Der berühmte Dirigent Georg Solti antwortete auf die Frage wie alt er sei:" Ich bin seit dreißig Jahren fünfzig." Er gehörte zu jenen dynamischen Greisen, die sich nie über das eigene Alter beschwerten.
Seit zwanzig Jahren fühle ich mich innerlich fünfzig, weil ich früh genug lernte,das Beste aus allen Ecken und Kanten des Lebens heraus zu holen. Seit einigen Jahren fühle ich mich jünger als ich bin, ein unbezahlbarer Luxus den sich viele Millionäre kaum leisten können.
Viele Menschen die alt wurden, zählen zu meinen Vorbildern. Sie brachten mir folgendes bei: die Bereitschaft,sich den Stufen des Alters zu beugen,sie anzunehmen. Cicero wusste über das Alter folgendes zu bemerken: daß wir alle zwar das Greisenalter erreichen wollen, es aber anklagen , sobald wir es erreicht haben. Deshalb ist er nicht mein Vorbild. Über die Relativität des Alters wusste Albert Einstein etwas mehr Bescheid: bloss nicht an die Zukunft zu denken , weil sie sowieso früh genug kommt. Er wurde aber wegen etwas viel Wichtigerem zu meinem Vorbild: er entdeckte die Faszination des Älterwerdens allein durch die Relalitivität der Zeit, welche zum genialen Erkennen seiner Lebenseinstellung verhalf - stets ein Kind zu bleiben.
Wir leben in einer nach Wohlstand orientierten Gesellschaft, wo sehr oft alte Menschen sowas wie Randerscheinungen behandelt werden. Wir konfrontieren uns mit folgendem Problem : wird Alter als Krönung eines erfüllten Lebens oder als Makel empfunden? Möchten wir nur lange leben, aber bloß nicht Alt werden ? Schon oft habe ich deshalb meine jüngeren Mitmenschen im Schulunterricht über das Älterwerden mit folgender Frage konfrontiert: "In wie fern bist du bereit älteren Menschen den verdienten Platz und Rang in der Gesellschaft zu verschaffen, der ihnen auf Grund ihrer Lebenserfahrung zukommt?" Worauf ich mit dieser Frage hinaus will, ist die Vergegenwärtigung der Tatsache, dass ausgerechnet in naturverbundenen Kulturkreisen, die wir als "primitiv" verspotten, die Achtung vor Würde und Weisheit der altgewordenen Menschen in besonderer Weise gepflegt wird.
Victor Hugo warnte seine Leser: "Vierzig ist für die Jugend das Alter und für das Alter die Jugend." Über so einen Satz können wir bewundernd schmunzeln, aber die Realität ist ernüchternd wenn wir erkennen, dass die Dekandenz einer Gesellschaft an der Vernachlässigung ihrer Alten ablesbar ist. Seit meiner letzten Geburtstagsfeier weigere ich mich den Gedanken zu akzeptieren, ein Jahr älter geworden zu sein. Deshalb werde ich von nun an sagen . " Ich durfte mal wieder ein Jahr länger leben."
Interessante Einträge über das Altwerden, die zu diesem Text anregten habe ich in unserem Netzwerk hier gefunden:
http://www.ipernity.com/blog/k-ehrenheim
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Teeth of Lions Rule the Divine says:
Ich empfinde die Forderung nach Respekt vor dem Alter als eine Frechheit, denn Alter ist keine Leistung. Um alt zu werden muss man nichts weiter tun, als Zeit verstreichen lassen. Der Respekt gebührt der Leistung, nicht den Jahren. Was selbstverständlich nicht heisst, dass man das Alter selbst verspotten darf.
Was ich eigentlich damit sagen möchte ist, dass man auch im Alter nicht annehmen sollte, alles sei Selbstverständlich. Den im Bus angebotenen Platz sollte man auch mit einem Danke Respekt zollen. Denn dahinter steckt auch eine Leistung.
Ich selbst ertappe mich auch häufig dabei, die Jugend von heute zu verdammen, aber bei genauerem Hinschauen bemerke ich, dass wir früher™ auch nicht so viel anders waren.
Klaus Dieter Untch replies:
Die unübertreffliche Leistung der Senioren beginnt in der Bewältigung und Konfrontation ihres Leidensweges.
Frieda Varwig replies:
sie verschöneren der Mutter Gesicht.....
Rainer Noll says:
Klaus Dieter Untch replies:
Klaus Dieter Untch edited this comment 5 months ago.
