Moin moin und Widiwe...

Ich will mal ein paar Sachen erzählen, was diese Welt von unserer so unterscheidet:
 
  1. Nachdem ich einen Tag der prallen Sonne ohne Sonnencreme während der Interviews ausgesetzt war, hatte ich gut gerötete Haut, sprich: einen Sonnenbrand auf Armen, Füssen, Decolte`, Nase und sogar Ohren. Joseph fragte mich, ob mir heiß wäre oder warum ich so rot bin. Mir viel das Wort für „Sonnenbrand“ nicht ein und Annette wusste das Wort auch nicht, aber half mir dann indem sie erklärte, dass „weisse“ Menschen durch zuviel Sonneneinstrahlung ein Hautproblem kriegen und dass die Haut verbrennt! War Joseph und Habat vorher nicht bekannt und konnten es kaum glauben!
  2. Annette`s Moped brauchte einen Ölwechsel und wir fuhren in die Werkstatt, besser gesagt, zu dem Ort, wo der Mukkel-Mechaniker seine 3 Schraubenzieher hat. Ölwechsel? – Kein Problem! Deckel beim Moped aufgedreht und Altöl laufen lassen! Alles auf den Boden!!! Ich hab fast eine Krise bekommen, als ich das gesehen habe und wollte erklären, dass ein Tropfen Öl ziemlich viele Liter Wasser verseucht! Aber der gute Mechaniker wusste es besser und meinte, dass das kein Problem sei! Hat dann bei Habat gleich auch noch einen solchen Ölwechsel gemacht. Beim Auffüllen wird auch kein Trichter benutzt – wenn mal was daneben geht – Kein Problem!
  3. Wenn ich erzähle, dass ich mit meinem Freund  in Hamburg zusammen wohne, verbessert mich jeder mit „husband“, weil sie glauben, dass ich nicht weiß, was Ehemann auf Englisch heißt. Dann muss ich jedes Mal erklären, dass das Zusammenwohnen von Mann und Frau in Deutschland keine Frage von „verheiratet“ oder „unverheiratet“ ist. Wird akzeptiert, aber nicht verstanden und das Thema gewechselt!
  4. Joseph fragte mich letztens, ob wir auch das Problem mit Malaria in Deutschland hätten. Ich sagte „Nein“ und er fragte, wie wir das in den Griff bekommen haben? Ich sagte „Wir hatten nie ein Malaria-Problem in Deutschland“. Außerdem konnte er es gar nicht fassen, als ich erzählte, dass man in BRD das Wasser aus dem Hahn trinken könnte. Er fragte, ob es chlorid wäre – nein – was wir denn mit dem Wasser machen, damit es ohne Krankheitserreger ist...hmmm, strengere Umweltgesetze, bessere Abwassersysteme, Aufbereitungsanlagen! Er murmelte: Good german machines!
  5. Der typische Small-Talk: „Good morning! How are you?( Sehr typische Frage!)” – “Fine, thanks! And how are you?“ – “I`m ok. And how was the night?” – “Thanks, good! And your night?” …- Jeden Morgen! Sehr freundlich;)
  1. Das Frühstück ist hier auch etwas anders. Erst dachte ich ja „Mensch etwas mau, so ganz ohne Käse und Wurst (@Imke: Ich liebe Wurst)“. Nachdem ich einmal Käse bestellt hatte und ein paar Krümel Käse bekam, checkte ich, dass hier eher Ei in allen Varianten zum Frühstück bevorzugt wird. Hier besteht ein gutes Frühstück aus Passionfruit-Saft, Tee mit viel Milch und noch mehr Zucker, Ananas/Melone/..., Toast, Marmelade und Ei. Gekocht, Spiegelei, spanish Omlett oder Rührei, egal! (@Imke: Ich liebe Wurst und Ei)
Vorteil von Käseentzug, verzichten auf Milch und Buttermangel:                
Die Plautze geht flöten und die Hosen sitzen wieder richtig gut!
  1. Wir sind ja fast am Äquator und hier ist`s im Sommer, wie im Winter von 7am bis 7pm hell! Nix mit bis 9.30pm am Elbstrand in der Sonne schmurgeln! Punkt sieben ist es hier stockdunkel! Und eine Stunde Zeitunterschied muss man auch noch drauf rechnen! Das heißt: zu Eurer Zeit um 18h wird das Zimmer nicht mehr verlassen – bin also erreichbar!;)
  2. Naja, das mit dem beten hab ich ja schon erzählt! Immer gerne und immer wieder vor einer längeren Autofahrt, bevor man den Arbeitstag beginnt/ beendet, Frühstück/Mittag oder Dinner zusammen einnimmt! Der „LORD“ ist immer bei uns!
  3. Heute sind wir irgendwie auf die Niederlande gekommen und Jacques fragte mich, ob ich auch so gerne Blumen mögen würde!? - Ööhhh, ja? – Dann erklär mir doch mal, was du an Blumen so schön findest!? – Öhh, bringen Frische und Leben in die Wohnung und man freut sich darüber, egal, ob zum Geburtstag oder einfach so! - Und warum freut man sich darüber? – Ich habe vorher noch nie darüber nachgedacht, was an Blumen so schön ist. Ich fand sie einfach so immer schön! – Ich weiß nun nicht, ob Blumen nur bei Jacques` Familie nicht für Freude sorgen, oder allgemein bei ugandischen /afrikanischen Menschen. Aber mir fällt schon auf das in keinem Restaurant, Hotel, etc. frische Blumen auf dem Tisch stehen! Obwohl ich schon viele Blumenplantagen auf dem Weg nach Kisoro gesehen habe. Die werden wohl nur nach Europa exportiert!;)
  4. Außerdem habe ich hier meine Vorliebe für Avocado-Sandwich mit Salz, gute ugandische Tomaten mit richtig dollem Tomatengeschmack ohne Genmanipulation und kleine Bananen auf Erdnussbuttertoast entdeckt!
 
Eigentlich ist hier alles anders, aber auch super interessant! Man fuehlt sich wie auf einem anderen Planeten!
 
Ansonsten bestand die Woche nur aus Fragebögen in SPSS eingeben – war also nicht so spannend!
 
Macht et jut! Bis die Tage,
 
Kuss und Gruss von der Musungu