Vor 700 Jahren war das Burzenland von dem übrigen Siebenbürgen durch die ausgedehnte Waldungen des Perschaner Höhenzuges fast völlig abgetrennt. Zwischen Hermannstadt und Kronstadt führte damals der einzige Paßweg am Zeidner Berg vorbei. Es handelt sich um einen Reitpfad der über die Schwarzburg und Einsiedel über das hohe Gescheid der Perschaner Berge sich hinschlängelte. Auch heute heißt dieser Weg noch Calea Sasilor bzw. Sachsenweg.
Ein Reiter konnte die Strecke Kronstadt - Hermannstadt in vier Tagen zurücklegen. Am ersten Tag von Kronstadt zur Herberge Einsiedel auf dem Sachsenweg; am zweiten Tag von Einsiedel bis Schirkanyen (Sercaia) oder Halmagen (Hálmeag); am dritten Tag zur Kerzer Abtei über Groß-Schenk und Krautwinkel (die Steuer-Enklave Fogarasch wurde umgangen); am vierten Tage den restlichen Abschnitt von Kerz bis Hermannstadt. Für den Sachsenweg und Zeidner Paß wurden man von Begleiter und Wächter der Schwarzburg eskortiert. Auf der Siebenbürgenkarte von Johannes Honterus aus dem Jahre 1532 findet sich am Sachsenweg in der Nähe des Dielstein - Gipfels auch "einsydl" eingezeichnet. Die Benennung ist auf Einsiedler zurückzuführen.
Wie erreicht man diesen Sachsenweg?
Von Zeiden aus wandert man zunächst in Richtung Schwarzburg zum Ritterfelsen.




Dort verläuft die Gebietsgrenzte zwischen Zeiden und Holbav. Ein viel begangener Pfad führt durch einen schönen Buchenwald am Steilhang des Zeidner Berges in kleinen Krümmungen zwischen hohen Felsblöcken hindurch vorbei an einer Wasserquwelle welche den Namen Räuberbrunnen trägt. Es handelt sich um die höchstgelegenen Quelle am Zeidner Bergmassiv. Erzählungen zufolge sollen sich hier früher Räuberbanden aufgehalten haben, die Raubzüge in die näheren Ortschaften unternahmen.


Beim Verlassen des Waldes erreicht man eine große Bergwiese, von der aus man wiederum eine schöne Aussicht auf die Hügel von Holbach hat.




Die Route führt entlang hinter dem Zeidner Berg zum hohen Gescheid über einen weiteren kleinen Buchenwald und dann abermals eine schöne Wiese die sich rechts zum Zeidner Berg hochzieht.


Am Ende der Wiese trennt sich der Weg nach rechts in den Wald talabwärts in Richtung Zeidner Waldbad. Nach links verläuft der Sachsenweg zum hohen Gescheid.

Er besteht aus einer Kette aneinander folgenden Hügeln. Am Pfad befinden sich auffallend viele Birken.

Der höchste Hügel des hohen Gescheids wird Dielstein genannt und ist 958 m hoch. Mächtiges Gestein und Felsbrocken umgeben diesen Berg. Früher soll hier eine bersonders dicke Eiche existiert haben.



Vom Dielstein aus hat man einen guten Blick zum Königstein, Bucegi-Gebirge und Zeidner Berg.

Nicht weit vom Dielstein befindet sich die Stelle des Einsiedels. Bergab nach Süd-West befindet sich im Gáunoasa Tal die Tropfstein Höhle und Nordwärts erreicht man das Tal der zwei Bäche die an Vladein (Vládeni) vorbei führen.

Der Wanderweg von Zeiden über den Ritterfelsen zum Dielstein beträgt etwa vier Stunden. Den Rückweg kann man auch über den Zeidner Waldbad gehen. (Klaus Dieter Untch)

Textquellen: Hans Wenzel "Zeidner Wanderwege" und Geoeg G. Zell "Zeiden eine Stadt im Burzenland"