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November 23, 2009

Martinsfest in Zeiden


Am Mittwoch, dem 11. November, hat die Gemeinde der evangelischen Kirche in Zeiden das Martinsfest gefeiert. Um 17 Uhr drängten sich die Leute in der Zeidner Kirche. Unter der Leitung von Klaus Untch trug der Kinderchor schöne Martinslieder und Gedichte vor, während Pfarrer Andreas Hartig den zahlreichen Anwesenden die Geschichte von Sankt Martin erzählte. Nachdem das Programm in der Kirche zu Ende war, zündeten die Kinder ihre selbst gebastelten Laternen an. Beim Ausgang des Kirchhofes bekamen die Kinder Kipfel, die sie mit ihren Nächsten teilten, so wie es Sankt Martin auch getan hat. Danach gingen alle Teilnehmer singend und mit bunt leuchtenden Laternen um die Kirchenburg. Die Kinder mit ihren fröhlichen Gesichtern haben den großen Menschen gezeigt, wie wichtig es ist, miteinander zu teilen, um auch in die Seelen der Bedürftigen ein bisschen Licht und Wärme zu bringen. Unter Akkordeonklängen und Martinsliedern haben sich alle am Ende des Rundgangs voneinander verabschiedet.

Simona Miron, Zeiden

( Entnommen aus: http://www.zeiden.de/Startseite.htm )

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September 29, 2009

Orgelkonzert in Kronstadt

in kronstadt
in kronstadt
an der buchholzorgel in kronstadt
an der buchholzorgel in kronst…

Heute spiele ich ein Orgelkonzert an der berühmten Buchholzorgel aus Kronstadt (Brasov - Romania).

Es handelt sich um die größte mechanische Orgel im Südosten Europas.

Auf dem Programm stehen eigene Werke , sowie von Vincent Lübeck und Johann Sebastian Bach.

Bitte die Daumen drücken.

buchholzorgel kronstadt
buchholzorgel kronstadt
Kostproben gibt es hier: http://www.ipernity.com/doc/klausdieteruntch/6149511

oder hier: http://www.ipernity.com/doc/klausdieteruntch/6149734

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September 19, 2009

Der verrückte Preis für die grosse Sache

Rumänien gehört zu den Rekordländern was die Dauer der Sommerferien anbelangt. Satte drei Monate Ferienlänge lassen den Beginn eines neuen Schuljahres bestens entgegenfiebern. Auch unsere kleine Tochter Isabelle freute sich endlich mal wieder den Kindergarten besuchen zu dürfen. Alte Conections werden da neu aufgefrischt und die Integrationswut in der Kindergesellschaft kann wieder mal ordentlich ausgetobt werden. Doch zu früh gefreut, denn zur Eröffnung des neuen Kindergartenjahres erfahren wir Eltern , daß die Tochter erst das ganze Porgramm der Arztuntersuchungen bzw. Analysen absolvieren muss , um als Kindergartentauglich präpariert zu sein. In diesem Zeitalter der Schweinegrippe, kann man ja nicht vorsichtig genug sein.

Es ist Montag , der ideale Wochenbeginn: Aufbruchstimmung für die wichtigsten Aktionen des Lebens – wir besuchen zunächst unsere Hausärztin . Riesige Warteschlange: es wimmelt von Eltern mit Kindern für die Analysen. Als wir nach zwei schnellvergehenden Stunden an die Reihe kommen, bestellt uns die liebe Hausärztin für den Mittwoch mit der Fäkalienprobe. Unsere Tochter Isabelle wird wohl zwei weitere Tage verlängerte Ferien problemlos verkraften. Doch des einem Spaß wird des anderen Tortur, wir warteten fieberhaft, dass sie mal ihre große Sache erledigt für die Probe zur so wichtigen Analyse. Kinder müssen ja im Prinzip so oft zur Toilette, aber wenn es darauf ankommt , können die schon ihre Eltern zappeln lassen. Zwei Tage vergingen und das Resultat blieb null komma null – keine große Sache gemacht. Als am Mittwoch die Besuchstunde der Hausärztin zu Ende war, meldete sich Isabelle ganz fröhlich: „Ich muß Kaka!“ Tja , was nun ? Schnell die Probe einsammeln und aufbewahren für den nächsten Termin , der ist ist am Freitag. So landete die Probe gut verpackt erst mal in den Kühlschrank.

Freitag früh um halb Acht melden wir uns schon bei der Hausärztin, glücklich mit der wichtigen Probe in der Hand. An der Tür hing das berüchtigste Schild hierzulande: „ Zwei Wochen Urlaub“. Na toll, was nun mit der auftauenden Kake. Schnell, zur nächsten Stadtklinik - die werden wohl Proben annehmen – koste es was es wolle. Stadtklinik Fehlanzeige: „ wir nehmen keine Proben entgegen , sie wissen ja, Wirtschaftskrise...“ , wurden wir vom Pförtner zurückgewiesen. „Aber versuchen sie es bei der neuen privaten Klinik, ist zwar teuer – aber die sind auf Zack!“, laute seine freundliche Auskunft. Wir rennen zur neuen privaten Klinik. Die Probe beginnt schon zu schmelzen. Riesige Warteschlange: es wimmelt von Eltern mit Kinder für die Analyse. Erst muß die teure Taxe dafür bezahlt werden. Fünfzig Euro kostet der Spass, aber das ist für uns Lehrer – die schlechtbezahlteste Branche in unserem Land – trotzdem kein Problem. Wir verzichten dann halt auf die Heizungskosten des kommenden Monats und das Problem ist gelöst. Als wir bezahlt haben, sagte die Kassierin: „Freitags werden keine Proben angenommen – bitte kommen sie wieder Montag.“ Und so zerinnt die Probe aus unseren Händen hinweg und damit die Illusion Kindargartentauglichkeit sei nur pippifax. Einziger Trost für Isabelle: eine Woche länger Ferien. Um welchen Preis ?! Nur wegen Sch... ! ( Klaus Dieter Untch )

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August 23, 2009

Händelkonzert in Zeiden / Codlea - Ro

Der Komponist Georg Friedrich Händel war seinerzeit sogar berühmter als Johann Sebastian Bach und gehört auch heute zu den grössten Vertreter der Barockzeit. Diesjährig erfüllte sich der 250. Todesjahr des Deutsch-Englischen Königskomponisten. Zu diesem Anlass fand im Kronstädter Vorort Stupini ein Musikferienlager für Kinder statt. Kinder aus allen Landesteilen und verschiedener Konfessionen probten diverse Werke des barocken Jubilarskomponisten.

