Heute waren wir nocheinmal mit dem Auto in und um Midong im Nordwesten von Urumqi unterwegs und sind bis zu dem Ausläufern des Tianshan-Gebirges gefahren. Endlich auch ein wenig Natur. Je höher wir fuhren, desto besser und klarer wurde die Luft und die Sicht, kein Vergleich zum immerwährenden Smog über der Stadt. Trotz der herrlich strahlenden Sonne hingen in der Inversionsschicht die Emissionen der Industriegebiete. Besonders nett: Sinopec, wo die Restgase der Erdgasverarbeitung abgefackelt wurden. Nicht dass man nicht wüsste, wo's herkommt.

Eindrucksvoll war auch der Gegensatz zwischen Stadt und Land, der nicht mal fünf Kilometer auseinander lag: In der Stadt Hochhäuser, Wohnblöcke und HighTech-Industrie, außerhalb der Stadt noch einfachste Landwirtschaft mit den einfachsten Maschinen basierend auf der Handarbeit der Bauern. Und das nicht von Touristen überschwemmte Tal ohne eine Kolonne von Reisebussen, das wir hochgefahren sind, war die meiste Strecke nur auf einer Schotterpiste befahrbar, die sicherlich bei der nächsten Schneeschmelze wieder weggeschwemmt wird. Auch wenn es sich auf die Versorgung der Menschen im Tal schlecht auswirkt, war es schön, auf einer wenig befahrenen Straße talaufwärts zu zuckeln...