Brief mit Bericht

vom 19.07.2011

"Kirchenburgen in Gefahr"

von John Munro, Company Director, The Traditional Building Company Ltd

( Deutsche Übersetzung )

Sehr geehrte Herren,

Ich schreibe, um einige Bedenken, die ich in Bezug auf die Reparaturen, die bei den Wehrkirchen in Deutsch-Kreuz und Meschendorf durchgeführt wurden, zum Ausdruck zu bringen.

Ich bin der Betriebsleiter der Tradidional Building Company Ltd, einem britischen Unternehmen, welches auf die Reparatur und Erhaltung von historischen Gebäuden spezialisiert ist. Unser Unternehmen beschäftigt mehrere hoch qualifizierte Handwerker und wir führen Reparaturen an älteren Gebäuden auf einem sehr hohen Standard durch. Wir arbeiten eng mit der Princes-Foundation for The Built Environment and Ty-Mawr Lime zusammen und klären Handwerker und die Öffentlichkeit über die Verwendung von traditionellen Fertigkeiten und Materialien auf.

Ich reiste kürzlich für zwei Wochen nach Rumänien und während meines Besuchs führte ich ein paar kleinere Reparaturen an einer Festungsmauer an der Kirche in Meschendorf durch. Ich besuchte auch die Kirche in Deutsch-Kreuz und wir beobachteten einige Arbeiter, die die Restaurierung durchführten. Ich stellte fest, dass ein Großteil der Arbeiten, die in Deutsch-Kreuz durchgeführt werden, von einem sehr schlechten Standard zu sein schienen.

An der Kirche in Deutsch-Kreuz werden Neuverfugungen durchgeführt. Der Zement wurde dem Löschkalk hinzugefügt, bevor der Kitt mit Sand gemischt wurde und der Mörtel wurde sehr nass gemischt, ohne ausreichende Vorbereitung des Untergrundes. Die Anwendungsverarbeitung des Kalk- / Zementmörtel war völlig falsch und das Endergebnis war, dass der Stein ausgebleicht wurde und bereits einige Risse erschienen. Meiner Meinung nach ist die Verwendung von Portlandzement in einem Kalk-Gemisch völlig unangemessen, ebenso wie die Verwendung eines Gemisches von Kalk und Sand-Mörtel in einer Mauer, die ursprünglich mit Lehm und Kalk gebaut wurde.

Ich beobachtete, dass der ursprüngliche Ton / Kalkputz mit einer Bohrmaschine heraus gehakt wurde, obwohl nichts mit dem Ton nichts falsch zu sein schien und die Tatsache, dass sie maschinelle Schwingungen verwenden müssen, um ihn zu entfernen, unterstützt meine Meinung, dass der Ton völlig in Ordnung war.

Der Ton wurde ebenfalls durch ein wahrscheinlich schädliches Kalk - Zement Gemisch ausgetauscht, was wiederum, den Zerfall der Steinstruktur innerhalb der Mauern zu beschleunigt wird.

Der Einsatz moderner Technikziegel und maschinengefertigter Tondachziegel war ein ziemlicher Schock für mich, als ich bemerkte, dass die traditionellen Lehmziegeln leicht von lokalen Lieferanten bezogen werden können. Die ursprünglichen Tondachziegel werden vom Dach herunter geworfen und ausrangiert, wobei sie doch leicht recycelt werden können, indem man sie wieder auf dem gleichen Dach einsetzt.

Ich kann sagen, dass ich viele mangelhafte und unsachgemäße Reparaturen an historischen Gebäuden gesehen habe, aber keine von ihnen hat mich so sehr schockiert, wie die Arbeiten, die in der Kirchenburg in Deutsch-Kreuz durchgeführt werden!

Ich verstehe, dass es schwierig ist, qualifizierte Handwerker in dieser Region zu finden, aber ich habe ernsthaft das Gefühl, dass es für diese Gebäude besser wäre, sie einfach in Ruhe zu lassen!

Die Arbeit, die bisher gemacht wurde, ist völlig gegensätzlich, des ursprünglichen Aussehen und Funktion der Kirchenburg.

Anstatt Änderung dieser Gebäude durchzuführen, sodass keine der ursprünglichen Merkmale mehr vorhanden sind, abgesehen vielleicht von der äußeren Form der ursprünglichen Struktur, würde ich raten, die Arbeiten zu stoppen, bis eine geeignete Spezifikation für Reparaturen gegeben ist und ein Team von erfahrenen Handwerkern unter ständiger Aufsicht beschäftigt werden kann.