Prof. Mihai Nae dirigiert Chor und Orchester
Prof. Mihai Nae dirigiert Chor…

Das Resultat wurde am Samstag den 22. August in der Zeidner Evangelischen Kirche in einem „Händel-Konzert“ präsentiert. Unter der Leitung der Temeswarer Musikprofessoren Felician Rosca und Mihai Nae, führten etwa 130 Kinder und Jugendliche , ein umfangreiches Programm verschiedenster Gattungen auf.

während der aufführung
während der aufführung

So bildeten das Herzstück des Programms diverse Auschnitte aus den Oratorien Händels für Chor und Orchester, darunter auch das berühmte Hallelluja aus dem Messias-Oratorium. Dargeboten wurde aber auch Instrumentalmusik für Orgel und Orchester , Kammermusik und Gesangs-Arien. Besonders erfreulich war zu diesem Konzert auch der zahlreiche Besuch zu vermerken. Etwa 150 Musikfreunde füllten den Kirchenraum und sorgten für einen neuen Besucher-Rekord innerhalb der Zeidner Konzertreihe.

gruppenfoto
gruppenfoto

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August 6, 2009

Grüsse aus der Schweiz

Liebe Freunde, zur Zeit bin ich mit meiner Familie auf Konzert-Tour in der Schweiz - Region Basel bis Mitte August. Darüber werden sichelrich ein paar schöne Fotos meine Galerie bereichern. Bitte drückt mir die Daumen und ich zähle auf Eure Nachsicht, wenn ich diese Tage in diesem Netzwerk nicht so aktiv bin, grüezi Euer Klaus.

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July 20, 2009

Wenn das Alter zuschlägt

Der berühmte Dirigent Georg Solti antwortete auf die Frage wie alt er sei:" Ich bin seit dreißig Jahren fünfzig." Er gehörte zu jenen dynamischen Greisen, die sich nie über das eigene Alter beschwerten.

Seit zwanzig Jahren fühle ich mich innerlich fünfzig, weil ich früh genug lernte,das Beste aus allen Ecken und Kanten des Lebens heraus zu holen. Seit einigen Jahren fühle ich mich jünger als ich bin, ein unbezahlbarer Luxus den sich viele Millionäre kaum leisten können.

Viele Menschen die alt wurden, zählen zu meinen Vorbildern. Sie brachten mir folgendes bei: die Bereitschaft,sich den Stufen des Alters zu beugen,sie anzunehmen. Cicero wusste über das Alter folgendes zu bemerken: daß wir alle zwar das Greisenalter erreichen wollen, es aber anklagen , sobald wir es erreicht haben. Deshalb ist er nicht mein Vorbild. Über die Relativität des Alters wusste Albert Einstein etwas mehr Bescheid: bloss nicht an die Zukunft zu denken , weil sie sowieso früh genug kommt. Er wurde aber wegen etwas viel Wichtigerem zu meinem Vorbild: er entdeckte die Faszination des Älterwerdens allein durch die Relalitivität der Zeit, welche zum genialen Erkennen seiner Lebenseinstellung verhalf - stets ein Kind zu bleiben.

Wir leben in einer nach Wohlstand orientierten Gesellschaft, wo sehr oft alte Menschen sowas wie Randerscheinungen behandelt werden. Wir konfrontieren uns mit folgendem Problem : wird Alter als Krönung eines erfüllten Lebens oder als Makel empfunden? Möchten wir nur lange leben, aber bloß nicht Alt werden ? Schon oft habe ich deshalb meine jüngeren Mitmenschen im Schulunterricht über das Älterwerden mit folgender Frage konfrontiert: "In wie fern bist du bereit älteren Menschen den verdienten Platz und Rang in der Gesellschaft zu verschaffen, der ihnen auf Grund ihrer Lebenserfahrung zukommt?" Worauf ich mit dieser Frage hinaus will, ist die Vergegenwärtigung der Tatsache, dass ausgerechnet in naturverbundenen Kulturkreisen, die wir als "primitiv" verspotten, die Achtung vor Würde und Weisheit der altgewordenen Menschen in besonderer Weise gepflegt wird.

Victor Hugo warnte seine Leser: "Vierzig ist für die Jugend das Alter und für das Alter die Jugend." Über so einen Satz können wir bewundernd schmunzeln, aber die Realität ist ernüchternd wenn wir erkennen, dass die Dekandenz einer Gesellschaft an der Vernachlässigung ihrer Alten ablesbar ist. Seit meiner letzten Geburtstagsfeier weigere ich mich den Gedanken zu akzeptieren, ein Jahr älter geworden zu sein. Deshalb werde ich von nun an sagen . " Ich durfte mal wieder ein Jahr länger leben."

