Wasserbericht!
 
Als erstes: Ich bin wieder gut und heile in Kampala angekommen (ist ja bei den Strassen keine Selbstverständlichkeit!) War wieder eine lange und aufregende Fahrt! Mein jetziges Hotel ist nicht vergleichbar mit dem Zwinger der ersten Woche! Ist ganz in der Nähe der Wasser Schule mit jungen Leuten, Internet, Massage für 4 € (werde ich mir wahrscheinlich mal nächste Woche zum Geburtstag gönnen) und Supermarktbesuch ohne verloren zu gehen! Außerdem sind die hier so was von freundlich und erklären einem haargenau den Weg und welches Taxi und wie viel man bezahlen muss. Und das Sahnehäubchen ist noch der Ausblick vom Balkon: Man kann über die ganze Stadt schauen und mal wieder begleitet mich ein Engel! Ich setze ein Foto rein! Herrlich!
Bevor ich Euch von meinem Erlebnis mit der kenianischen Rugby Damen Nationalmannschaft berichte, will ich vom letzten Interviewtag erzählen!
 
Am Donnerstag sind wir in ein Gebiet gefahren in der Nähe vom Mgahinga Gorilla National Park. Dort wurde das Projekt noch nicht umgestzt und diese Interviews dienen als Kontrolle unserer Studie. Mitten in Bananen-, Bohnen- und Papyrusplantagen haben wir vereinzelt Häuser entdecken können und unsere Befragungen durchführen können. Natürlich war die Musungu mit dem Zauberapparat mal wieder das Highlight! Eine Frage im Fragebogen bezieht sich auf dem Ort der Wasserbeschaffung und alle haben angegeben ihr Wasser von einer Wasserstelle in der Nähe zu beziehen, da die Brunnen und öffentlichen Wasserhähne oft trocken liegen! Also, haben wir uns den Ort zeigen lassen und ich konnte meinen Augen nicht trauen! Da kommen wir zu einem riesigen Schlammloch, wo Kühe und Ziegen laufen und dazwischen Kinder und Erwachsene, die mit Tassen aus kleinen Pfützen, entstanden durch die Hufabdrucke der Kühe, ihr Trinkwasser abschöpfen, um es in dreckige Kanister zu füllen! Ich konnte nicht glauben, dass ca. 10 000 Menschen ihr tägliches Wasser dort beziehen! Und es war so selbstverständlich für die Menschen dort...keine Ahnung von Krankheitserregern oder Sonstiges! Und jetzt erklär den Leuten dort mal, dass sie ihre Flaschen einfach nur einen Tag in die Sonne legen müssten, um Cholera, Diarrhöe und sonstigen Erkrankungen vorzubeugen! Großen Respekt an die Leute, die es schaffen diesen Menschen ein Gesundheitsbewusstsein zu vermitteln! Ich setze auch Fotos von den dortigen Verhältnissen rein! Unglaublich!
 
Nun zum Highlight des Wochenendes:
Freitag total fertig hier angekommen, checken mit mir ca. 25 laute Mädels aus Kenia ein. Die eine quatscht mich an, wir kommen ins Gespräch und sie fragt mich, ob ich Samstag schon was vor hätte! Öhhh, nöööö?! Dann sollte ich doch mit zum Rugby kommen, denn sie spielt in der kenianischen Nationalmannschaft und Samstag ist das Endspiel des East African Cup gegen Uganda! Ok?!
Samstag halb eins ging`s los! Mit einen Bus voller Mädels + Trainer, Manager und natürlich Physiotherapeut fuhren wir zum Lugogo Rugby Club. Ich dachte, jetzt kommt voll das Stadion, da war das eher der Fußballplatz in Eicklingen + Sportheim! Die Mädels gut drauf und grosse Fresse (ähnlich der Handballmädels in BRD ; ) machen sich warm und da dachte ich schon: man man man junge junge junge, hier geht`s ja rund! Um 2 fing das Spiel an und dann wurde richtig gepogt! Die haben echt nix anbrennen lassen. Blaues Auge, gebrochener Mittelfuß, dicke Knie und ein verlorenes Spiel waren das Resultat! Der Physiotherapeut kam mit behandeln und Eis holen nicht hinterher und da habe ich doch flott noch mal ausgeholfen! Dann haben die Männer gespielt und die sind wohl richtig große Nummern im Rugby in Afrika. Mit Rugby und Fußball kann man hier die Leute begeistern! Nachdem sich die Jungs dann auch noch gegenseitig alles zerdengelt haben, war das Spiel für Kenia`s Jungs auch verloren! Die Laune haben sie sich aber nicht verderben lassen! Nachdem ich meine Behandlungskünste bewiesen hatte (eigentlich habe ich gar nix gemacht; ), gehörte ich dazu und musste mit zum Dinner! Ich hatte ja schon meinen feinsten Zwirn an (Jeans und Leinenkleid drüber) und konnte nicht wirklich mit den Mädels mithalten was Abendgarderobe anging. Kam mir dann etwas komisch vor, doch als wir in die Einfahrt vom Equatoria Hotel (eines der besten Hotels in Kampala) fuhren und ich dann auch noch hörte, dass das ein Empfang war mit allen Rugby Nationalmannschaften des East African Cups, wurde mir schlecht und ich wäre am liebsten im Bus sitzen geblieben! Letztendlich war es schon so, dass man zwar mal wieder als einzige weiße Frau auffiel, aber alle waren nett und freundlich und ich wurde jedem Nationalspieler persönlich vorgestellt mit Hand schütteln und Vertragsangebot als Physiotherapeutin! Also, werde ich jetzt mein Praktikum hier abbrechen und nach Nairobi/ Kenia gehen, um dort meine Physiokarriere auszubauen!
 
– Natürlich nur ein Scherz!!!! Jedenfalls habe ich jetzt haufenweise Kontakte in Nairobi und @Martin, Katrinsche, Roland und Thomas: wir können endlich in den Watumba Beach Club Resort fahren und Frau Dr. Wenger, Biggi und Edwin besuchen!!! Vielleicht ist Hildegard ja auch da!
 
Mülllabern und schrottlachen mit allem Chichi fehlt mir hier auch ein bisschen, denn auf Denglisch geht das ja noch nicht so gut bzw. die Gags kommen nicht so gut rüber und hier ist keiner mit dem man das so gut kann!
Nächste Woche heisst es wieder: Hallo Studie! Dateneingabe und Auswertung!!! Ich bin gespannt wie`s wird!
Sooooo.....schön, dass ihr wieder dabei ward und ich sage dann mal bis zum nächsten mal!
 
Bye bye, Doha (Loko), Tschüss und auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen,
 
dat Mareiksche