Wo fange ich an? Ich glaube, das wird ein ziemlich langer Bericht, denn in den letzten Tagen ist soviel passiert!!!

Also, am Donnerstag wurde ich von meinem Chef und Bob und Rod (Kanadier die das Projekt unterstuetzten) abgeholt und es ging mal wieder ueber Stock und Stein Richtung Norden!
Als wir den weissen Nil erreichten, waren alle so fasziniert, dass alle sofort zum Fotoapparat griffen und knipsen wollten. Jacques meinte _ NEIN nicht hier, gleich kommt die Bruecke_ok doch Rod hatte schon abgedrueckt und vor uns standen ploetzlich Soldaten mit Maschinengewehren und fingen schon an zu schrein und stoppten uns! NO PHOTO NO PHOTO!!! Eine halbe Stunde standen wir dort und auch nachdem Rod das Foto vom Nil (nicht von der Bruecke!) geloescht hatte, hoerte er nicht auf zu schreien! Letztendlich ging alles ganz gut aus, wir konnten nach 30 Minuten weiterfahren und wissen nun, dass man in ganz Uganda keine Fotos von Bruecken machen darf, da diese vor Terroranschlaegen durch Soldaten hart beschuetzt werden!
Nach einigen Stunden wurde Uganda immer urspruenglicher, afrikanischer und aermer! Umso weiter wir in den Norden kamen, desto mehr Fluechtlingscamps waren rechts und links zu sehen! Die Menschen kommen aus Norduganda von der Grenze zum Sudan, wo bis vor 2 Jahren noch Buergerkrieg wherrschte! Doch auch jetzt koennen sie nicht zurueck, da alles zerstoert ist! Die Menschen dort haben kein Land, keine Arbeit und kaempfen von Tag zu Tag ums ueberleben! Nur existieren !!! Die UN ist dort ziemlich gross vertreten und bei jedem Camp ist ein Soldatenaufgebot – wahnsinn! Bei einigen Camps standen 4 Latrinen fuer 500 Menschen und bei anderen waren gar keine zu sehen! Da fragt man sich, wo diese Meschen auf Toilette gehen und weiss warum dort die Erkrankungen so gross sind!
Am Ende des Tages erreichten wir Nebbi und checkten in ein sowas von unfreundliches Hotel mit 100 Mosikotos in einem 7qm grossem Zimmer ein!
Die Nacht war schlaflos und morgens ging es nach Toast und Ei weiter! Rod sponsort seit 1,5 Jahren ein Kind durch Compassion Canada! Sponsorn heisst, er bezahlt 35USD im Monat fuer die Schule und einfachste Materialien, wie Stifte, Block oder auch Moskitonetz und Matratze! Bevor Judy gesponsort wurde schlief sie auf einer Matte und war dauert krank, da ohne Moskitonetz die Chance Malaria zu bekommen 50% hoeher ist! Auf jedenfall war Judy soooo stolz darauf, dass ihr Pate sie besucht und ihre Eltern haben ein fuer deren Verhaeltnisse ein gigantisches Mahl gezaubert. Judy und die Lehrerin haben noch ein Lied gesungen und getanzt! War auch fuer mich total interessant in so einer Lehmhuette zu sitzen, essen und zu schauen, wie die Leute dort leben!
Danach haben wir Bobs Patenkind besucht! Ivan hat sich auch riesig gefreut und noch mehr ueber den geschenkten Fussball, glaube ich!
Nach diesem Besuch ging es dann 40km ueber heftigste Strassen kaum passierbar Richtung Grenze zum Kongo immer am Lake Albert entlang! Nach ueber einer Stunde kamen wir an eine Bruecke, die leider gesprengt war! Da hat wohl einer ein Foto gemacht!!! Also mussten wir durch den Fluss fahren um weiterzukommen!
Das letzte Dorf vor der Grenze zum Kongo war dann unser Ziel und nach nicht einmal 2 Minuten waren die Musungus mit dem dicken Auto die Attraktion! Die Leute waren sehr nett und haben uns alle Wasserquellen gezeigt und von ihren Problemen in Bezug auf Wassererkrankungen berichtet! Der Lake Albert ist, wie fast alle Seen in Uganda, mit Bilharziose verseucht! Das ist ein Wurm der sich in die Haut frisst, wenn man laenger im Wasser ist und greift nach Eindringen die Leber an! (Vielleicht kann unsere Tropenmedizinerin noch genauer beschreiben was ablaeuft!) Und wir sahen viele Frauen, die ihre Waesche darin gewaschen haben und ueber Stunden im Wasser stehen. Nebenan schwimmen Kinder und die Tiere trinken davon! Alle Kinder waren ganz heiss auf `Fotos`! Naja, mal schauen, ob das Projekt dort umgesetzt und den Menschen dort ein Stueck geholfen werden kann!