Interessante Einträge über das Altwerden, die zu diesem Text anregten habe ich in unserem Netzwerk hier gefunden:

http://www.ipernity.com/blog/k-ehrenheim

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July 6, 2009

Mein Papa ist Ausländer ohne Bart



Im Zeitalter der Paragrafen für Ordnung und Kontrolle zum Wohle der demokratischen Freiheit über die zivilisierten Bürger, gibt es innerhalb der Europäischen Union , ein Land welches geradezu einen so lieben Menschen wie mich dazu animiert , inmitten den Wirren bürokratischer Pubertätsfasen , die Vaterschaft aufzugeben oder meine zukünftige Kinder anonym zu zeugen. In so einem privilegiertem Land verbringe ich eigentlich geradezu meine glücklichsten Lebensjahre, nicht nur als Musiker sondern vor allem als Familienvater. Die Vorteile meines Jobs ermöglichen gelegentliche Konzertreisen ausserhalb der schützenden Landesgrenzen. Diese Reisen verdanke ich vor allem der Tatsache, dass mein guter Ruf der Aufbruchsreputation des Wahl-Landes in welchem ich lebe, weit vorauseilt. Inzwischen hat sich unsere fünfjährige Tochter Isabelle so gut in das Familienleben integriert, dass sie es bravourös verdient hat, mich auf meinen Reisen zu begleiten. Natürlich darf sie auch ihre Mama mitnehmen, weil sie an der so vorzüglichen Erziehung unserer Tochter mein absolutes Vorbild ist.

Doch nun brauchten wir zunächst einen Reisepass für meine Tochter Isabelle um legal in das Land der neutralen Möglichkeiten das nicht zur Europäischen Union gehört und deshalb nur Schweiz heisst, reisen zu dürfen. Das hatten wir am einem Montag in einer feierlichen Familiensitzung beschlossen. Voller Erwartung betraten wir Dienstags die Passbehörde um 9 Uhr, damit wir die Sache so schnell wie möglich erledigen. Schliesslich wollten wir den Flug nicht verpassen , der erst in ein paar Wochen starten würde. Am Schalter empfingt uns der strenge Blick einer sicherlich korrekten Beamtin: „Sie wünschen ?!“ „Wir möchten einen Reisepass für unsere Tochter beantragen.“ „ Für Reisepässe ist erst ab 12 Uhr geöffnet – bitte kommen sie später.“

Wir kamen eine Stunde später also um 13 Uhr an, als wir verblüfft den Schalter geschlossen vorfanden. An der Luke war ein Hinweis sichtbar,den wir wohl vorher übersehen hatten: „Für Reisepässe – geöffnet bis 13 Uhr“.

Am nächsten Tag erwarteten wir um 12 Uhr hochmotiviert das Begrüssungskommentar der so korrekten Beamtin. Der strenge Blick verriet keinen verheißungsvollen Ton: „Sie müssen erst an die Steuerbehörde und dann an unsere Kommerzbank um die nötigen Gebühren für den Pass zu zahlen. Danach brauchen sie eine Kopie vom Trauschein, sowie vom Ausweis der Eltern – vom Notar bescheinigt. Auf Wiedersehen. Der Nächste bitte!“ Weil eigentlich die beste aller Ehefrauen am Schalter stand und ich hinter ihren Rücken, diskreten Sichtschutz vor den strengen Blicken der Beamtin suchte, war ich wohl doch erst der Nächste. „ Guten Tag, ich bin der Mann von der Frau vorher, wenn wir es schaffen in 50 Minuten den nötigen Kram zu erledigen, gibt es eventuell die Möglichkeit...?!“ „Verschwenden sie nicht die kostbare Zeit meiner Kunden - der Nächste bitte !“ Als ich schon heldenhaft protestieren wollte, zog mich meine Frau energisch weg von der gefährlichen Front des angespannten Kollisionskurses auf dem ich mich gerade befand. „Aber so kommen wir nicht weiter“, stammelte ich. „Vergiss es , komm lass uns erst den Papierkram erledigen“.

Einen Tag später am Donnerstag hatten wir glücklicher Weise den komplizierten Papierkram pünktlich bis 12 Uhr erledigt. Verblüfft fanden wir erneut nur den geschlossenen Schalter. Darüber stand ein Schild: „Donnerstags von 9 – 10 Uhr für Reisepässe geöffnet. Freitag ist frei. Ab Montag 10 Tage Urlaub.“

„Na toll – was nun ?“ und ich begann gerade daran fieberhaft einen Ausweg zu suchen um meine glücklichsten Jahre weiter so fort setzen zu können. „Was nun ?!“ erhallte das Echo von meiner besseren Hälfte. Resigniert schlug ich vor, den Hinweis vom Schild zu befolgen: „ Na dann machen wir halt 10 Tage Urlaub!“

Erholt standen wir 10 Tage später am Schalter. Wir wollten pünktlich um 12 Uhr die ersten Kunden sein. Wir waren zwar nicht die ersten aber die Einzigen. Über dem Schalter stand ein neues Schild. „Für Reisepässe : Montag bis Freitag 9 - 17 Uhr , freundlichst geöffnet.“ Wir waren perplex. Aus dem Schalter guckte uns mit total lieben Blick, ein neues nettes Gesicht an. Unsere Perplexität verdoppelte sich. „Sie wünschen?!“ Ich trat heraus aus dem Schatten meiner Frau. „Einen Reisepass für unsere Tochter“, antworteten wir beide im Chor. „Sehr schön, sie brauchen zunächst...“ „Wir haben schon alles dabei“, reagierten wir erneut in eingespielter Spontanität. „Sogar unsere Tochter“, ergänzte ich höflichst und setzte fort: „Ihre Kollegin hatte...“ „ Papperlappapp, es gibt keine Kollegin“ unterbrach sie und prüfte unseren Papierkram, „sie hat in Spanien einen neuen Job bei einer Erdbeerplantage gefunden. Sie wurde hier gefeuert.“ „Oh, das geht aber schnell mit der EU – Integration“, stellte ich erfreut fest. „Nicht so voreilig“, unterbrach die nette Beamtin: „wir haben ein EU-Problem: sie sind Ausländer.“ „Ja, ich bin Deutscher, ist das ein Problem?.“ „Nicht unbedingt, aber wir brauchen vom Notär eine Beglaubigung,dass sie als ausländischer Vater einverstanden sind.“ „Ja, aber wir sind doch jetzt in der EU“ „Als sie Vater wurden, waren wir noch nicht EU-Mitglied“. „Was kann ich denn dafür“. „Was kann ich denn dafür daß sie Vater als Ausländer ausserhalb der EU wurden.“ Sie guckte immer noch freundlich. Ich kapitulierte: „OK – wir gehen sofot zum Notar!“

