Rumänien gehört zu den Rekordländern was die Dauer der Sommerferien anbelangt. Satte drei Monate Ferienlänge lassen den Beginn eines neuen Schuljahres bestens entgegenfiebern. Auch unsere kleine Tochter Isabelle freute sich endlich mal wieder den Kindergarten besuchen zu dürfen. Alte Conections werden da neu aufgefrischt und die Integrationswut in der Kindergesellschaft kann wieder mal ordentlich ausgetobt werden. Doch zu früh gefreut, denn zur Eröffnung des neuen Kindergartenjahres erfahren wir Eltern , daß die Tochter erst das ganze Porgramm der Arztuntersuchungen bzw. Analysen absolvieren muss , um als Kindergartentauglich präpariert zu sein. In diesem Zeitalter der Schweinegrippe, kann man ja nicht vorsichtig genug sein.
Es ist Montag , der ideale Wochenbeginn: Aufbruchstimmung für die wichtigsten Aktionen des Lebens – wir besuchen zunächst unsere Hausärztin . Riesige Warteschlange: es wimmelt von Eltern mit Kindern für die Analysen. Als wir nach zwei schnellvergehenden Stunden an die Reihe kommen, bestellt uns die liebe Hausärztin für den Mittwoch mit der Fäkalienprobe. Unsere Tochter Isabelle wird wohl zwei weitere Tage verlängerte Ferien problemlos verkraften. Doch des einem Spaß wird des anderen Tortur, wir warteten fieberhaft, dass sie mal ihre große Sache erledigt für die Probe zur so wichtigen Analyse. Kinder müssen ja im Prinzip so oft zur Toilette, aber wenn es darauf ankommt , können die schon ihre Eltern zappeln lassen. Zwei Tage vergingen und das Resultat blieb null komma null – keine große Sache gemacht. Als am Mittwoch die Besuchstunde der Hausärztin zu Ende war, meldete sich Isabelle ganz fröhlich: „Ich muß Kaka!“ Tja , was nun ? Schnell die Probe einsammeln und aufbewahren für den nächsten Termin , der ist ist am Freitag. So landete die Probe gut verpackt erst mal in den Kühlschrank.
Freitag früh um halb Acht melden wir uns schon bei der Hausärztin, glücklich mit der wichtigen Probe in der Hand. An der Tür hing das berüchtigste Schild hierzulande: „ Zwei Wochen Urlaub“. Na toll, was nun mit der auftauenden Kake. Schnell, zur nächsten Stadtklinik - die werden wohl Proben annehmen – koste es was es wolle. Stadtklinik Fehlanzeige: „ wir nehmen keine Proben entgegen , sie wissen ja, Wirtschaftskrise...“ , wurden wir vom Pförtner zurückgewiesen. „Aber versuchen sie es bei der neuen privaten Klinik, ist zwar teuer – aber die sind auf Zack!“, laute seine freundliche Auskunft. Wir rennen zur neuen privaten Klinik. Die Probe beginnt schon zu schmelzen. Riesige Warteschlange: es wimmelt von Eltern mit Kinder für die Analyse. Erst muß die teure Taxe dafür bezahlt werden. Fünfzig Euro kostet der Spass, aber das ist für uns Lehrer – die schlechtbezahlteste Branche in unserem Land – trotzdem kein Problem. Wir verzichten dann halt auf die Heizungskosten des kommenden Monats und das Problem ist gelöst. Als wir bezahlt haben, sagte die Kassierin: „Freitags werden keine Proben angenommen – bitte kommen sie wieder Montag.“ Und so zerinnt die Probe aus unseren Händen hinweg und damit die Illusion Kindargartentauglichkeit sei nur pippifax. Einziger Trost für Isabelle: eine Woche länger Ferien. Um welchen Preis ?! Nur wegen Sch... ! ( Klaus Dieter Untch )
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Manfredo says:
Klaus Dieter Untch replies:
Wiesepro says:
Klaus Dieter Untch says:
Hildegard Rasch says:
sondern Klinik-kratie oder Laborkratie....
Klaus Dieter Untch says:
Isabella Birdpro says:
Frieda Varwig says:
Die Art und Weise, wie Du die SCH...geschichte schilderst, finde ich sehr gut.
Elbertinumpro says:
Klaus Dieter Untch says:
Heidi says:
Klaus Dieter Untch says:
Isabelle Untch says: