Die Wolken ziehen über unseren Köpfen zusammen, lautlos und bedrohlich, wie die Vögel im Hitchcock. Ahnungslos stehen wir vor der Bühne und unterhalten uns; ich ziehe die Powershot aus meiner Tasche und schieße ein paar Fotos. Wir warten auf die nächsten Band, The Notwist. Dann fallen die ersten Tropfen.

"Schon wieder Regen. Klasse." Mit stoischer Ruhe setzen wir unsere Kappen auf oder ziehen die Kapuzen unserer Outdoorjacken über. Gestern abend kam um fast die gleiche Zeit ein Schauer runter. Wir standen unter dem Dach des Pommes-Wagens, haben Fritten gegessen und zugesehen, wie sich die Lichter in den Pfützen spiegelten.

Der Regen wird stärker und fegt direkt auf die Bühne. Die Techniker beginnen die Instrumente mit schwarzer Folie abzudecken. Ein paar Leute suchen sich einen Unterstand. Weicheier, denken wir. Ich drehe mich um. Mein Blick wird von einer schwefelgelben Masse angesogen, die direkt über uns hängt. Im nächsten Moment leuchten Blitze auf und ein Regenschwall setzt ein, der die Besucher vom Platz fegt. Wir laufen auf einen Stand zu und drücken uns unter die Plane, aber in Sekunden sind wir völlig durchnässt.

Wir waren ein paar Stunden später wieder trocken, aber die Powershot hat es nicht überlebt. Wasser hat sich in die Tasche gedrückt und wahrscheinlich die Elektronik zerstört. Glücklicherweise haben die Bilder auf der Karte nichts abbekommen.

Ich vermisse diese blöde Kamera. Und ich brauche so schnell wie möglich einen Ersatz. Ausgeguckt ist (schon seit längerem) die A 720. Ich warte nur noch auf ein gutes Angebot, ...

In memoriam.