Ein paar Minuten später beim Notar. Ein smarter junger Kerl, perfekt gestylt, sprach mich an: „Sie wünschen!“ „Ich brauche einen Reisepass für mein Kind.“ Geschickt versuchte ich meine Nervosität zu verbergen. „Oh, tut mir leid,hier sind sie falsch, das Passamt liegt bloss ein paar Minuten von hier entfernt.“ „Ach, entschuldigung – ich meine – ich komme gerade vom Passamt, ich brauche von ihnen eine Beglaubigung, daß ich als Vater des Kindes...“ „Alles klar, jetzt sind sie hier richtig, haben sie den Vaterschaftstest?“ „Wieso Vaterschaftstest ?!“ Ich war gerade dicht davor auszuflippen. „ Bitte beruhigen sie sich, wir sind nun in der EU und da muss nun alles streng geregelt sein. Die aus Brüssel machen uns enormen Druck.“ „Aber hier ist meine Tochter – einen Moment“ ich rief fast panische zum Wartegang „Isabelle - komm zu Papi!“ Isabelle erschien sowas von artig und total unschuldig bei der ganzen Sache. „Sehen sie , meine Tochter ähnelt mir auf´s Gesicht geschnitten. Wieso brauche ich den Vaterschatftest ?“ „ Ja das ist die neue Regelung, nach dem Motto: sicher ist sicher.“ Ich schrie um Hilfe. Meine Frau erschien solidarisch genervt: „Wo brennt es?“ Meine Stimme überschlug : „Sag dem Herrn Notar, dass ich der Vater dieses Kindes bin, du bist Hauptzeugin!“ „ Mach doch keinen Zirkus vor deiner Tochter...“ „Sehen sie junger Mann...“ brüllte ich den Notar an : „ ich bin der Vater - mit oder ohne EU!“ „Wenn sie nicht mit diesem Ton aufhören, rufe ich die Polizei – mit oder ohne EU!“ , stichelte der Notar souverän zurück. „Stop - einen Moment, das ist ein Missverständnis ,“ griff die beste aller Ehefrauen ein . „Hier ist der Geburtsschein unserer Tochter.“ Sie hat schon so oft mein Leben gerettet. Diesmal auch meine Ehre. „ Na, warum denn nicht gleich so , na also , da haben wir ja die Sache geklärt: sie sind doch Ausländer“. „Nennen sie mich nicht Ausländer , ich bin nur ein Mensch und gleichzeitig Vater dieses Kindes und ich bin hier weil...“ „ Schon gut, schon gut wir kriegen das hin,“ beruhigte mich der Notar. Die Situation scheint sich zu entschärfen. „Ihren Ausweis – bitte!“ Ich überreichte meinen Ausweis. „Oh, auf dem Foto tragen sie Bart,“ bemerkte der Notar. Ich klärte auf:„ Ja, ist schon lange her , vor meiner Ehe, da war ich noch ein Barbar, jetzt bin ich ein anständiger Bürger der EU und ein ganz liebevoller Familienvater . Ich rasiere mich regelmässig, ist das ein Problem?“ „ Für mich nicht aber für ihre Beglaubigung, sie müssen erst den Bart wachsen lassen und in ein paar Wochen wiederkommen. Ich kann ihnen jetzt keine Beglaubigung erstellen, sie verstehen, die EU verlangt das.“

Meine Kapitulation erlangte ihren Höhepunkt. Bis der Bart wuchs, musste ich schon längst meine Konzertreise antreten. Ohne Tochter Isabelle. Dass mein Ausweis abgelaufen war spielte während der Reise keine Rolle. Bloss meine Konzerte sollten abgesagt werden, es sei denn ich rasiere meinen Bart : Wegen den Fotos auf den Plakaten, wo ich so vertrauenswürdig und ohne Bart verschmitzt lächle - nicht wegen der EU. Kapitulationen dieser Art gehören allmählich zu meinem Alltag um erfolgreich zu sein, und so liess ich meinen Bart rasieren.

Wenn meine Tochter gefragt wird, wer denn ihr Papa sei, dann antwortet sie ganz stolz wie aus der Pistole geschossen: „Mein Papa ist ein Ausländer ohne Bart!“

Hinweis: Übersetzung in Esperanto - hier: http://www.ipernity.com/blog/cezar/165027

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July 4, 2009

Laudatio - Konzert in Deutsch - Kreuz / RO - Siebenbürgen



In den grösseren sächsischen Ortschaften Siebenbürgen ist auch heutzutage trotz massiver Auswanderung der Sachsen ein beachtlicher Kern dieser Volksgruppe zurückgeblieben, welche weiter in ihrer Heimat den von ihren Vätern geerbeten kulturellen Bestand in lebendigem Gemeindeleben und lebhafter Gemeinschaft, fördern und erhalten. Zu ihren Kulturträger gehört auch ein beherzter Kreis von Kirchenmusiker die jedes Jahr gemeinsame Projekte oder Veranstaltungen planen und durchführen. So entstand die Idee von Prof. Kurt Philippi ( Landeskirchenmusikwart – Hermannstadt ) , daß jedes Jahr ein „Laudate Chorkonzert“ stattfinden soll und zwar in Ortschaften, wo in der Vergangenheit , Musik auf hohem Niveau aufgeführt wurde und deren Noten in den Archiven aufbewahrt und z. Z. neu entdeckt wurden.

