dieser wieder und meinte, dass es keine Kaffeebohnen in Kampala gibt! Sicherlich!!! Also, dann beim nächsten Supermarkt bestellt und nach einer weiteren Woche waren diese dann auch da! Hurra! Bloß hat sich dann keiner an die Maschine getraut. Somit vergingen weitere Tage. Irgendwann haben Michael und ich es dann einfach ausprobiert und ca. eine Stunde gebraucht um den ersten köstlichen Milchkaffee zu zaubern! Hätten wir mal die Gebrauchsanweisung gelesen, wär das ganze wahrscheinlich schneller gegangen, aber nein, das braucht man ja nicht! Nun war ich ja 4 Tage im Queen Elisabeth National Park und als ich wieder kam hatte sich immer noch keiner alleine an die Maschine getraut! Somit haben wir heute Abend einen kleinen Workshop gestartet und Waltraud kann jetzt wirklich alleine mit der Maschine Kaffee machen!!! Ich glaube vom Tag der Ankunft der Kaffeemaschine bis heute sind knapp 3 Wochen vergangen! Da kann man mal sehen wie lange man hier auf einen guten Kaffee warten muss ;)
Mittwoch kam mein Kollege aus Kampala um einer Kanadierin das Projekt hier in Kisoro zu zeigen. Wir fuhren an die Grenze zu Ruanda zu einer Schule. Dort angekommen warteten schon ca. 100 Kinder auf uns. Es wurde ein Willkommenssong gesungen und wir sollten uns vorstellen. Da ich ja jetzt schon Bifumbira für Fortgeschrittene kann, konnte ich mich ohne Übersetzer vorstellen. Und die Kinder haben sich sooo gefreut und gelacht (ich hoffe sie haben mich nicht ausgelacht!). Am nächsten Tag wollten wir eine andere Schule in meinem Lieblingsgebiet von Kisoro besuchen, doch es hat die ganze Nacht und den Morgen geregnet, so dass die Strassen matschig und rutschig und somit wirklich kaum befahrbar waren. Mein Kollege wollte es trotzdem versuchen, da wir ja einen dicken Geländewagen hatten. Bis zu einem gewissen Punkt war ich ja auch noch ganz cool, aber nachdem wir einmal so mit den Hinterreifen Richtung Abgrund gerutscht sind, fand ich es nicht mehr witzig und wollte die letzen Kilometer lieber laufen. Der Lieblingsspruch meines Kollegen ist ja immer >kein Problem, kein Problem< aber ich konnte diesem Problem ca. 500m tief in die Augen gucken. Und irgendwann wollte das Auto auch nicht mehr und wir mussten laufen...puhhhh, zum Glück! Das Gebiet liegt ja mitten in den Bergen und somit mussten wir erst die Berge rauf klettern um die Schule zu besuchen, dann wieder bergab und wieder bergauf, um das nächste Haus zu erreichen – das war eine schöne, glitschige Kletterpartie.
Donnerstag Abend kam dann endlich die freudige Nachricht, dass meine Schwester schwupsdiewups den Jonathan bekommen hat! Kind und Mutter sind wohl auf und der Vater ganz stolz auf seine Frau, da sie jede Wehe mit Bravur gemeistert hat! Anna kann sich auch gar nicht mehr vom neuen Geschwisterchen trennen und Valentin ist noch nicht so interessiert! Ich freue mich so dermaßen und kann es gar nicht abwarten den kleinen Mann zu knuddeln!