Hildegard Rasch says:
Klaus Dieter Untch replies:
Elbertinumpro says:
ein Beruf - den man bis zur Pensionierung ausgefüllt hat -
Eine Ehe mit einem geliebten Menschen -
Kinder gezeugt und großgezogen zu haben
- Ein Kind soll bis zum Ende eines Studiums
nach Berechnungen von Fachleuten bis zu 30000 Euro kosten
Und jetzt - ohne zu 'arbeiten' - beziehe ich ein Pension
Worin besteht jetzt meine Leistung -
ja worin -
darin - dass ich gesund gelebt habe und das noch immer tue
nie graucht habe - Alkohol nur in Maßen getrunken
und das auch noch heute
fast keine Medikamente nehme
und dadurch die Krankenkasse entlaste
für die Kinder und Enkelkinder da bin
und nicht zuletzt darin
dass ich mein Leben genieße
einfach nur in dem mir möglichen Rahmen genieße
und hoffentlich nicht im Altersheim für 4000Euro monatlich dahinsieche
Wenn das Alter keine Leistung ist
dann ist das ganze Wachsen und sich Entfalten auch keine Leistung
Worin besteht die Leistung eines Mannes
der im Jahr 10 Millionen Euro an Gehalt bezieht
und worin besteht die Leistung einer Frau
die im Altersheim bis zur Erschöpfung arbeitet
für 800 .- Euro im Monat
Elbertinum edited this comment 5 months ago.
Teeth of Lions Rule the Divine replies:
Klaus Dieter Untch replies:
Frieda Varwig replies:
Wie dem auch sei, Hauptsache man lernt immer etwas dazu. Wenn man aufnahmefähig ist und einiges korrigieren kann und besser machen kann, das ist positiv zu betrachten.
Ich konzentriere mich auf den "heutigen Tag", und zwar auf positive Sachen, dann bleibt mir einges erspart.
Einige beginnen den Tag mit dem Lied: "Guten Morgen, liebe Sorgen, seid ihr wieder alle da usw.....
Frieda Varwig says:
Manchmal habe ich das Gefühl, das Geburtsdatum aus meinem Personalausweis stimmt nicht dem tatsächslichen Geburtstag überein. Das macht mich glücklich, das macht mich froh und ich lebe weiter wie ein Spatz im Haferstroh.
Klaus Dieter Untch replies:
Christiane Krestel-Al Khouri says:
Teeth of Lions Rule the Divine replies:
Besonderen Respekt kann man einem Menschen für seine Leistungen entgegen bringen.
Aber der Respekt vor dem Alter ist bestenfalls ein Geschenk, und für ein solches bedankt man sich.
Dieses Beharren auf dem Respekt vor dem Alter ist oft nichts weiter als ein Totschlagargument, das ältere Menschen oft vorbringen um sich ungestraft wie ein Arschloch benehmen zu können, oder in Diskussionen Argumente und Fakten beiseite zu schieben.
Jeden Respekt, der über das Mass dessen geht, was man einem Menschen generell entgegenbringen sollte, muss sich diese Person verdienen, und das unabhängig vom Alter.
So handhabe ich das zumindest, und ich bin bisher noch nicht negativ damit aufgefallen, allerdings schon bei genau so einem Arschloch anzuecken.
Klaus Dieter Untch replies:
Wiesepro says:
Ich habe in meinen Leben, das so langsam auch dem "respektvollem" Alter entgegengeht, fast alleVarianten kennen gelernt.
Zu einem der respektvolle Umgang mit den Alten, die es z.B. nicht mehr schaffen, allein zu leben und somit auf Hilfe anderer angewiesen sind und zum anderen das Beharren auf Respekt vor dem Alter, um es als Alibi für ihr eigenes erbärmliches Benehmen besonders der Jugend gegenüber zu verwenden. Und da kann der Mensch noch so viel durchgemacht haben, es rechtfertigt ihn nicht, andere durch sein Benehmen dafür verantwortlich zu machen. Schließlich war es auch er oder sie, die zum jetzigen Verhalten der jetzigen Gesellschaft mit beigetragen haben.
Ich persönlich nehme das Alter nicht mehr als Maßstab aller Dinge. Es gibt für mich einfach nur den Menschen. Ob der dabei jung oder alt ist, ist mir egal. So lange dieser Mensch einen anderen zu würdigen weiß, ihn mit Respekt behandelt und auch selber so behandelt wird, kann man sehr sehr viel voneinander lernen und dem Leben sehr viel positives abgewinnen. Ich muss mein Gegenüber nicht lieben, aber ich sollte in all meinen Aktionen immer "Mensch" bleiben und auch mal das Anderssein (und damit meine ich jetzt das Alter) respektieren. Allein aus dieser Tatsache herraus verändert sich automatisch der Ton untereinander und daraus der Umgang. Ich kann nicht die Welt und deren Probleme verändern oder lösen, dazu ist mein Leben zu kurz, aber ich persönlich kann viel dazu beitragen, dass es trotz aller Probleme menschlich bleibt.
