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Die Dame mit dem dreifarbigen Jack-Russell-Terrier im Schlepptau hatte gerade eine Halskette gekauft und ließ ihre Augen noch ein wenig über den Flohmarktstand schweifen. “Haben Sie vielleicht ein ganz kleines, weiches Plüschtierchen? Für mein Baby. Der geht ganz zärtlich mit denen um, aber es darf kein Anhänger dran sein.” Ein Bärchen und ein Pinguin mit Schlüsselring schieden damit schon mal aus.
“Moment mal.” Ich kramte in meiner Tasche, in der ich noch einige Bären versteckt hatte. Der da? Nein, der war ja nicht mehr ganz sauber, das war wohl nicht das Richtige für ein kleines Kind. Aber der da, der kleine knuffige helle mit der Nikolausmütze? Ich hatte ihn kaum in der Hand, da rief die Kundin schon entzückt: “Das ist er, die Zipfelmütze ist ja prima, das wird ihm gefallen. Was soll er kosten?”
“50 Cent”, meinte ich. Es war ja ein kleiner Bär. Sie streckte mir die 50 Cent hin, nahm den Bären entgegen und sagte: “Jetzt schaun wir mal, wie er ihm gefällt.” Noch bevor ich ganz begriffen hatte, was sie meinte, sah ich schon, wie das Bärchen auf den Asphalt plumpste, wo sich Jack-Russell-Terrier “Baby” schwänzelnd darauf stürzte und es ins Maul nahm, während sich sein Frauchen noch köstlich über die rote Zipfelmütze amüsierte, und dass die so schön zu fassen sei.
Perplex sah ich Frauchen und “Baby” nach, wie sie Richtung Bahnhof gingen. “Baby” verlor Bärchen, dessen helles Fell nun schon einige Straßendreckflecken hatte, immer mal wieder, nahm ihn aber sofort wieder auf. Ich zweifelte, dass Bärchen die Behandlung genoss und fragte mich, wie sanft “sanft” für einen Terrier ist.
10 Minuten später, ich saß immer noch wie vom Donner gerührt da, kam die Kundin in der anderen Richtung wieder vorbei, winkte mir fröhlich zu und rief “es steht immer noch hoch im Kurs!” Tatsächlich, da war “Baby”, mit Bärchen im Maul, und er ließ ihn nicht mal mehr fallen.
Merke: Gutes neues Zuhause für Teddybären finden ist manchmal schwieriger als gedacht.
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