Laudatio-Konzert in Deutsch Kreuz
Laudatio-Konzert in Deutsch Kr…
Laudatio-Konzert / Steffen Schlandt dirigiert
Laudatio-Konzert / Steffen Sch…



In diesem Jahr fand das „Laudate – Konzert“ in Deutsch Kreuz am Samstag den 27 Juni, statt. Es wurde der Rezeption des Werkes von Josepf Haydn in Siebenbürgen gewidmet und wurde zugleich auch Auftakt zur Restauration der hiesigen Thois-Orgel . Die evangelischen Kirchechöre aus Hermannstadt, Kronstadt, Schässburg, Fogarasch und Zeiden, nahmen am Konzert teil. Ebenso wirkten mit im Konzert ein Kammerorchester und Solisten.



Laudatio-Konzert in Deutsch Kreuz
Laudatio-Konzert in Deutsch Kr…
Laudatio-Konzert in Deutsch-Kreuz
Laudatio-Konzert in Deutsch-Kr…



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July 1st, 2009

Hochzeitsmusik vor Insolvenz


Es ist rührend zu erleben, wie sich Mütter so hingebungsvoll um die Hochzeitsmusik ihrer Kinder kümmern. Einfach toll, endlich mal tonangebend Regie zu führen , wo eine ganze Gesellschaft daran festhören darf: die Hochzeit erklingt mütterlich inszeniert.

Was wären die stressigen Hochzeitsvorbereitungen einer Mutter, ohne ohrwurmmäßige Begleitung von Roy Blacks schnulzigem Trost „Ganz in Weiß, mit einem Blumenstrauß“ ? Das Lied hat schon über so manche mütterliche Hochzeitsdepression hinweggeholfen.

Auch ich musste bei meiner Hochzeit vor den so rührenden musikalischen Einsatz meiner so liebevollen Mutter kapitulieren: sie wollte, dass Blasmusik erklingt, koste es was es wolle. Natürlich hat sie das alles auch noch bezahlt. Schließlich gab es noch keine Wirtschaftskrise. Da waren fast so viele Bläser als Hochzeitsgäste, aber Blasmusik muss sein, auch wenn dem desillusionierten Bräutigam ein Kammermusik-Trio lieber gewesen wäre. Meine entzückende Braut hätte sich auch mit einem bescheidenem Duett begnügt: wir zwei – sie ist Sängerin und ich ihr zuverlässiger Begleiter. Nicht um hohe Kosten zu sparen, sondern einfach nur aus der sympatischen Überzeugung: mit wenig ist mehr getan. Diese lebensfreudige Einstellung hat übrigens bis heute unsere Ehe vor der Wirtschaftskrise gerettet.

Doch zunächst folgt die Zeremonie am Traualtar. Da muss erst der musikalische rote Teppich bestens von der Mutter angestimmt, ausgerollt werden. Ja genau, mit diesem Hochzeitsmarsch, na wer hat das nur komponiert ?! Da muss man schon im Internet den Herrn „Guhgel“ fragen. Na – kennt doch Jeder: dieses feierliche Stück , welches wohl in keinem Kinofilm während der Hochzeitszene wegzuhören ist... Nee, es handelt sich nicht um Beethovens „Ode an die Freude“, auf so eine Idee kommen wirklich nur die genialsten Mütter.

Ob Richard Wagner mal selber diesen Hochzeitsmarsch je auf einer Orgel gespielt hat ? Glaube ich kaum, damals wurden die mütterlichen Musikwünsche von der akutesten Einmischkrise aller Zeiten gerüttelt.

Hat aber schon jemand von Euch hochverehrte Leser, das gequälte Gesicht eines Organisten gesehen, während er bei einer Hochzeitszeremonie diesen einen Marsch wagnert ? Hiermit verbreite ich einen Apell an alle genialen Mütter: bitte erspart der so lieben aussterbenden Organistenspezies diese menschentonverletzende Tortur! Es gibt wirklich rafiniertere Fest-Vorspiele als diese banale Banauser-Entstellung die dem genialsten deutschen Opernkomponisten aller Zeiten zugeschrieben wird.

Als Organist habe ich schon oft erlebt , dass aus den Reihen der Hochzeitsgesellschaft , die über hochzeitsmusikalischen Tuten und Blasen mit ihrer Beschränktheit nur so protzen, (geschweige von der Hochzeitsliturgie!) in letzter Minute zu mir angehetzt fragen: „ Spielen sie auch das Ave Maria?“ „Nöö, ich bin Lutheraner – wie wärs mit der Vogelhochzeit?“

Und so erlebe ich von Woche zu Woche , die diversesten Hochzeitszeremonien mit Müttern die sich rührend um die Musik kümmern, koste es was es wolle. Neulichst aber , seit es die Wirtschaftskrise gibt, hat sich die mütterliche Hochzeitsregie betreffend Musikgestaltung radikal geändert: es wird nur noch aus Liebe geheiratet. Geld und Musik spielt keine Rolle mehr und so erklingt der neue Rausschmeisser als Organisteninsolvenz, komponiert von einem gewissen Herrn Prof. Dr. Wirt-Schaffts van Kriehse.

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June 24, 2009

Memento der Ruinen

stolzenburg
stolzenburg

Seit Gelehrte und Künstler der Renaissance die Kunst und Architektur der
Antike entdeckt haben, gibt es die Faszination der Ruinen. An ihnen
entwickelt sich historisches Denken, nimmt die "Archäologie des Wissens"
ihren Ausgang. Kunstwissenschaft Historie, Altertumskunde, Philologie, ja
selbst die PsychoanaIyse, die Freud in einem durchaus nichtmetaphorischen
Sinn mit der Archäologie verwandt sieht, arbeiten an Trümmern,
Bruchstücken, Relikten, Torsi, Fragmenten. Nicht ohne Grund kennzeichnet
Michel Foucault die Arbeit jedes Humanwissenschaftlers als archäologische:
die Vergangenheit insgesamt ist Ruine. Das einst lebendig erfüllte Gehäuse
vergangener Gegenwart wird durch bloßes Verrinnen der Zeit, durch
Vergessen, aber auch durch Verdrängen und Überlagern zur Ruine.

