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by lichtundschattenpro

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Ein Konzertbesuch

Saturday August 16, 2008 at 10:20AM

Hubert von Goisern mit seiner "Linz Europa Tour 2007-2009" mit den Gästen BAP (naja...) und Gerd Köster (sehr gut) war angekündigt.
Warum nicht diesen schönen Sommerabend entspannt an der Südbrücke verbringen. Wir kamen früh an, weil wir noch keine Karten hatten.
An der Abendkasse fragten wir, ob wir unsere Kameras mitnehmen können. Der Kassierer meinte, warum nicht, aber man solle lieber die Securityleute (G.I.P.S.) fragen.
Diese warteten am Eingang darauf, mit dem Einlass zu beginnen. Auf meine Frage bezüglich der Kameras stimmten sich drei Leute ab und meinten, Digitalkameras könnten mitgenommen werden.
Wir kauften darauf hin unsere Karten und stellten uns in die Schlange.
Die heutzutage üblichen Leitgitter, die mich an schlimme Bilder von Rinderschlachthöfen erinnern, führten mich zu einer Dame mit G.I.P.S.-Shirt, die mich durchwinkte. Ein anderer G.I.P.S.-Mensch forderte mich auf, meinen Rucksack zu öffnen, während ich beobachtete, wie Besuchern reihenweise Flaschen abgenommen wurden und in überdimensionale Mülltonnen entsorgt wurden. Ebenfalls wurden den Besuchern die mitgebrachten harmlosen Sitzgelegenheiten (Dreibeinhocker) abgenommen.

Der "schwarze Sheriff" bedeutete mir, dass ich mit meiner Kamera nicht hinein könne (er war einer von den dreien, die mir vorher die Unbedenklichkeit bestätigt hatten). Meinen Einwand, er habe mir doch 20 Min. vorher etwas anderes gesagt, konterte er mit der Aussage, es habe sich eben etwas geändert.

Gips
Gips

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Diese beiden spielten keine Rolle in den Auseinandersetzungen. Es schien mir sinnvoll, die Leute an der Eingangssperre nicht zu fotografieren)


Er führte mich zu einem anderen anabolikagestählten und offensichtlich höherrangigen Kollegen, der  nach einigem Hin und Her bereit war, uns "dieses Mal" durchzulassen. Im gleichen Moment widmete sich mir ein weiterer G.I.P.S.-Vertreter, der auf mich etwas furchteinflößend wirkte und in dessen Ernährungsplan anabole Steroide offensichtlich eine wesentliche Rolle spielen.
Er wollte noch einmal meinen Rucksack inspizieren und entschied, ich solle die Kamera irgendwo abgeben, sonst käme ich nicht hinein.
Nach weiteren, sehr unerfreulichen Diskussionen entschieden wir, auf den Konzertbesuch zu verzichten und unser Geld erstatten zu lassen. An der Kasse, wo inzwischen reihenweise Kameras abgegeben wurden, stellten wir fest, dass keinerlei Vorkehrungen getroffen waren, Kameras aufzubewahren. Ein Mitarbeiter kam auf die Idee, Garderobenzettelchen auf die Kameras zu kleben, damit man sie später wiederfinden könne (!).
In der Überzeugung, eine richtige Entscheidung getroffen zu haben, nahmen wir unsere jeweils 40 € (!) in Empfang und spazierten in Richtung Rheinauhafen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf einer Bank in der Abendsonne kamen wir mit einem sympathischen älteren Herrn ins Gespräch, der uns sein ganzes Leben ausbreitete. Er entpuppte sich als echtes kölsches Urgestein:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Selbständiger Fliesenlegermeister, Karnevalsfunktionär, Reiter, 16maliger berittener Teilnehmer am Rosenmontagszug, schließlich vor 6 Jahren von Intriganten aus seiner Karnevalsgesellschaft
geworfen und inzwischen in Rente. Nach einer Knieoperation nicht mehr in der Lage zu reiten und auf das Fahrrad angewiesen.
 

