For my english speaking friends: This is a gloss about my Corsica experiences over the years, it's not complimentary and very excessively.
Sorry - it was too hard for me to translate. All the other stuff about our vacation you will find only inside my network soon.

Wenn du dem gewohnten Verkehrslärm und dem dazugehörigen Dreck und Stress im Urlaub nicht entsagen möchtest und diesen nach der höllischen Anfahrt über mehr als tausend Kilometer zugestauter deutscher, überteuerter österreichischer und enger und völlig sinnfrei ausgeschilderter und geführter italienischer Autobahnen mit drei Hunden im Fond fortsetzen willst,

- wenn du es gelassen siehst, in dunkler Nacht kurz vorm Ziel von der unter einem Windows Betriebssystem arbeitenden Navigateuse der Firma Becker nach Livorno über einen Feldweg geführt zu werden, und es dich als jahrelanger Windows Nutzer auch nicht mehr wundert, wenn dich die gleiche Navigateuse nach einen Neustart des Betriebssystems (ohne Entschuldigung) auf die richtige Piste zurückführt,

- wenn du so schlau warst, deinen Tank nicht leer werden zu lassen, um nicht in der Nacht auf Italiens Autobahnen erfolglos eine Tankstelle nach der anderen abklappern zu müssen, deren Pächter zwar sieben Sprachen beherrschen, dir aber in allen Sprachen nur mitteilen können, dass du eine ganz spezielle Karte brauchst, um den Treibstoff zapfen zu können, die du natürlich neben deiner Master-, Visa-, Amex- oder EC-Karte nicht besitzt,

- wenn es dir nichts ausmacht, dass die Fährangestellten dich beim Einweisen einer nach rechts, der andere nach links dirigieren und dir hinterher ein Ohr abkauen, wie blöd du eigentlich bist,

- wenn es dir ebenso wenig ausmacht, von den gleichen Bediensteten der Fähre mitleidig bis verständnislos taxiert zu werden, wenn du mit drei Hunden an Bord gehst,

- wenn du endlich an Deck angekommen, die Blicke der anderen Touries an dir abgleiten lassen kannst, weil sie das Benehmen deiner Hunde (in dieser für sie ungewohnten Umgebung) unpassend bis lächerlich finden und sich ohnehin nicht vorstellen können, wie man mit Hunden in den Urlaub fahren kann,

- wenn dir Ortseingangsschilder noch nie etwas bedeutet haben, weil du dich auf deine Windows Navigateuse verlassen kannst und du die fehlenden, verschmierten und wenn doch noch intakt, in zwei unbekannten Sprachen beschrifteten Schilder, zu ignorieren gelernt hast, allein schon deshalb, weil sich hier ohnehin niemand an geschriebene Regeln hält, Geschwindigkeitsbegrenzungen schon gar nicht,

--> dann solltest du einen Urlaub auf Korsika in die nähere Wahl ziehen <--

Wenn du ein Mann der Menge bist und dich gern inmitten anderer Touristen aufhältst, sei es in der Autoschlange, auf dem Campingplatz oder am Strand,

- wenn du dich wohl fühlst inmitten des Mülls der Touristen und der Einheimischen,

- wenn es dir ein Gefühl von Heimat gibt, wenn in jeder dritten Gumpe eine deutsche Familie ihren Spaß am klaren Wasser lautstark verkünden muss und beim Gehen alles was nicht mehr gebraucht wird, hinter sich zurück lässt,























- wenn es dir am Ars** vorbei geht, wenn die gleichen oder andere Deutsche nicht müde werden zu verkünden, dass es am Ballermann aber wesentlich besser ist,

- wenn du gern über Scherben und Hundekot-Haufen springst, die am Strand und anderswo verteilt sind und dies als sportliche Herausforderung betrachtest,

- wenn du Straßenlärm, Kindergeplärr, Hundegebell und sich über Kilometer ausbreitende nächtliche Diskoklänge am Strand als meditative Klänge empfindest,

--> dann könnte dir die Insel möglicherweise sogar gefallen <--

Wenn du es brauchst, dass dein Adrenalinspiegel vor jeder Straßenbiegung im Landesinneren ansteigt, weil du dahinter Steinschlag, vagabundierende Rinder, Schweine, Ziegen oder gar Schildkröten oder kurvenschneidende Möchtegern - Rallye - Fahrer vermuten musst,

- wenn du deinen strapazierten Reifen zur Abwechslung nach der Buckelpiste gönnst, sich durch Rinder- oder Schweine- Exkremente zu schmatzen,

- wenn du beim mehrfachen Erneuern deines Rückspiegels (weil irgendein ignoranter oder ängstlicher Entgegenkommer auf den engen Inlandstraßen diesen demoliert hat) ein Schwätzchen mit dem hiesigen Monteur schätzt und dieser dich nach dem dritten Besuch schon mit Handschlag begrüßt,











- wenn du gern kühn von der meist höher gelegenen Fahrbahn in unbekanntes Gelände abfährst, um einem wild gewordenen Quad-Fahrer Platz zu machen,

- wenn du dich darüber freuen kannst, wie all die Fun-Sportarten endlich auch auf dieser Insel Fuß gefasst haben und du Spaß daran hast, die tollkühnen Männer in ihren motorisierten Drachenfliegern, die Jet-Ski-Schinder, die Quadioten und Crossioden aus der ersten Reihe zu betrachten,

- wenn du es einfach geil findest, wenn in die Macchia inmitten urwüchsiger Natur eine Schneiße für die Quadioten planiert wird, die dann mit Dreck, Lärm und Gestank alles Leben in Angst und Schrecken versetzen und gefährden,