burgruine mit kreuzscharte
burgruine mit kreuzscharte

Andererseits ist die Vergangenheit "noch nicht vollendetes Gebäude", wie
Bloch sagt. Die historisch investierten Energien sind Bauwille, der auf
Zukunft geht, Architektur der Hoffnung. Noch nicht fertiges Haus und Ruine:
das sind die Signaturen der beiden fundamentalen Haltungen zur Geschichte,
Hoffnung und Melancholie. In epochal. typischer Weise bilden Bauplan und
Verfallsbewußtsein, die Anstrengungen des Lebens und die Erosionen des
Todes wechselnde Balancen.

hausruine in bekokten
hausruine in bekokten


Diderot der Vater der Encyclopedie, die durchaus auch als Versuch
zu einer "menschlichen" Kosmologie, d. h. als Repräsentation des Sieges der
Vernunft über die Zeit gelesen werden kann -: Diderot also notiert anläßlich
der Ruinenbilder Hubert Roberts: ""Wir ahnen voraus die Verheerungen der
Zeit und unsere Vorstellung verstreut auf der Erde die Gebäude, die wir selbst
bewohnen." - (Eben dies wird zum Darstellungsprinzip des Films "Stalker" . )
- "Die Ideen, die Ruinen in mir wecken, sind groß. Alles wird zunichte
gemacht, alles verfällt, alles vergeht. Allein die Erde bleibt noch übrig. Allein
die Zeit dauert an. Wie die Welt doch alt ist!"

ruine der kerzer zisterzienser abtei
ruine der kerzer zisterzienser…

Fazit: Die bewahrten Ruinen erscheinen so als Totenbuch, das die Wahrheit der Architekturen
aufzeichnet.

Mehr dazu mit vielen Bildern findest du unter der Gruppe Ruinen:

http://www.ipernity.com/group/97588

Du bist ganz herzlich eingeladen, selber mit passenden Fotos beizusteuern und Mitglied der Gruppe zu werden.

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June 22, 2009

Die Himmelsleiter von Hans - Georg Kaiser

Hans-Georg Kaiser

DIE HIMMELSLEITER

(Für Klaus Dieter Untch)

festgottesdienst in friedrichroda
festgottesdienst in friedrichr…

Wenn meine Orgeltöne klingen,
kann ich mich in den Himmel schwingen..
Die Seele wandelt in den Buchen
und nicht einmal die Spatzen fluchen.

Mich packt die Lust erst recht beim Spielen,
in der Gemeinde vor den Vielen.
So werden Töne übertragen,
die wieder in den Himmel ragen.

Die Orgel ist mir Himmelleiter,
sie stimmt mich für das Leben heiter,
sie kann mich auch zur Andacht zwingen,
wenn Zweifel mich beim Spiel durchdringen.

http://www.ipernity.com/home/cezar

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June 16, 2009

Stress um uns - farbenblind gesehen

Ein stressfreies Leben zu führen ist heutzutage ein unrealistisches Ziel. Vielmehr kommt es darauf an, den vorhandenen Stress, aktiv und wirkungsvoll in den Griff zu bekommen. So ist der Stress nicht unbedingt unser Feind. Stressverbündete kennen das von der grossen Koalition. Schädlich ist die Art und Weise, wie wir bloss mit Stresssituationen umgehen. Habe ich oft meiner Frau schon gesagt, aber sie gehört zu jenen , die im Stress gerne baden. Deshalb sind wir ja auch treue Verbündete geworden, der Unterschied zur Politik: wir halten immerhin fest zusammen.

So ist für viele Menschen der Stress sogar ein soziales Bedürfnis geworden, einfach nach dem Motto: Stress ist in. Wir dürfen nicht zulassen, dass der Stress uns beherrscht. Wir können dagegen steuern, wenn wir versuchen bei aller Überlastung, immer noch die Zügel in der Hand zu halten. So wie im turbulenten Eheleben.

Fast immer lernen wir aus schwierigen Momenten etwas für die Zukunft: der Stress von heute ist oft die Routine von morgen. Diese Erkenntnis kann uns in stressreichen Zeiten zur nötigen Gelassenheit verhelfen. Kinderreiche Eltern können ein Lied davon singen: irgendwann wachsen sie wie von selbst heran, weil sie im Gruppenstress ein konstruktives Konkurrenzverhalten entwickeln. Und wenn der Plan gut stimmt, folgen noch ganz hohe Ziele: hilf dir selbst, so hilft dir Gott - der Anfang souveräner Selbständigkeit. So einfach ist das mit dem Stress heutzutage. Leider sehen das so wenige Familien ein. Deshalb sprechen wir von der demografischen Realisierungskrise. Aber das ist ein anderes Kapitel.

Hier auch ein Beispiel aus meinem so bewegten Stresssituationen: als Musiker muss ich oft schnelle Passagen bewältigen. Durchtrainierte Motorik beflügelt die eingeübte Technik zur stresslosen Schnelligkeit. So wird Handwerk zum Genuss, wohl mitten im Prestissimo.

Meisterdiebe beherrschen fabelhaft diese famose Kunst stressloser Schnelligkeit. Gekonnt schaffen sie, durch schnelle Fingerakrobatik eine wahre Einheit beachtlicher Zusammenschmelzung von Ruhe und Gelassenheit, herzustellen. Sich nicht erwischen zu lassen, wird motiviert von der schrecklichen Vorstellung,dass es im Knast überhaupt keinen Stress mehr gibt.

Deshalb sollten wir uns folgendes merken: wer den Stress in meisterlich gekonnte Schnelligkeit (Flexibilität) umdisponiert, findet leichter den inneren Ruhepunkt, die beste natürliche Medizin besonders gegen Schlafstörungen und sonstigen Zukunftssorgen.

Auch die Jüngsten unter uns sind eifrige Stress - Verbündete. Raffiniert nutzen sie die Stresssituation als Schutzmittel gegen schwierige Anforderungen ihrer Eltern oder Lehrer. Das ist aus pädagogischer Sicht, freilich die totale Herausforderung auch wenn schlichte Kapitulation die beste Notbremse ist.