Auf dem Heimweg zum Auto kamen wir noch einmal an der hermetisch abgesperrten Bühne vorbei, wo das Konzert inzwischen schon 45 Minuten lief.

 

Wir entdeckten eine Stelle, an der schmale Lücken einen Blick auf die Bühne erlaubten und der Sound perfekt war.

 

 

Auch hier standen die Leute, die diese Lücken ausnutzen und vor allem die, die sich auf eine Mauer stellen oder setzen wollten unter strenger Aufsicht von G.I.P.S.-Personal. Das Benutzen der Mauer (eindeutig außerhalb des Konzertgeländes und als Abgrenzung der Rheinuferbahn in öffentlichem Besitz) wurde kategorisch unterbunden. Mit welchem Recht eigentlich?

Im weiteren Verlauf des Konzerts gelang es uns, einige Kabelbinder, mit denen die Sichtblenden befestigt waren, zu sprengen und uns eine hervorragende Sicht zu verschaffen. Dieser Logenplatz bewog uns, von dieser Stelle aus das weitere Konzert gratis zu verfolgen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inzwischen hatte es bei der G.I.P.S.-Überwachung wieder einen Meinungswechsel gegeben und es wurden die Leute geradezu aufgefordert, die bereits erwähnte Mauer als Sitzplatz zu benutzen.

Den Auftritt von Wolfgang Niedecken und seinen Duettgesang auf Kölsch und Österreischich zusammen mit von Goisern fand ich ganz nett.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seine Unplugged-Soloeinlage auch noch so gerade. Aber BAP fand ich nur langweilig. Ein starker Kontrast zum quirligen und originellen Alpenrock mit osteuropäischen Einflüssen Hubert von Goiserns.

 Schade, dass wir Gerd Köster verpasst haben. Vermutlich trat er auf, als wir die Begegnung mit dem "echte kölsche Jung" am Rheinauhafen hatten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Epilog:

Konzertbesuche, insbesondere unter dem Titel Open Air scheinen ihre eigenen Gesetze zu haben. Nach meinem Eindruck wird an solchen Orten die Zivilisation zeitweise suspendiert. Restriktionen und Verbote  an allen Ecken. Unerwünschte und unerfreuliche Konfrontationen mit dümmlichen und bornierten oder auch nur hilflosen Securityleuten. Vielleicht ist das für jüngere Leute, die es gewohnt sind, von Türstehern an Discoeingängen taxiert und selektiert zu werden, erträglicher als für mich.

Ich überlege, wieso es diese Begleiterscheinungen gibt, die es früher nicht gab. Mir sind keine gravierenden Vorfälle bei Konzerten bekannt, die eine solche Verschärfung notwendig gemacht hätten.

Ob sich die Künstler im Klaren sind, unter welchen Bedingungen ihre Konzerte stattfinden? Oder bin ich einfach nur altmodisch, wenn ich diese Erscheinungen genau so beklage wie die Übergriffigkeit von Herrn Schäuble, die ja letztenendes in die gleiche Richtung geht?

 

 

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27 Comments / add your comment?

Merit says:
ein vollkommerner abend würde ich mal behaupten :)
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
lichtundschattenpro replies:
Du bist aber schnell....der ist noch nicht zu Ende....;-)
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
lichtundschatten edited this comment 15 months ago.
stip says:
"anabolikagestählt und offensichtlich höherrangig" gefällt mir - der rest auch. die von dir geschilderten unsitten auch nicht - neben den preisen, die ich für teilweise aberwitzig surreal halte, ein grund, sich open-airs nicht anzutun. für das geld gibt's meistens eine (live-)cd, ein akzeptables essen mit wein und keinerlei ärger.
aber auch nicht solche netten artikel ;-)

