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Seitdem ich wieder in Kisoro bin verfliegen die Tage. Warum hat man immer das Gefühl, dass die schwere Zeit so lang andauert und die gute verfliegt?

Die Woche verging: Tag für Tag ohne das ich etwas wirklich Produktives geschaffen habe! Gehe jetzt ab und zu mal für ein zwei Stunden ins Krankenhaus hier nebenan und zeige den Schwesternschülerinnen ein paar Handgriffe aus der Physiotherapie!

Waltraud`s Mann hat es zusammen mit der katholischen Kirche aufgebaut! Der Standard ist für afrikanische Verhältnisse schon sehr hoch! Doch trotzdem würde unser eins wahrscheinlich lieber zu Hause bleiben, als eine Nacht dort zu verbringen. Große Räume mit 10 – 20 Betten, viele Menschen, da nicht nur die „Erkrankten“ anwesend sind, sondern auch die halbe Familie und dazu noch Ärzte, Krankenschwestern und Krankenpflegeschüler = ein lautes Gewusel, kein Raum für Erholung! Aber das neuste Gerücht ist, dass der Präsident hier demnächst auftauchen soll. Genaue Daten sind nicht bekannt aus sicherheitstechnischen Gründen! Im Krankenhaus herrscht helle Aufregung und alle sind fleißig am putzen. Vielleicht wird das Gerücht auch nur verbreitet damit mal wieder geputzt wird?!;)

Nein, das Krankenhaus ist wirklich gut und der Standard an Hygiene hoch!

Am Samstag bin ich mit Mary, Eveline und Lisa zum Lake Bunyonyi gefahren. Die Umgebung dort wurde von den ersten Engländern auch als das Paradies auf Erden bezeichnet. Und es ist echt paradiesisch. Vom Seeufer wurden wir mit einem Boot zu einer der vielen Inseln im See gefahren. Auf Bushura Island angekommen konnten wir unser kleines Baumhaus beziehen. Auf der Insel ist nichts außer Zelte, Baumhäuser, ein köstliches Restaurant und viele viele kleine Vögel! Das Fresswochenende hatte begonnen. All inclusive = das ließen wir uns nicht zweimal sagen und bestellten was das Zeug hielt! Nach dem ersten wunderbarem Abendessen und zwei Glas Wein wurden Gruselgeschichten auf dem Weg zurück zum Baumhaus erzählt. Man kann sich ja echt nicht vorstellen wie dunkel es sein kann, wenn kein Strom bzw. elektrisches Licht vorhanden ist! Mit einer Öllampe ging es dann Schritt für Schritt vorwärts! Und 10m vom Baumhaus entfernt sahen wir in der Dunkelheit eine Gestalt am Wegesrand. Total erschrocken, da vorher soviel Grusel erzählt wurde, bemerkten wir, dass der Mann nur ein Baumstamm war und unser Wachmann war geboren! Trotzdem hatte ich eine nicht so gute Nacht, da Mary schnarchte, Eveline von den Malaria-Pillen Albträume hatte und wild um sich schlug und Lisa mit den Zähnen knirschte. Wat soll`s – eine Nacht!

Morgens wurden wir mit Kaffee geweckt und genossen den Ausblick auf den See. Diesen konnte man auch aus unserer Dusche im Freien genießen!!! Nach einem leckeren und mal wieder reichhaltigem Frühstück erkundeten wir die Insel und wollten professionell Kanu fahren. Doch irgendwie sind die Kanus hier anders. Sie sind aus einem kompletten Baumstamm geschnitzt und wir schafften es nur uns die ganze Zeit im Kreis zu drehen! Nach 2 Stunden schafften wir die 20m zurück zum Ufer!

Dann gab es schon wieder Mittagessen...wurde auch mal wieder Zeit...und ich aß eine sooooo köstliche Pizza. Nach dem Mittag und noch einer kleinen Fotosession mussten wir auch schon wieder unsere Sachen packen und wurden mit dem Boot zurück gebracht von unserem Fahrer abheholt, noch shoppen in Kabale (na ja, was man hier unter shoppen versteht: Gehacktes und Würstchen, da man das in Kisoro nicht bekommt!) und wieder auf die nicht-geteerte Straße Richtung Kisoro. Irgendwann mussten wir stoppen, da Affen uns den Weg versperrten. Die Mädels waren ganz begeistert, da das ihr erstes Erlebnis mit Tieren in der freien Wildbahn war! Und der Stopp zog sich noch etwas hin, da das Auto einen Platten hatte! Aber das ist hier auch ganz normal! Kurz vor sieben Uhr abends konnten wir dann weiterfahren. Da ist es hier ja schon dunkel und es wird schwieriger auf den Straßen in den Bergen zu fahren. ABER wieder heile angekommen, noch mit Waltraud gequatscht, geduscht und ab in die Falle! Soviel frische Luft und Lachen macht müde!

Heute ging die Woche wieder mit WARTEN los! Komme ja schon extra spät ins Büro. Trotzdem muss man noch warten! Mittags bin ich dann mit Joseph zu den Batwa gefahren. Das ist ein Stamm der ursprünglich in den Wäldern lebt. Jetzt sind diese ja Nationalparks und die Batwa mussten umgesiedelt werden. Dieser Plan wurde aber nicht zuende gedacht bzw. ausgeführt und  so sitzen jetzt ca. 50 Menschen in mini kleinen Hütten aus Holzstöcken und mit Plastikfetzen abgedichtet. Das ist wirklich das Ärmste was ich auf meiner gesamten Reise gesehen habe! Leider durfte ich keine Fotos machen, da sich diese natürlich auch für ihre wirklich arme Bleibe schämen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was für eine Armut das ist!

Danach fuhren wir zu einem anderen Stück Land, wo Campassion Canada und The Water School ein neues Projekt für die Batwa gegründet haben. Es werden 3 Häuser für 3 Familien gebaut! Mit eigener Latrine und SODIS – also hygienischen Verhältnissen und angemessenes Trinkwasser! Das erste Haus wird wahrscheinlich nächste Woche bezugsfähig sein! Wat `n Luxus für die Familie nach jahrelangem Überlebenskampf!

So, nun die nächste Woche und heute nur noch 37 Tage, dann bin ich wieder in HH!!! Flott vergeht die Zeit!

Zum Schluß noch die am häufigsten gesagten Sätze auf meiner Reise von anderen mir gegenüber sind definitiv:

  1. Musungu, how are you?
  2. Are you married?
  3. Give me money! (Manchmal auch `Give me MY money!` darauf antworte ich nur noch – dann musst du mir erstmal dein Geld geben, bevor ich es dir zurück geben kann; )

Gaho (heißt Schüsssss) sagt die Musungu

 

PS: Ebola und Marburg Fieber sind hier noch nicht angekommen – also alles in bester Ordnung!