Neulichst in der Schule forderte ich in der Musikstunde einen Schüler auf, dass er mir den Unterschied zwischen Streich- und Saiteninstrument erklärt. „ Ich muss erst etwas nachdenken“, rang er um etwas Zeit zu gewinnen.“ „Na dann denk , aber dalli - zackizacki...“ „Ach, sie machen mir doch nur Stress!“ „Gut, dann denk positiv, das hilft voll Frontal gegen Stress und Unverschämtheit!“

Da ich farbenblind bin , sehe ich die Welt mit anderen Augen. Das hat so seinen Vorteil : wer die Dinge mit anderen Augen sieht, lernt schnell kreativ genug zu sein, um Stress als Schmiermittel zu nutzen,um so einiges noch zu regeln, vor allem sich das Leben zu erleichtern.



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June 6, 2009

Über unsere Hörgewohnheiten

Gehörbildung ist in unserer überfluteten Informationswelt eine fast in Vergessenheit geratene Randerscheinung geworden. Es handelt sich dabei nicht unbedingt um komplexe Hörvorgänge die ein Spitzenmusiker beherrscht ( Erkennen von Akkorden, Klangfarben, musikalische Strukturen) . Es geht vielmehr um unsere elementare Hörleistung als hörender Mensch. Unsere Hörleistung ist von der seelischen Disposition abhängig. Fast immer schlägt unser persönliche Befinden durch und kann dabei das Hörvermögen fördern aber auch hemmen. Eine unserer gravierenden Hör-Barrieren stellt der Mangel an Konzentration dar. Unser Gehör sowie die Wahrnehmungsfähigkeit werden durch Meditation, Stille oder Konzentration stimuliert. Geräusche der Natur helfen da gut mit: sei es das Flüstern des Windes, Rauschen der Wellen oder Vogelgezwitscher. Eigentlich ein faszinierendes Kapitel für sich.

In einer Zeit optischer und akkustischer Reizüberflutung unerhörten Ausmaßes verwundert es uns nicht, wenn wir uns resigniert und demonstrativ in gewisse Hörextreme flüchten. Sei es bloß nur konsequentes Abschalten, Berieselung, alternative Hörkompensationen wie Wasserfallgeräusche aus der Stereoanlage oder Relaxionsounds als Auszeit für die Sinne. Andere wiederum stürzen sich in Geräusch-Orkane und brauchen den Kick um Hörintensität in Erlebnisfähigkeit umzusetzen. Die Folgen können fatal sein: Abstumpfung, Anteilnahmelosigkeit , orientierungslose Flucht vor den Herausforderungen der Realität.

Jedoch zum Hören gehört auch Wissen und Bildung. Wer seine Hörgewohnheiten vernachlässigt und nicht kultiviert, verliert an elementare Bereicherungen des Alltags wie Lebensqualität oder Lebensfreude.

Über unsere Hörgewohnheiten sind folgende Fragen lebenswichtig: was habe ich von dem was ich höre? Was bringt mir meine Hörgewohnheit ? Um welchen Preis ?

Fazit: was wir hören, da gehören wir hin.

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June 3rd, 2009

Schuhe die glücklich machen

Als Kind habe ich ganz früh alles Mögliche gelernt. Auch das Rauchen. Oh, hat das Spass gemacht im Nikotinrausch schwindelig zu taumeln. Dann wurde ich Schritt für Schritt ein eifriger Läufer. Bis ich es zur Marathon-Strecke brachte, hatte ich mir schon längst das Rauchen abgewöhnt. Sogar während meiner Zwangsarbeit im komunistischen Rumänien irgendwo in einem brutalen Steinbruch hat mir keine Ideologie mehr das Rauchen attraktiv gemacht. Ok, während meines Studiums habe ich nach erfolgreichen Prüfungen zwar nicht gerade gekifft, wie das so bei meinen Kollegen üblich war, aber dann wenigstens einen teuren Zigarillo gepafft. Ich kam mir dann vor wie Arnold Schwarzenegger dessen Lebensweisheit wie ein Flaschengeist aus dem Rauch qualmte: "Hastalavista Baby"! (Auf Rumänisch sagt man hier dazu einfach nur "Servus du Sau!") Mit anderem Worten da stehe ich als überzeugter Nichtraucher mit sieben spannenden Ehejahren, Dank meiner besten aller Ehefrauen: eine überzeugt Kettenraucherin. Wir, oder besser gesagt ich , oder besser gesagt sie , haben - habe - hat alles Erdenkbare versucht ihrer Rauchsucht ein Ende zu setzen. Vergeblich , je höher die Messlatte meiner ultimativen Verspechungen , je grösser ihr grenzenloses Rauchdesaster.

Neulichst aber, seit einigen Wochen, so ganz plötzlich, hat sie mit dem Rauchen wie aus heiterem Himmel aufgehört. Ganz schön pervers, einfach so. Verstehe ich nicht. Hat mich ganz schön nervös gemacht. Reicht das Geld nicht mehr ? Ist es die Wirtschaftskrise? Oder ist sie einfach nur ein bischen schwanger geworden? Alles Fragen die mich an den Rauch der Verzweiflung umbringen könnten. Doch zum Glück bin ich so ein Pilz der auch im Regen keinen Schirm braucht und als ich neulichst meiner besten aller Ehefrauen feierlich erklärte: " Weist du, dafür dass Du nicht mehr rauchst, kaufe ich dir eine goldene Krone...", da lautete ihre bombenscharfe Antwort: " Brauche ich nicht du Idiot, kauf mir lieber ein paar Schuhe !"

So wurde ich zum glücklichsten Schuhkäufer. Um welchen Preis ? Das spielt jetzt keine Rolle mehr.