--
Seen in lichtundschatten home page (?)
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
lichtundschattenpro replies:
Ich danke dir.
Von Goisern begründete den Eintrittspreis damit, dass sie in Osteuropa und Holland (?) kostenlos aufgetreten seien und die regulären Zahler das jetzt subventionieren würden.
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
nib!pro says:
Ja es ist schon unverständlich, wie auf solchen Events mit einem umgegangen wird. Als ich mit Heli und Kommaasser heuer ein Konzert auf dem Afrika Festival besucht hatte, machten wir ähnliche Erfahrungen. Ich hatte meine kleine Kamera mitgenommen, wie viele andere auch und die Ordner machten richtig Jagd auf jedes Kameradisplay und jeden Blitz. Schätze keiner von uns Hobbyfotografen hatte die Absicht groß Geld mit diesen Bildern zu verdienen, oder was sonst steckt hinter der Angst vor Bildern auf solchen Konzerten?

... aber trotz allem hattet ihr doch einen ganz schöner Abend, nicht wahr. ,)
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
nib! edited this comment 15 months ago.
lichtundschattenpro replies:
Danke.
Ja, dank des hervorragenden Platzes war es noch sehr schön.

Die Argumentation der Securityleute gipfelte darin, dass sie meinten, Herr von Goisern würde sofort sein Spiel einstellen, wenn er meine Kamera sähe. Und blitzen sei sowieso absolut verboten. Tatsache ist, dass meine 5D überhaupt keinen Blitz hat und während des Konzertes natürlich ununterbrochen von Hunderten von Leuten mit Kompaktkameras geblitzt wurde.

Ich frage mich auch, welchen Nachteil die Musiker jetzt von meinen Fotos haben.
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
helimars says:
Diese Geschichte hinterlässt einen mehr als schalen Beigeschmack, auch wenn ihr aus der Situation noch das Beste gemacht habt.

