Sonntag nachts auf die Autobahn A1, Richtung Norden und dann immer geradeaus. Was nach „freier Fahrt für freie Bürger“ klingen mag, ist in der Realität mit ziemlich vielen Baustellen gepflastert. Vorbei an Bremen, in den neblig verhangenen Sonnenaufgang hinein, bei Hamburg durch den Elbtunnel, weiter an Husum vorbei und schließlich – wie immer viel zu früh – in Schlüttsiel angekommen, dem beschaulichen Fährhafen als Tor zu den Halligen.

Dort liegt schon die MS Rungholt, eigentlich ein Ausflugsschiff, das aber auch meistens die Feriengäste von und nach Hallig Gröde transportiert. Zur Mittagszeit starten wir bei bestem Nordsee-Herbstwetter mit viel Sonne in Richtung Hallig Oland, vor der Weiterfahrt nach Gröde steht noch ein Aufenthalt dort auf dem Programm.

Oland, das Dorf auf einer Warft, hat einen ganz anderen Charakter als Gröde, viel heraus geputzter, „touristischer“ halt. Diesmal schlüpfen wir in die Rolle der Tagestouristen auf den Halligen, kennen wir die anderen außer Hallig Gröde doch nur aus der Ferne als Silhouette im Wattenmeer. Mehr als einen Blick wert ist die Lorenbahnstrecke quer durch Oland, die auf filigran wirkenden Holzstelzen entlang eines Damms vom Festland kommend weiter in Richtung Langeneß führt.

Schließlich geht es mit der Rungholt weiter nach Gröde, mit Sack und Pack per Trecker dann zur Knudswarft und so sind wir wieder auf „unserem Inselchen“ bei Reiner, Claudia und den anderen Bewohnern der Hallig, mitten auf dem Meer.