Christiane Krestel-Al Khouri replies:
Klaus Dieter Untch replies:
Elbertinumpro replies:
dass sie das ANDERSSEIN nicht als Bedrohung -
sondern vielmehr als Bereicherung sehen würden -
dann gäbe es keine Art von Kriegen mehr
weder um den rechten Glauben - noch um die rechte Staaatsform - oder Wirtschaftsform -
oder auch einfach um das Aussehen - oder die Erscheinungsform - d.h der Kleidung -
Die einzige Bedingung sollte nur sein
NIE auf Kosten oder zu Lasten eines anderen -
Wiesepro replies:
Klaus Dieter Untch replies:
Christiane Krestel-Al Khouri replies:
Frieda Varwig replies:
dass Du das Wort "Menschlichkeit" gebrauchst finde ich hervorragend.
In der heutigen Ellenbogengesellschaft wird dieses Wort sehr rar.
Klaus Dieter Untch says:
Also mit dem Altwerden ist das so:
Als 4 - jähriger sagte ich: "So ich bin jetzt alt ... genug um das Klavierspielen zu erlernen."
- als 10 - jähriger sagte ich: "So, ich bin jetzt alt ...genug mal eine Zigarette zu probieren..."
- als 13 - jähriger sagte ich: " So , ich bin jetzt alt ... genug um mal auf erotische Entdeckunstour zug ehen."
- als 15 - jähriger sagte ich : " So, ich bin jetzt alt ...genug um mich vollaufen zu lassen"
- als 20 - jähriger sagte ich: "So ich bin jetzt alt ... genug um eine Tischrede zu halten..."
- als 30 -jähriger sagte ich: "So, ich bin jetzt alt...genug um etwas Gescheites im Leben zu tun / (Studium, Familie, Karriere)
- als 40-jähriger sage ich:"So, ich bin jetzt alt genug...um alt zu werden, den Tod als steten Begleiter zur Seite zu haben und das Leben als Erfüllung zu erleben."
- als 80-jähriger hoffe ich sagen zu können: "So jetzt bin ich alt genug um wie ein 4 Jähriges Kind zu sein..."
Klaus Dieter Untch edited this comment 5 months ago.
Christiane Krestel-Al Khouri says:
ich bin gespannt, was du sagst, wenn du 60 oder gar 70 bist über das was du jetzt gesagt hast- insbesondere über das als 40-jähriger! Es wird sicherlich etwas Positives sein, aber höchstwahrscheinlich wird es sich unterscheiden, von dem,was du jetzt gesagt hast! Allerdings das mit der 80 könnte hinkommen. Im Nebeneffekt kennen wir jetzt deine Biographie; vielen Dank dafür. Also mit 4 sollte man sein Kind Klavier lehren? Ich glaub meines lernt zuerst Trompete vom Opa.
Ich muß allerdings nachfragen, was du meinst mit "Mut" und "verstecken"?? Das klingt als ob die 80-jährigen etwas Unnatürliches täten, indem sie Chormitglieder sind od bleiben. Wenn sie gesund und fit sind mitzumachen, dann fühlen sie sich ja nicht wie wir Nicht-80-jährigen es erwarten, nämlich schwach und gebrechlich, sondern stark und jünger als sie vielleicht selbst unter dieser Zahl erwarten. Sie könnten gekränkt sein, darüber, dass du ihre Anwesenheit im Chor als Mut bezeichnest. Aber das werden sie nicht, denn sie sind so reif, dass sie in dieser Sache locker Nachsicht mit dir jungem Hupfer üben werden.:-)
Frieda Varwig replies:
ich habe den Eindruck dass Du sehr realistisch bist und keine Träumerin.
Betrachte diesen Kommentar als positiv.
Christiane Krestel-Al Khouri replies:
okay. Ich nehme es sogar als Kompliment. Hoffen wir nur, dass du tatsächlich recht hast...!
Christiane Krestel-Al Khouri says:
Das perfekte Alter liegt irgendwo zwischen "junger Ignorant" und "alter Besserwisser. (Willy Meurer) Es gibt Menschen, die im Alter ihre Jugend haben. (Richard Rothe)
Erfahrung heißt gar nichts, man kann seine Sache auch 35 Jahre lang falsch machen. (Kurt Tucholsky)
Wer seiner Jugend nachläuft, läuft dem Alter in die Arme. (Willy Milowitsch)
Alt werden, das ist Gottes Gunst. Jung bleiben, das ist Lebenskunst. (Goethe)
Mit 20 hat jeder das Gesicht, das Gott ihm gegeben hat, mit 40 das ihm das Leben gegeben hat, und mit 60 das Gesicht, das er verdient. (Albert Schweitzer).
Ich will nicht weiter nerven... adios