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May 31, 2009

Trachten als Boten des Friedens

Die Tracht ist eine für einen gewissen Landstrich charakteristische Bekleidung.
Die Identität einer Volksgruppe wird in besondrer Weise durch die Tracht hervorgehoben. Trachten werden vor allem mit Traditionen in Verbindung gebracht.
Seit aber vor allem in der Nazizeit aber auch unter anderen Ideologien und Diktaturen unter dem Decknamen Identität, Volksmanipulation und Missbrauch verübt wurde, ist man auf der Suche nach Werten die mehr Bestand auf die verschiedenen Gemeinschaften ausüben. Durch die globarisierte Zusammenrücken und Ineinanderwachsen verschiedener Völkergruppen , durch das bunte Miteinander und Brückénbauen verschiedener Herkunft, wird der Sinn von Identitaet in Frage gestellt. Wer zuviel Gewicht auf Identität legt, begibt sich auf Kollisionskurs mit anderen Identitäten und bietet unötige Angriffsfläche. Darüber ist auch genügend gestritten worden. Hier die Alternative und Lösung: anstatt Identität sollten wir uns heute eher mit dem Begriff Integrität auseinander setzen. Hat bisher deutlich mehr an Näherkommen, Verbindung, Verständigung gebracht und öffnet neue Perspektiven für den Weltfrieden. Was hat das mit Trachten zu tun? Ganz einfach: nach Frieden "trachten".

Für weitere Inspirationen zu diesem Thema bist Du hier eingeladen:

www.ipernity.com/group/98031

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May 28, 2009

Musik für Menschen mit Behinderung


Benefizveranstaltung zu Gunsten der Zeidner "Rafael" Stiftung



Die Zeidner Konzertreihe 2009 wurde am 24. Mai zum Sonntag „Exaudi“ mit einem weiterem Benefizkonzert zu Gunsten der Zeidner „Rafael“ Stiftung fortgesetzt. Exaudi bedeutet: höre meine Stimme, Gott. In diesem Sinne wurde ein reichhaltiges Programm an Instrumentalmusik für Saxofon, Flöte , Trompete und Orgel geboten. Als Gast-Solistin trat auf Susanne Schaak aus Berlin, begleitet an der Orgel vom Zeidner Hausorganisten Klaus Dieter Untch. Im Publikum waren erneut zahlreiche Menschen mit Behinderung anwesend. Sie spiegeln zu unseren Seelen in ihrer Unbeholfenheit jene Situationen vor, wo uns oft die Worte fehlen und wo wir nicht wissen wie wir reagieren sollen. Zweifel, Fragen, Ängste und Unsicherheiten werden da gegenwärtig. Doch zum Stichwort Exaudi lautet die gute Botschaft dass gerade da, wo wir in Betroffenheit stumm bleiben , trotzdem erhört und verstanden werden. Mit Improvisationen zum Thema „Hilf herr meines Lebens“ oder „Du hast uns Herr gerufen“ wurde die Betroffenheit für Behinderte - da wo Worte aufhören, in erhebenden Klängen vorgetragen.

my self in action
my self in action

Mit Gottfried Fischers fröhlichen Variationen im Stile Mozarts „Geh aus mein Herz und suche Freud“, forderte die Musik den heiteren Aufruf trotz Behinderungen die Kräfte nicht schwinden zu lassen.

Wie Liebe und Frieden miteinander verbindet war vor allem hörbar, in den irischen Flötenmeditationen oder den exotischen Gesänge der Christen aus Indien - Bhajan Medley für Saxofon.

Susanne Schaak aus Berlin
Susanne Schaak aus Berlin

Susanne Schaak leite den Schlussteil des Programms mit modernen Swing Einlagen für Orgel zum Thema „Gib und Frieden jeden Tag“, komponiert von zeitgenssen Johannes Michel. Somit erklang der musikalische Aufruf zur Freude gemäß des Psalmtextes 27 zum Sonntag Exaudi: „Der Herr ist mein Licht und mein Heil“ .

Abgeschlossen wurde das Konzert in dieser fröhlichen Swing Stimmung mit einer Orgelfantasie für vier Hände „Komm Herr segne uns“ von Jörg Fuhr.

Nach dem Konzert konnten diverse Geschenkexponate vom Austellungsbasar der Stiftung „Rafael“ käuflich erworben werden.

( Pfr. Hannelore Agnethler - Kronstadt )

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May 23, 2009

Gegen aller Erwartung / über das wahre Wissen

Ein Weiser, ein wahres Wunder seiner Zeit , lehrte seine Schüler aus seinem sichtlich unerschöpften Schatz an Weisheit. Er schrieb all sein Wissen einem dicken Buch zu, das in seinem Wohnraum einen Ehrenplatz einnahm. Der Weise erlaubte niemandem, das Buch zu öffnen.
Als er starb, eilten die Leute, die um ihn gewesen waren und sich als seine Erben betrachteten, das Buch aufzuschlagen, voll Eifer, sich anzueignen, was darin geschrieben stand. Sie waren überrascht, verwirrt und ettäuscht, als sie fanden, daß nur auf einer einzigen Seite etwas geschrieben stand. Sie wunderten und ärgerten sich noch mehr , als sie den Sinn des Satzes, auf den ihr Blick viel, zu enträtseln versuchten. Der Satz lautete. „ Wenn ihr den Unterschied zwischen Behälter und dem Inhalt begreift, werdet ihr Wissende sein.“ (Shah, 1969a)
Weitere Perplexitäten findest Du auch bildlich unter der Gruppe: "Filosofische Impressionen"
Published at 05:01 ( 8 comments / 221 visits )
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May 22, 2009

Genialität eines Portraits

Die Genialität eines Portraits besteht darin , mit künstlerischen Mitteln die wahre Seele hinter der Gesichtsmaske sichtbar zu machen.
(Siehe Gruppe "Draw and paint portraits" www.ipernity.com/group/96116 )
Published at 07:10 ( 4 comments / 111 visits )
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