Mein völliges Unverständnis für solche Abläufe, dieselben Fragen, die Du Dir auch gestellt hast. Und immer wieder die Frage, warum muss man sich das als längst erwachsener Mensch gefallen lassen. Noch ärgerlicher wird die Sache, wenn man bedenkt, dass man mit den saftigen Eintrittspreisen diese Schikanen mitbezahlt hat.
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
n0llpro says:
Ist insgesamt ein Trend, Fotografie ist zusehens unerwünscht, und die schwarzen Sheriffs sind da besonders photophob. Guter Artikel dazu, in etwas anderem Kontext:
www.schneier.com/blog/archives/2008/06/the_war_on_phot.html
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
n0ll edited this comment 15 months ago.
nib!pro replies:
Sehr, sehr interessanter Artikel.
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
Tupelo Honeypro says:
Was mich am meisten geärgert hat, war die Willkür der GIPS-Leute gepaart mit vollkommenem Unvermögen die durch sie selbst hervorgerufene und von uns geschilderte Situation überhaupt nachträglich noch zu begreifen.
Aber naja... der Hubert war dann doch noch gut zu sehen und zu hören.
Warum nur gerade die Holländer die Konzerte gratis bekommen haben und man das in Deutschland dann mitbezahlt ist mir noch nicht so ganz klar geworden.... Oranje voor niets boven...
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
n0llpro replies:
Die privaten Sicherheitsfirmen sind IMHO ein riesiges Problem: sie bekommen Aufgaben der öffentlichen Sicherheit übertragen, die eigentlich Monopol der Executive sind. Nur leider sind diese Sicherheitsfirmen niemand anders als ihrem Auftragsgeber Rechenschaft schuldig, das Personal ist extrem schlecht bezahlt (nicht umsonst spielt dieser Bereich im Kontext Entsendegesetzt / Mindestlohn eine Rolle) und hat in der Regel einen "interessanten" Background.
Im Kontext meiner Ausflüge zum Abriss des Barmer Viertel hab ich ja viel mit den dort abgestellten Sicherheitsleuten gesprochen, was die so erzählen ... :-(
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
lichtundschattenpro says:
Ein interessanter Aspekt ist auch noch, dass dieser Job für sehr viele junge Leute, insbesondere die mit Migrationshintergrund, ein "Traumberuf" ist. Ausdrücklich eingeschlossen in dieses Berufsbild ist der Job des Türstehers.
Und das ist möglicherweise auch der Schlüssel für die Attraktion dieser Sparte. Sie erleben Ausübung von Macht bei Polizisten, Securityleuten und Türstehern. Da die Polizei als Berufsziel unerreichbar scheint und eh auf der "falschen" Seite steht, ist die Perspektive als Türsteher oder Security eine Möglichkeit, Macht auszuüben und dabei das eigentlich der Exekutive vorbehaltene Recht zur Gewaltausübung zu erhalten.
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
mesipluspro replies:
Der Türsteher eines gut besuchten Clubs hat die Kontrolle darüber wer drinnen Drogen verticken darf. Auch ein sehr interessanter finanzieller Aspekt.
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
lunaryunapro says:
Du hast mir mit Deinem Bericht so aus der Seele gesprochen! Bei dem hiesigen Van Morrison Open Air "Picnic" Konzert in London wurde ich beinahe abgefuehrt, nur weil ich meine Kamera auf Van richtete, zuvor waren aber keine Taschenkontrollen durchgefuehrt worden, was wohl auch angesichts der Unmassen Speisen fuer das Picnic unmoeglich gewesen waere. Aber ich finde es absolut unhaltbar, wie man 40 Pfund bezahlen muss, auf dem Grass zwischen Tausenden Speisenden sitzen muss und dann noch nicht einmal ein Erinnerungsfoto schiessen darf. Die Ordner hier waren ebensolche Anabolika-Atzen wie Du sie beschreibst und der eine schrie mich derart an, dass ich dachte, er wuerde noch handgreiflich werden. Muskelgestaehlte, hirnreduzierte Hilfsschergen, die einem jeden Genuss bei einem solchen Konzert verderben koennen. Ich werde zu so etwas auch nicht mehr hingehen und mein gutes Geld hinauswerfen.
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
Manuel Wesser says:
Leider so wahr... Schade um die schönen Konzerte.
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
monster says:
ich glaube einzig ein Boykot solcher Veranstaltungen führt (vielleicht/hoffendlich) zu einem Umdenken der Veranstalter & Künstler
und diese Wichtigtuerei diverser "Sicherheitsdienste" kotzt (sorry) mich auf´s äußerste an.
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
aze.pro says:
interessant. erst kuerzlich hatte ich mit einem anderen ipernity-nutzer eine diskussion zum thema fotografieren auf konzerten. er meinte, er sei es gewohnt, auf konzerten NICHT fotografieren zu duerfen und haette deshalb gar nicht erst seine kamera mitgenommen. das kenne ich nun gar nicht. was aber sicherlich daran liegt, dass ich "große" konzerte so gut wie nie besuche - und bei den kleineren veranstaltungen freuen sich die bands noch, wenn sie fotografiert werden. zumindest ist das das, was ich als feedback bekam.
fragt sich halt wirklich, ob die bands von dem was sich vor der buehne so abspielt, ueberhaupt was mitbekommen bzw. sie es interessiert.
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
lichtundschattenpro says:
Ich habe den Link zu diesem Blog mit einem Anschreiben an Hubert von Goisern geschickt.
Ich zeige euch den daraus resultierenden Mailwechsel:

Hallo Herr Schneider,

hier meldet sich der verantwortliche Mitarbeiter.
Ordner: das ist tatsächlich oft ein Problem in den 30 Jahren in denen ich Veranstaltungen und Tourneen mache. Die beste Lösung hatten wir Anfang der 80iger für alle Beteiligten: da haben wir fesche Frauen motivieren können, diese Aufgabe wahrzunehmen. Aber wer will das eigentlich wirklich länger fristig machen, da fühlt sich ob alt, ob jung, ob mit Anabolika oder ohne eine bestimmte Typologie angesprochen diesen Job gerne zu machen und das sind nicht die Typen, die Sie und ich sich vorstellen. Und es ist ja auch so, dass z.B. nach dem Konzert ein paar Volltrunkene unbedingt auf das Schiff wollten und das ist dann tatsächlich kein Vergnügen, die davon abzuhalten. Schwer zu lösen…
Fotografieren ist bei uns immer erlaubt, allerdings ohne Blitz (weils den Protagonisten und die TV-Dokumentation stört), aber daran hält sich dann offensichtlich auch niemand.
Eintrittspreise: Wenn sie wüssten, was bei so einem Konzert land/schiffseitig ausgegeben werden muss und welche vielfältigen und unversicherbaren Risiken anstehen, hätten Sie dazu eine andere Betrachtung. Tatsächlich wird die www.linzeuropatour.com in den beiden Jahren ein Minus einspielen (nicht das Konzert in Köln), das HvG und wir zu tragen haben werden.
Holland + Belgien: Wir sind froh, dass wir dort für die Freekonzerte einigermassen Publikum interessieren konnten. Das Konzept dieser Tour ist nun mal, nicht nur dort aufzukreuzen, wo ein Marktwert vorhanden ist sondern Europa mit einem Kulturprojekt zu verbinden.

Beste Grüße
Hage Hein

Blanko Musik GmbH
Volldampf Veranstaltungs GmbH
Adlzreiterstraße 33
80337 München
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
lichtundschattenpro says:
Meine Antwort:

Guten Tag Herr Hein,

vielen Dank für die Antwort.
Sie ist allerdings insofern für mich unbefriedigend, als sie an dem eigentlichen Problem vorbeigeht. Uns wurde auf Anfrage vor dem Kartenkauf von mehreren am Einlass wartenden Securityleuten zugesagt, wir könnten die Kameras benutzen und das wurde später beim Einlass mit ausdrücklicher Berufung auf den Veranstalter zurückgenommen.
Ich habe beobachtet, dass einer großen Zahl von Besuchern mit Kamera der Eintritt verwehrt wurde und keinerlei Vorkehrung getroffen war, diese ordentlich zu deponieren.
Dieses Problem ist nach meiner Auffassung nicht „schwer zu lösen“, sondern durch eindeutige Information der Securityfirma zu vermeiden.
Dabei ist noch zu bemerken, dass ja Hunderte, wenn nicht Tausende ihre Kompaktkameras benutzen durften und das dies gerade die Leute sind, die nicht einmal wissen, wie sie den Blitz ausschalten können. Ich käme bei einem solchen Konzert -wie vermutlich die meisten Besucher mit etwas anspruchsvolleren Kameras – nicht auf die Idee, einen Blitz zu benutzen.
Die rigide Haltung der Security gegenüber den etwas anspruchsvolleren Fotografen ist deshalb völlig unsinnig, wenn es Ihnen darum geht, das Blitzen zu verhindern.
Ein Blitzverbot finde ich völlig akzeptabel und verständlich.
Die 40 € Eintrittspreis fand ich angemessen. Allerdings nicht, wenn man dann der Willkür irgendwelcher Securityleute ausgesetzt ist.
Das Konzept der Tournee gefällt mir sehr, insbesondere wegen des Integrationsaspektes. Um so trauriger, wenn wohlwollende und wertschätzende Besucher durch nicht oder falsch informierte oder willkürlich handelnde Securityleute vergrault und verärgert werden.
Ich habe Ihnen zwar keine Ratschläge zu erteilen, aber ich denke, dass die geschilderten Erlebnisse im krassen Gegensatz zum gewünschten Image eines HvG-Konzertes stehen. Insofern würde es sich sicher lohnen, über einen anderen Umgang mit Konzertbesuchern nachzudenken und die Imagepflege nicht einer Securityfirma und ihren zweifelhaften Angestellten zu überlassen.
Wie gesagt: Im vorliegenden Fall hätte es keine Probleme gegeben, wenn die Security informiert gewesen wäre, dass „Fotografieren bei Ihnen immer erlaubt“ ist.
Freundliche Grüße