Freitag Abend war noch eine Party, die die Mädels aus England organisiert haben! Mir war aber nicht so nach Party und wollte lieber für die Fahrt in den Queen Elisabeth National Park fit sein! Zum Glück bin ich nicht mitgegangen, denn Lisa und Eveline sind erst morgens um 7 Uhr, kurz vor Abfahrt wieder gekommen und waren noch ganz fertig! Außerdem hat uns Wine aus Holland begleitet, die aber auch den Abend vorher gesumpft hat und somit saßen Sheba (unser Fahrer) und ich frisch und munter im Auto und haben angefangen Lieder zu singen! Die Fahrt von Kisoro zu unserem ersten Ziel dauerte ungefähr 8 Stunden und nach halber Strecke haben wir etwas Luft in unseren guten Toyota Kleinwagenbus namens Stacy gelassen, indem wir das Dach geöffnet haben! Singend, tanzend und mit Kopf aus dem Auto ging es dann weiter mit Durchschnittsgeschwindigkeit von 30km/h über schlechteste Sandstraßen bergauf bergab!
Wir sind auch durch den Bwindi Gorilla Park gefahren und waren ganz nahe dran diese auch zu sehen. Doch leider wollten die Gorilla nicht aus ihrem Versteck kommen und uns auf unserer Reise begleiten und wenn man zu denen raufklettern möchte muss man 500US$ bezahlen und das haben wir nicht übrig! Also ging`s weiter Richtung Ishasha zu den Tree Climbing Lions. Endlich im Park angekommen haben wir jeden Baum abgesucht nach den Kletterlöwen, doch wollten die auch nicht aus ihrem Versteck kommen. Wahrscheinlich auf Grund Lisa`s Alkoholfahne (kleiner Scherz). Doch dann fanden wir relaxt in einem Baum einen Leopard! Diesen zu finden ist wohl mehr Glück als die Löwen zu sehen.
Gegen Einbruch der Dunkelheit mussten wir aufgegeben nach weiteren beeindruckenden Vierbeinern zu suchen und sind zurück in den nächsten Ort, wo wir eine günstige, aber saubere Unterkunft hatten.
Am nächsten Morgen in aller Frühe haben wir uns dann Richtung Norden, zur Mitte des Parks aufgemacht! Inmitten vom Nichts nur umgeben von hohem Gras, indem die Löwen sich gerne aufhalten wollte Stacy nicht mehr. Wir haben uns dann irgendwann doch aus dem Auto getraut und mussten anschieben, doch nichts geschah. Nach einer halben Ewigkeit und Sheba`s Versuchen, dass Auto in Gang zu kriegen, kam endlich ein anderes Auto, was uns abgeschleppt hat! Als wir dann die Hauptstrasse des Parks erreicht hatten und das andere Auto Bye gesagt hat, wollte Stacy nach 3km wieder nicht mehr. Somit hat Sheba ein anderes Auto (nicht halb so schön wie Stacy) samt Fahrer bestellt, der uns dann zum Hostel im Park gefahren hat! Dort angekommen, eingecheckt, Staub und Stinke abgeklopft und weiter ging`s zum Boot Trip! In 3 Stunden haben wir so viele Tiere gesehen...unglaublich! Die Videos die ich gemacht habe, sind noch beeindruckender, doch leider kann ich diese nicht hochladen. Also müsst ihr euch noch ein paar Wochen gedulden und Euch mit den Fotos zufrieden geben.
Ein Elefant am Ufer des Sees fühlte sich so gestört beim Trinken, dass er das Boot antrompetet hat und am Ufer hinter uns hergerannt ist. Zum Glück saßen wir im Boot und waren schneller J .
Wir sahen Kaffernbüffel, Nilpferde, Krokodile, Uganda-Kobs, Warzenschweine, Pelikane, Marabus, Silberreiher, Schrei-Seeadler und 100te von verschiedenen anderen Vögeln! Wow!
Nach dieser aufregenden Tour haben wir uns mit einigen Stundenten aus England zum Dinner und hinterher zur Trommelparty getroffen. Sheba hat seine Trommeln mitgebracht und uns ein paar Drums und traditionelle afrikanische Tänze beigebracht. Ich habe mich nicht mehr eingekriegt beim Tanzen, da diese verglichen mit der Tanzweise in Europa sehr gewöhnungsbedürftig sind!