Ich fotografierte auch einige der Reparaturen, die bereits auf den Befestigungsmauern in Meschendorf durchgeführt wurden und war bei dem Standard der so genannten Flickreparaturen gleichfalls schockiert. Wieder wurden Kalk und Zement verwendet, nur dieses Mal wurde versucht, die rissigen Wände mit Eichenholzteilen zu „flicken“ und dies war eines der schlimmsten Mauerwerke das ich je gesehen habe.

Ich fürchte, dass die fortgesetzte „Beschädigung“ dieses sogenannten Restaurationsteams, den historischen Wert der Gebäude und die lokale Architektur permanent verändern wird. Ich kann auch aus Erfahrung sagen, dass die verwendeten Materialien nicht zur Reparatur dieser Kirchen führen, sondern sie permanent verändern. Dies wird zu schweren Problemen mit der Feuchtigkeit führen und den Zerfall beschleunigen wird; ich bin mir sicher, dass dies das Gegenteil von Ihren Absichten ist.

Ich würde Fotos oder weitere Informationen, die sie benötigen, um diese Beobachtungen zu untermauern, zu Verfügung stellen. Ich bin ebenfalls mehr als bereit, alles zu tun was ich kann, um Ihnen zu helfen, eine angemessene Spezifikation zu erhalten, so dass die Menschen in Siebenbürgen ihr Architektonisches Kulturerbe nicht für immer verlieren.

Ich hoffe, diese Informationen waren hilfreich für Sie.

Wenn Sie irgendwelche Fragen haben, dann zögern Sie bitte nicht mich zu kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen


John Munro
Company Director
The Traditional Building Company Ltd


Original Bericht

"Fortified churches in danger"

Dear Sirs,

I am writing to express some concerns I have regarding the repairs being carried out on the fortified churches in Crit and Meschendorf.

I am the Director of The traditional Building Company Ltd which is a UK based company that specialises in the repair and conservation of heritage buildings. Our company employs several highly skilled craftspeople and we carry out repairs on older buildings to a very high standard. We work closely with The Princes Foundation for The Built Environment and Ty-Mawr Lime educating the general public and craftspeople in the use of traditional skills and materials.

I recently travelled to Romania for two weeks and during my visit I carried out some minor repairs on a fortified wall at the Church in Meschendorf. I also visited the church in Crit and we watched some of the restoration team carrying out the specified work. I noted that much of the work being carried out in Crit seemed to be of a very poor standard.

Re-pointing is being carried out on the church in Crit. Cement was being added to the lime putty before the putty was mixed with sand and the mortar was mixed very wet with no adequate preperation of the background. The application process of the lime/cement mortar was completely wrong and the after effect was bleaching of the stone and some cracks already appearing. I would advise that the use of portland cement in a lime mix is completely inappropriate and that the use of lime and sand mortar in a wall that was originally constructed with clay and lime is also totally inappropriate.

I observed some of the original clay/ lime render being hacked off using a power drill when it appeared that there was nothing wrong with the render and the fact that they had to use mechanical vibration to remove it only serves to reinforce my opinion that the render was sound. The clay render was also being replaced with a potentially damaging lime and cement mix which again will only serve to accelerate the decay of the stone fabric within the walls.

The use of modern engineering bricks and machine made clay roof tiles was quite a shock to me when I realised that traditional clay bricks can be sourced easily from local suppliers and the original clay roof tiles had been thrown down and discarded when they could easily have been recycled and put back on the same roof as original.

I can say that I have seen many poor and inappropriate repairs on historical buildings but none of them have shocked me as much as the work being carried out on the Church in Crit. I understand that it is difficult to find skilled craftspeople in this Region but I genuinely feel that these buildings would be better off just being left alone! The work that is being done is totally adverse to the original design and function of the church. Rather than altering these buildings to the extent that none of the original features exist appart from the outward shape of the original structure, I would advise that work should stop until a suitable specification for repairs is given and a team of experienced craftspeople employed under constant supervision.

I also photographed some of the repairs already carried out on the fortified walls in Meschendorf and I was equally appaled at the standard of the so called stitching repairs. The use of lime and cement again only this time attempts had been made to stitch the cracked walls with oak sections and some of the worst stonework I have ever seen.

I am very concerned that the continued damage these so called restoration teams are causing will permenantly alter the historical value of the buildings and change the local architecture. I can also say from experience that the materials being used are not repairing these churches but altering them permenantly and this will lead to severe damp problems and accelerated decay which I am sure is the opposite of your intentions.


I would be happy to provide any photographs or further information you need to substantiate these observations and I am more than willing to do everything I can to help you acheive a more appropriate specification so that the people of Transylvania do not lose there Architectural Heritage forever.

I hope this information is of help to you and if you have any questions then please do not hesitate to contact me,

Kind Regards,

John Munro

Company Director

The Traditional Building Company Ltd