Der Geist der Musikerziehung sollte nicht auf Nutzen und Verwertbarkeit gerichtet sein, sondern sich allein auf die Sache selbst – auf die Ausübung, konzentrieren. Nur auf diese Weise wird sich uns der tiefe Sinn und die letztendlich unbeschreibliche Wirklichkeit der Musik offenbaren.

Leider wird in unserer heutigen Zeit für die musikalische Erziehung in der Schule keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Dabei handelt es sich um einen fatalen Fehler, denn ohne Musik kann die gesunde Entwicklung eines Kindes gestört werden. So ist z.B. erwiesen dass Kinder mit Musikerziehung viel seltener an Sprachstörungen leiden. Außerdem bekommen Kinder durch die Musik eine gute Beziehung zwischen Klang und Leben.

Kinder mit musikalischem Training sind aufmerksamer und haben eine größere Konzentrationsfähigkeit, was sich positiv für den allgemeinen Lernprozess in der Schule auswirkt. Es ist sehr wichtig für Kinder durch die Musik über die Welt zu lernen. Sonst trifft das ein was wir bei Erwachsenen leider erleben wir viel zu oft erleben: dass die Musik benutzt wird , um vor den Alltagsproblemen zu fliehen.

Die glücklicheren Fällen wo Eltern durch Eigeninitiative den Kindern eine frühe und gute Musikerziehung bieten sind selten geworden. Wir sollten nicht vergessen, dass Kinder ein ungeheures Potenzial an Kreativität besitzen, die durch die Musik besonders entfaltet und gefördert wird.

In dieser heutigen kommerzialisierten Welt, wo Eindrücke und Empfindungen durch Medien und Werbung manipuliert werden, entsteht ein verzerrtes Realitätsbewusstsein mit einem gestörten Bezug zum Leben. Eine musikalische Früherziehung für Kinder steuert diesem Phänomen entgegen und bleibt die beste (u. leider seltene ) Alternative für die Entwicklung einer gesunden Lebensbasis. (Klaus Dieter Untch)