- wenn du es als Schnäppchen empfindest, wenn dir eine lärm- und abgaserfüllte Flugschau des angrenzenden Militärflughafens den langweiligen Urlaubsalltag am Strand quasi kostenlos auflockert,

-> dann bist du fast reif für diese Insel <--

Wenn du beim Wandern in den Bergen den Takt der klappernden, rücksichtslos Löcher in den Boden und anderswo hin stechenden und der Outdoor- Industrie riesige Gewinne einfahrenden Wanderstöcke der anderen Wanderer brauchst, um im Rhythmus zu bleiben,

- wenn du dem Verdursten nah, endlich eine schwach tröpfelnde Quelle gefunden hast und du Nachsicht übst mit der Wanderin vor dir, die ihre Slipeinlage dort deponiert hat und trockenen Halses weiter ziehst,

- wenn dir frei laufende Bullen den Weg versperren und du gern einen Umweg durch die undurchdringliche und deine Schienbeine blutig kratzende Macchia nimmst (schließlich bist du ja hier zu Gast),











- wenn du gern wartest bis der Wanderer, der vor dir den Gipfel erklommen hat, fertig ist mit seinem Telefonat nach Hause, dass mehrfach wegen Zusammenbruch des Funknetzes wieder hergestellt werden muss, und dir endlich Platz für dein Gipfelfoto macht,

- wenn steinige, geröllbeladene, steile, teilweise schlecht bis gar nicht oder gar falsch gekennzeichnete Wanderwege(?) eine Herausforderung für dich sind und du auch gern mal über ein liebevoll gestaltetes, mitten auf den Weg platziertes Steinmännchen stolperst und die Balance aber nicht deine gute Laune verlierst,

- wenn du es nach unerträglicher Hitze und stehender Luft genießen kannst, wenn Regen, Sturm und Gewitter in den Bergen einsetzen und den ganzen Mann in dir fordern, obwohl es dir fast die Beine wegzieht, du deine Knie ohnehin nicht mehr merkst und dir die Haare zu Berge stehen,

- wenn du die Gabe besitzt, all die um dich herum schwimmenden und schwebenden Dinge, die Hobbysegler und Möchtegernkapitäne über oder unter Bord haben gehen lassen, zu ignorieren, wenn du nach der anstrengenden Wanderung ein erfrischendes Bad im Meer nehmen willst,

-> dann darfst du dich zu den härtesten Wanderern der nördlichen Hemisphäre zählen
und solltest unbedingt den GR20 in Angriff nehmen <--

Wenn du es als kulinarische Spezialität wertest, dass nach all dem Europäischen Einheitsbrei hier alles irgendwie nach Kastanie schmeckt, sei es das Brot, die Kekse, der Honig, das Bier oder der Schnaps,

- wenn du gern viel Geld für alltägliche Waren ausgibst, mehr als zu Hause, und wenn du gern einen weiteren Aufpreis für landestypische Spezialitäten auf den Tisch blätterst (schließlich hat man Urlaub und gönnt sich ja sonst nichts),

- wenn du die Erfrischung genießen kannst, die dir in Kaufhallen zuteil wird, selbst wenn du das Gebäude fast tiefgekühlt verläßt, um dich wieder der erbarmungslosen Sonne auszusetzen, die inzwischen dein Auto auf schier unerträgliche Temperaturen aufgeheizt hat, weil es auf der ganzen Insel vermutlich nicht einen einzigen schattigen Parkplatz gibt (du wolltest doch in den Süden, in die Sonne?),

- wenn du ein Sympathisant der allgegenwärtigen und zum Großteil bewaffneten FLNC (FLNC-en) bist, für die es wohl normal ist, Verkehrsschilder als Zielscheiben zu benutzen (immerhin besser als lebende Ziele - aber auch das gibt es),

- wenn dir Sicherheitsvorschriften, Hygienebestimmungen oder gar Umweltschutz schon zu Hause ein Dorn im Auge waren und du hier voller Genugtuung festellen kannst, dass es auch ohne geht,

- wenn du gern auf Campingplätzen weilst, die dir (und all den anderen) alle Freiheiten lassen und du kein Problem damit hast, mit dem Nachbarn hinters Zelt zu pinkeln, weil das Toilettenhäuschen mit 50 Meter Abstand entschieden zu weit weg steht und du gleich noch die leere Bierflasche in die Düne schmeißen kannst, die sich in der Gesellschaft von Binden, Pflastern, Kronkorken, Zellstofftaschentüchern, Schei*papier und Hundekot sicher wohl fühlt,

- wenn es dir nur noch ein Schmunzeln abringt, wenn auf einem Textilcamping ein splitternackter Holländer quer über den Platz den Weg zum Toilettenhäuschen nimmt,

-> dann geh' endlich zum Reisebüro deines Vertrauens <--
--> und buche verdammt nochmal deinen Korsika Urlaub! <--

Anmerkung:
Diese Glosse beruht auf über die Jahre zusammengefassten und teilweise gewaltig überspitzt dargestellten Erlebnissen.
Ich möchte betonen, dass ich viele gute Erfahrungen mit Campingfreunden aus verschiedenen Ländern und auch mit den korsischen Einwohnern gemacht habe, wobei es natürlich - wie auch bei uns zu Hause - Ausnahmen gibt.
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Alles Weitere zu unserem Korsika-Aufenthalt gibt es demnächst im internen Teil, d.h. nur für mein Netzwerk.