Als es dann später wurde und die Trommeln zu laut für die Anwohner waren, meinte Sheba, dass jeder ein Lied aus seinem Land in seiner Sprache singen sollte! Sheba fing an und kann ja auch singen, Mareike folgte und mir ist kein besserer Song eingefallen als: Guten Morgen Guten Morgen Guten Morgen Sonnenschein. Diese Nacht blieb dir verborgen, doch du darfst nicht traurig sein...! Zum Glück hatte ich diesen ja auch auf meinem Handy, da es mein Weckton ist und alle fanden das so gut, dass alle Anwesenden diesen jetzt singen können. Ich weiß nicht wie oft ich den Song wieder abspielen musste! Stupid Musungus!
Nächsten Morgen ging es dann um 6.30h (bei euch um 5.30!) zum Gamedrive durch die Steppe. Unserer Fahrzeug war ein alter Mercedes Geländewagen und wir konnten auf dem Dach sitzen und wurden kutschiert! Herrliches Gefühl sich nach einer langen Nacht, den Wind ins Gesicht wehen zu lassen. Nachdem wir den zerfetzten Wasserbüffel, der am Tag vorher von einem Löwen gerissen wurde und nun sich die Geier drüber her gemacht haben, gefunden haben, sind wir weiter und sahen etwas weiter entfernt eine Löwenmama mit 2 kleinen Löwen. Leider hat meine Kamera einen nicht ganz so guten Zoom, das ich diese hätte fotografieren können. Vielleicht bekomme ich noch Bilder zugeschickt!
Kurze Zeit später rannte eine Hyäne genau auf uns zu um dann lässigen Schrittes die Strasse zu überqueren und weiter zu traben! Nach 3 Stunden wieder zurück, einem guten Frühstück und einem kurzen Nickerchen, sind wir zum Schwimmen in die Safari Lodge gegenüber dem Hostel gegangen. Eines der teuersten Hotels im Park (ca. 250US$ pro Nacht). Wir konnten uns natürlich nur den Aufenthalt im Pool leisten. Der Ausblick über den Lake Edward ist herrlich. Schön im Pool gelegen und auf der anderen Seite des Sees die Elefantenherde beobachtet! Ich kann mir kein besseres Panorama vorstellen! Abends haben wir uns dann auch noch das Buffett gegönnt mit köstlichsten Rotwein! Ich kann nur sagen das war ein Tag DELUXE!
Am nächsten Morgen wollte Sheba uns eigentlich um 9Uhr mit Stacy abholen, doch sie wollte immer noch nicht! Somit haben wir noch bis Mittag gewartet und ein anderer Fahrer hat uns dann nach Kisoro zurück gebracht. Die Fahrt war nicht halb so angenehm als mit Sheba und Stacy, denn der Fahrer roch ziemlich stark, es konnten nur 2 Fenster geöffnet werden und schöne Musik gab es auch nicht! Aber das Wichtigste ist ja, dass wir wieder heile angekommen sind! Sonntag Abend wollte ich nur den Schlüssel bei Waltraud abholen und musste mich gleich wieder mit an Tisch setzen, denn es gab Kartoffelbrei, ROTKOHL und Thüringer Würstchen!!!! Wo die die ganzen Köstlichkeiten immer auftreibt ist mir schleierhaft! Aber da lässt man sich doch nicht zweimal bitten. Wie bei Mutti. Waltraud meinte auch „Die verlorene Tochter ist zurück gekehrt!“
So nun sind es auch nur noch ein paar Tage bis ich wieder bei euch bin und ich freu mich schon soooo doll darauf. Aber ich kann nun auch sagen, dass das eine ziemlich gute, große und reiche bzw. arme Erfahrung war/ist! Ich denke, ich werde erst am Ende meiner Reise einen Bericht über die ganzen Dinge die sich verändert haben könnten, schreiben.
Am Wochenende werde ich aber noch einen Bericht über das Krankenhaus, eine kleine Organisation hochladen und einige Fotos vom Krankenhaus. Also seid gespannt und vorbereitet!
Ich drück alle in Gedanken so doll ich kann und bis ganz bald!
 
Mareike