Gerade eben habe ich diesen Blogeintrag bei Byggvir of Barley entdeckt, der überschrieben ist mit "Warum fotografieren Sie eigentlich?"
Die naheliegende Antwort "Weil es Spass macht" führt laut Byggvir zur Frage: "Warum macht es Spass?", womit er recht hat. Somit ist "Weil es Spass macht" letzten Endes keine richtige Antwort auf die Frage.
Ich fotografiere, um schöne Dinge sowie schöne und einmalige Momente festzuhalten und sie der Welt zu zeigen. Am besten erläutere ich das an ein paar Beispielen.
Dieses Foto aus meinem 2007er Island-Urlaub, das den weltberühmten Svartifoss zeigt, ist ein Beispiel für die schönen Dinge. Gleichzeitig war es für mich persönlich ein einmaliger Moment, da ich so schnell nicht mehr nach Island kommen werde.
Die Mathildenhöhe ist ein Ort, den ich als Darmstädter sehr leicht erreichen kann. Hier ging es mir darum, die Schönheit des Ortes festzuhalten, damit auch andere Menschen davon erfahren. Gleichzeitig war es auch ein einmaliger Moment: ein paar Tage vor der Aufnahme war das Albin-Müller-Becken (im Vordergrund) frisch gereinigt und mit Wasser gefüllt worden.
Manchmal dient ein Foto auch zu Recherchezwecken. So schreibe ich derzeit an einem Roman, in dem u.a. ein königlicher Salonwagen vorkommt. Da war es sehr praktisch, dass ich im Dänischen Eisenbahnmuseum in Odense mehrere solche Salonwägen ausgestellt waren. Daher habe ich diese fleißig fotografiert, so dass ich bei der Beschreibung des Salonwagens auf diese Fotos als Inspirationsquelle zurückgreifen kann.
Manchmal steht auch die Skurrilität im Vordergrund, wie etwa bei diesem Foto, das den Kampf von Ostara und Munin (beides Wellensittichweibchen) um einen Apfelschnitz zeigt. Natürlich geht es hier auch darum. dass die beiden echt niedlich sind.
Manche Bilder werden erst aus dem Kontext heraus skurril. Ein Beispiel dafür ist dieser Bierkrug, der an sich nichts besonderes wäre. Zur Skurrilität wird er durch die Tatsache, dass er im Heimatmuseum der isländischen Gemeinde Skogar ausgestellt wurde. Ich hatte in dem Museum mit allem Möglichen gerechnet, aber nicht mit einem Bierkrug zur Einweihung des Bundeskanzleramts. Und erst dadurch ist mir dieser Bierkrug ein Foto wert.
Damit dürfte ich meine Hauptmotive erläutert haben.