Hartmut Schneider
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
lichtundschattenpro says:
Antwort von Herrn Hein:

Hallo Herr Schneider,

nochmal kurz zur Struktur einer Tournee: der Tourneeveranstalter (wir) beauftragt einen örtlichen Veranstalter mit der Abwicklung des Konzerts (also die komplette landseitige Aufgabenstellung inkl. Bewerbung. D.h. wir haben keinen Kontakt zur Security-Firma. Der Kölner Veranstalter war der einzige „Erst“-Veranstalter eines HvG-Konzertes im Rahmen dieser Tournee. Ich kann nur mehr perspektivisch darauf reagieren, also mir im Zweifelsfall künftig einen Anderen suchen…

Beste Grüße
Hage Hein
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
lichtundschattenpro says:
Mein Resumee:
Ich finde gut, dass es Antworten und den Versuch von Erklärungen gibt.
Andererseits habe ich das Gefühl, mit einer anonymen Behörde zu kommunizieren .
Niemand ist greifbar, der tatsächliche Verantwortung trägt und in dieser Grauzone treiben diese Securityleute ihr Spiel.
Als seit über 40 Jahren begeisterter Rockkonzertbesucher fühle ich mich bestätigt in meiner Entscheidung, Großevents zu meiden. Ich habe mich immer geweigert, Stadionkonzerte zu besuchen und werde in Zukunft noch zurückhaltender sein, wenn zu befürchten ist, dass engere Kontakte zu den Sicherheitskräften zu erwarten sind.
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
hermannfjpro says:
Hubert von Goisern ist stark - ärgerlich ist diese nicht rational nachvollziehbare Willkuer der Ordner. Das Gezerre um Spiegelreflex -Digitalkameras habe ich neulich auch live erlebt ... www.ipernity.com/blog/hermannfj/73378
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
erix says:
lassen wir unsere Kameras zu Hause.
Bei Konzerten sind Audio-Recorder eh besser...
Posted 14 months ago. ( permalink / translate )
fandorin replies:
ich bin da auch im dilemma. so gern ich fotografiere, so gern ich richtig gute konzertbilder sehe, so sehr bin ich auf konzerten mittlerweile von den gereckten armen mit der kleinkamera genervt, irgendwelche massen, die das konzert alle aufnehmen müssen, um am nächsten tag bröselige videos auf youtube einzustellen. erix hat recht - recorder einpacken, kamera dalassen. das ist mittlerweile ja schon fast subversiv. ausnahmen bestätigen die regel. -))
die security-GIPS-köppe sind allerdings so ein thema für sich...ein kleiner staat im staate. ich bin mal irgendwann mit der beschützertruppe von ludmilla putin ins gehege gekommen. die fackeln nicht lange.
Posted 13 months ago. ( permalink / translate )
SPH says:
Traurig, traurig. Danke für den Bericht.
Posted 14 months ago. ( permalink / translate )
Curlgirl says:
Schöner Artikel!
Da hatten wir letztes Wochenende zum Feuerwerksspektakel in Ferropolis ja richtig Glück - Security gab es da auch, auch die Rucksackfahnder (die mich aber nur symbolisch durchsuchten). Nach der Ansage, dass im Rucksack "nur" ein großes Stativ, eine Decke und ein Sitzkissen seien, ließen sie mich ziehen (mit kleiner Wasserflasche).
Die Kamera war gar kein Problem...
Posted 14 months ago. ( permalink / translate )
Hizirpro says:
Anagram: P.I.G.S.
Posted 7 months ago. ( permalink )

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