Nach dieser Besichtigung ging es zurueck ueber dieselbe Strasse und dann Richtung Murchinson Falls National Park!
Am Eingang und sahen schon die ersten Elefanten! Der Park ist ungefaehr so gross wir der Landkreis Celle und so brauchten wir noch 20 km bis wir das Hotel erreichten. Alle Tiere wollten uns begruessen und so sagten Giraffen, Ugandakops und co. Hallo! Papa waer gar nicht mit dem schiessen hinterher gekommen, soviele Tiere sahen wir!;)
Ca. 2 Stunden fuer diese 20 km und 300 Fotos spaeter erreichten wir das Hotel! WOW!!! Was fuer ein Komfort und welch schoener Ausblick auf den Victoria Nil! WOW WOWI!!!
Abends nahm ich meine 1. heisse Dusche seit ueber einen Monat und es gab ein Buffet mit ALLEM! Ich habe soviel gegessen bis ich Bauchschmerzen hatte! Das war so koestlich – sogar Nudelauflauf mit KAESE ueberbacken. Ich konnte es nicht fassen!
Am naechsten Tag sind wir um 7am gestartet zur Safari mit George! Man darf zwar mit dem eigenen Auto fahren, wenn es denn ein Gelaendewagen ist, aber ein Ranger mit Gewehr muss immer dabei sein! Soviele Tiere gesehen und noch mehr Fotos gemacht und teilweise wirklich nah dran gewesen! George hat die ganze Zeit Geschichten erzaehlt was ihm schon alles mit den Tieren passiert ist! Unter anderem das ein Elefant vor 2 Jahren aus einem Inder, der den Elefanten sehr provoziert hat, Chapati (indisches Fladenbrot) gemacht hat! Und keine 2 Minuten spaeter kommt ein Elefant aus dem Gebuesch gerannt , Jacques legt ne Vollbremsung hin, George troetet den Elefanten an und der troetet zurueck!!!! Ich hab mich hinterher so schrott gelacht, da alle so eine Angst hatte, dass der Elefant Chapati aus uns macht! George meinte, dass das nur ein freundliches HALLO gewesen ist und man sich doch gruesst, wenn man sich kennt! Man man man!
Nach der aufregenden Safari mit dem Auto sind wir mit dem Boot den Victoria Nil rauf bis zu den Murchinson Wasserfaellen! Herrlich! Rechts und links Nilpferde, Krokodile im Wasser und am Land Elefantenherden! Nach 3 Stunden waren wir wieder zurueck und nach der 2. heissen Dusche wurde wieder koestlich geschlemmt!
Dort haette ich noch 2 bis 3 Monate verbringen koennen! Leider ging es dann am naechsten Morgen wieder Richtung Kampala! Nach 7 Stunden ueber Stock und Stein zurueck wurde ich herzlich von Marylin und Patti begruesst und habe den Abend mit Vino und Fotos zeigen ausklingen lassen!
Tja, das war mein aufregendes Wochenende! Jetzt wieder in Kampala muss ich wieder an der Studie weiterarbeiten, die Fahrt nach Kisoro wurde auf naechste Woche verschoben und die Woche verfliegt! Gestern haben wir noch ein Projekt in the middle of nowhere besichtigt! Das war auch sehr interessant, denn dieses wirklich gute Buschhospital versucht Wasser mit SODIS fuer alle Patienten aufzubereiten und somit Nebendiagnosen wie Durchfall zu verringern bzw. Zu beseitigen! Auch in diesem Gebiet soll eine Baseline Studie gemacht werden, um zu sehen, wie viele Menschen von welchen Erkarnkungen befallen sind und ob diese durch Wasser verursacht wurden! Das Hospital moechte naemlich gerne das SODIS in der kompletten Gegend durchgefuehrt wird, so dass weniger Patienten mit durch Wasser verursachte Erkrankungen zu ihnen kommen! Auch hier wird fleissig Praevention betrieben!!!
So das war`s mal wieder und wenn ihr bis hier hin gekommen seid, habt ihr ja den abendlichen Roman schon fuer heute geschafft!
Macht es gut und bis bald, denn ich komme schon am 20. August wieder!
 
Gruss und Kuss vom Mareikschen