oder 'Mein Daumen als Mausersatz'
(zweiter Teil der kauzigen Geschichte)
Ich habe keinerlei Probleme mit dem Schlaf; selbst wenn ich in der Nacht aller zwei Stunden aufstehen muss, um Pieps rauszulassen, der das wegen seines kranken Herzens und dem daraus resultierenden Wasser einfach muss. Wenn er wieder drinnen ist, lege ich mich hin und schlafe sofort wieder ein.
Gestern Nacht hat mich Pieps ziemlich in Ruhe gelassen. Statt aber zu schlafen, war ich ungewöhnlicherweise immer wieder mal wach. Ich hörte etwas rufen, einen Vogel - mal hinterm Haus - mal davor (als ich Pieps dann doch noch mal rauslassen musste).
Das klang ungefähr so:
Heute früh sage ich noch so nebenbei zu Geli: "Das klang fast so, als hätte Frau Kauz nach ihrem Mann gerufen ... ich sollte vielleicht mal in die Esse schauen". Irgendwie ist man ja nach so einem Erlebnis wie am Sonntag etwas geschädigt ;-)
Um sicher zugehen, dass wir uns täuschen, öffnete ich vorsichtig die Rußklappe und ... ja - nein - doch ... da sehen mich die großen schwarze Augen des Herrn Kauz an.
Einerseits fassungslos über so viel Unvernunft des Herrn Kauz, machten wir uns andererseits mit geübten Handgriffen an die neuerliche Rettungsaktion - es ging schließlich um eine Familienzusammenführung :)
Ich wollte erst noch dickere Handschuhe anziehen, aber es wäre einfach zu eng gewesen, den Kauz und die dicken Hände durch die schmale Öffnung zu quetschen; so biss ich die Zähne zusammen und musste erleiden, wie Herr Kauz in seiner Angst wieder ein, zwei Krallen in meine Hand und den Unterarm schnitt und zur Krönung meinen behandschuhten Daumen vermutlich mit einer Maus verwechselte und versuchte, diese (als Henkersmahlzeit?) zu verschlingen.
Da bekommt man erstmal mit, was so ein Käuzchen für gefährliche Waffen mit sich rumträgt.
Die Flügel nicht zu verletzten gestaltete sich diesmal etwas schwieriger, weil er einfach nicht raus wollte aus seiner Höhle - letztendlich hat er aber wieder unversehrt (kurz) Modell für die Aufnahmen gestanden und schwang sich in einer steilen Aufwärtskurve in die Richtung, in der wir seine besorgte (oder ärgerliche. "Wo hast du dich wieder die ganze Nacht rumgetrieben, ich habe mir fast die Stimme aus dem Hals gerufen") Frau vermuteten.
Am Wochenende werde ich wohl ein Gitter über den Schornstein legen, damit seine Besuche nicht zur Gewohnheit werden. In der Woche ist es einfach schon zu dunkel wenn wir nach Hause kommen.
Bis dahin werde ich wohl jeden Morgen die Rußklappe öffnen und nachschauen, ob es sich in der Esse jemand gemütlich gemacht hat ...
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PS: Ich frage mich gerade, wer jetzt eigentlich der komische Kauz ist?
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Pandarinepro says:
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