Unvorhergesehen musste ich mich ein Weilchen allein beschäftigen. Da der kleine Blaue und ich noch fahrbereit waren boten sich kleine Touren an, das Wetter war zwar wechselhaft, aber immer noch brauchbar für derartige Vorhaben.
Der eigentliche Hinweis für diese Gegend ergab sich aus einer Pressemitteilung die ein Hoffest bei Landwirt Haupt anpriess, dort wurden Galloways angesiedelt und sollten dem geneigten neugierigen Publikum näher gebracht werden. Neugierig (feiner ausgedrückt Wissensdurstig bin ich noch immer.
Bei der Suche nach dem Veranstaltungsort im Netz gab es allerdings Irritationen, Gezeigt wurde Hilbersdorf Hauptstrasse 30, dort war aber nichts derartiges zu finden. Wie auch. Die immerwährenden Änderungen der Ortszugehörigkeiten, Eingemeindungen, mehr oder weniger feindliche Übernahmen und ähnlichen Eskapaden der Verwaltung waren Schuld. Hauptstrasse hier, Hauptstrasse da.
Etwas nachdenken - gelegentlich bringt dies Erfolg - führte mich auf die richtige Fährte. Es handelte sich um das "ursprüngliche" Niederbobritzsch.

Nach dem Fotostreifzug in Hilbersdorf ging es also weiter Richtung Bobritzsch. Da ich nicht genau wusste wo der Hof lag fuhr ich nach Gefühl nach links, am Viadukt angekommen musste ich Einsehen: Irrtum. Also wenden und in die andere Richtung. Das war nun wieder eine gute Idee, ich kam der Sache näher. Aber neue Hindernise taten sich auf. "Niederbotsche" gönnt sich einige Meter Strassenerneuerung, also Umleitung über eine bisher von mir nie befahrene, enge Strasse bis zum Mischfutterwerk. Punktgenau landete ich am Hof der Familie Haupt. Aber ich war nicht allein. Strasse und umliegende Wiesen waren blechbeladen. Aber ein Parkplätzchen fand ich noch. Im Ort der Handlung angekommen begrüßten mich erst mal die heranwachsenden Weihnachtsgänse lautstark, im Hof im ein tolles Gewühl von Menschen aller Altersgruppen, vorwiegend befasst mit Essen und Trinken, es gab eine reiche Auswahl. Angeregt davon hab' ich mit eine Grillwurst vom Gallowayfleisch gegönnt (war aber nichts Besonderes für meinen Geschmack). Eigentlich wollte ich ja die Rinder sehen, aber weit und breit erst mal nur Händler. Schließlich fand ich den rechten Weg zu den Rindviechern, bin einfach den Zweibeinern nachgetrottet.
Und da waren sie. Bemerkenswerte Tiere, kräftig und in sich ruhend, durch nichts zu stören. Bisher kannte ich nur die durchgängig braunen Galloways (bespielsweise im Striegistal). Die hier gehaltenen Tiere hatten fast ausnahmslos eine weisse "Bauchbinde", sehr originell anzusehen. Die meisten schwarz/weiss, einig auch braun/weiss. In dem hügeligen weitläufigen Wiesen können sie offensichtlich ihr kurzes Leben geniesen.
Der Himmel bedeckte sich zunehmend, also nur noch ein wenig andere landwirtschaftliche Dinge besehen. Dann noch gegenüber zum alten Mischfutterwerk.
Das war's dann. Der Rückweg war einfacher, es war kein Arbeitstag, die neue Strasse aber für Baufahrzeuge frei, also reihte ich mich in die "Baufahrzeuge" ein. Der Rest nach Hause verlief normal. Insgesamt waren es einige angenehme Stunden.