19.März 2011

Kolberg - Anreise

Sonnabend am Morgen in der Früh, Naja 8:20, ging es los Richtung Kolberg. Der Himmel war grau, grau in verschiedenen Tönen, 3 Grad (über Null) und ein scharfer Wind zeigten an, dass es nur besser werden konnte.

Im neuen Volvo-Bus mit grüner Plakette, aber dem alten Kennzeichen, hatte sich eine aufgeschlossene, erwartungsfrohe Truppe zusammengefunden, vorwiegend ältere Semester, in der Mehrzahl Frauen. Die Geräuschkulisse war ein Konglomerat aus Fahrgeräusch, Gesprächsfetzen und Schlagermusik.

In Siebenlehn auf die A4 bis Dresden, zur A13 Richtung Berlin. einzelne blaue Flecken zeigten sich am Himmel, es wurden mehr und noch mehr. Der Wind trieb sein Spiel, die grauen Regenwolken sahen sonnenbeschienen schon viel besser aus, nach und nach zeigten sich ganz unterschiedliche Wolkenformen, weiße Wattebäusche, die im Wind zerbröselten, daneben sommerlich anmutende Federwolken; dazwischen drängten sich die charakteristischen weißen Streifen, die von schnellen Luftfahrzeugen hinterlassen wurden, konnten aber nicht lange protzen, sie blusterten sich auf, gingen in Sahneschaum über und weg waren sie, vom Winde verweht.

Im Brandenburgischen angekommen, jetzt nur 120 km/h, es war ja ein anderes Ländchen, machte aber nichts, die Baustellen ließen sowieso nicht viel zu, zogen die ausgedehnten Kiefernwälder, hin und wieder von Birken durchsetzt, an uns vorüber. Und immer wieder Windparks, es sind deutlich mehr geworden. Sie sind möglicherweise störend, aber nicht strahlend. Am Schönefelder Kreuz, es ging auf die A10 Richtung Frankfurt/Oder, war der Himmel blank gefegt, zeigte sich im schönsten Bleu. Die Temperatur erreichte immerhin 10 Grad, aber der Wind. Im selbigen tummelten sich hin und wieder auch mal Greifvogelpärchen. Am Berliner Ring, A10, gab es nichts wirklich Bemerkenswertes, viel Sand, Kiefern, aber gut befahrbare Piste. Richtung Prenzlau, A11, zeigte sich langsam die Moränenlandschaft der Eiszeit. Die Felder waren noch bräunlich-grau, aber hin und wieder zeigte sich doch ein Anflug milden Grün's der keimenden Saat. Vorbei an Wandlitz und dem Werbellinsee ging es nordwärts. In Raststätte Buckowsee-Ost die polnische Grenze ist nahe Buckow-See Ost war eine längere Pause erforderlich, die Aussentemperatur hatte sich auf 17 Grad aufgeschwungen und der Wind war im Pausenstadium. Beinahe Frühling. Kurz vor der Grenze, bei Schmölln hat man noch immer ein vermutlich unter Naturschutz stehendes Stück Autobahn erhalten, eine schöne Rumpelstrecke. Bei Pomellen ging es unter Abspielen der polnischen Nationalhymne auf polnisches Gebiet. An der Wechselstelle, es gibt solches noch in Europa, erwarben wir erst mal einige Scheine und Münzen in landesüblicher Der Kurs steht gut Währung, also Zloty (1:3,96). Die Fahrt ging, Stettin links liegen lassend, auf der polnischen A6, auch E28, weiter Richtung Danzig. Die Landschaft unterschied sich nicht wesentlich von der deutschen Seite, um Stettin und die Oderarme war es noch recht feucht bis sumpfig. Die Autobahn ging bei Goloniow in die Landstrasse A6 über. Diese Strecke war bei ihrer Entstehung, ist schon lange her, von Danzig westwärts verlaufend, bekannt als Reichsstrasse 2. Über Novograd, mit gleichnamigem See, ging es über Ploty bis Goscina. Von dort nach links nördlich auf die S 162 flugs nach Kolberg. Die Bauwerke in den Ortschaften haben eine sehr unterschiedliche Struktur. Von "ungelifteten" Altbauten, oft mit bemoosten Dächern bis zu bestens hergerichteten oder auch neuen Häusern gab es einen breiten Spielraum. Auch einige abgefackelte (warmer Rückbau ?) Altbauten gab es zu sehen. Inzwischen zogen wieder Wolken auf, aber dem Tagesziel nahe lugte die Sonne schüchtern durch einige kleine Wolkenlücken. Ankunft im Hotel/Sanatorium Baltyk 17:30, zügig eingescheckt und Zimmer bezogen, es lag zur Seeseite, also hatten wir die Seebrücke und das sich dort abspielende, noch ruhige Leben, ständig vor Augen. Die Sitzflächen waren hinreichend strapaziert, das Genick etwas verspannt, aber es war eine gute Fahrt. Ein ordentliches Abendessen vom Büffet beschloss den Reisetag.

20.März 2011, Sonntag

Kohlberg - der erste Tag am Meer

Die Möve "Emma" prüft wer da angekommen ist Morgens vor Kolberg Am Nachthimmel waren einige Sterne erkennbar, morgens war es leicht diesig über der Ostsee, aber die Sonne deutete sich an. Die Möwe Emma, sass auf der Brüstung und entrichtete ihren noch stummen Gruss. Die Fischerboote waren am Auslaufen. Ein gutes Frühstück, wenn auch ohne Sekt, eröffnete den Tag.

Dann Arztvisite zwecks Kuranwendungen, sprachlich ein wenig kompliziert.

Inzwischen wurde es doch wolkig, was uns aber nicht hinderte die nähere Umgebung, Strandpromenade, Seebrücke und Park wieder zu entdecken (wir waren im Jahr 2008 schon mal hier gewesen). Es war kalt, so bei 2 Grad und ein steifer Westwind blies uns in's Gesicht, also gut für die Durchblutung;-). Die Möwen, sie verstehen dort nur polnisch, waren laut und aufdringlich, kein Wunder, immer wieder gibt es Leute die diese Schreihälse füttern.

Die Möve "Emma" prüft wer da angekommen ist Kolberg - Möven... Gier Ruhe Alte...

Kolberg - Cafe Gruszecki...

Im Hotel-Cafe Cruszecki wurde ein Kaffee, es war wirklich ein guter solcher, zur Erwärmungeingenommen (15 Zl), dann zum Mittagessen. Wie üblich standen die Deutschen vor erbetener Zeit vor dem Speisesaal, als gäbe es nie wieder etwas zu essen, die Vorhalle erschallte vom ungehinderten Geschwätz. Die gewärmte Fensterbank mutete an wie eine Hühnerstiege :-D

In diesem Jahr gab es das Essen vom Büffet, für unsere Begriffe weit zweckmäßiger als das frühere Essen mit Vorwahl. Alles sehr schmackhaft, vor allem immer wieder die polnischen Suppen. Diesmal Tomatensuppe, einfach köstlich. Das eine oder andere hätte etwa wärmer sein können. Die salzhaltige Luft hatte Appetit gemacht.

Nach dem Mittag haben wir noch die beiden letzten Biathlonläufe (Massenstart) angesehen. Immer wieder gut, man weiß nie wie es ausgeht. Aber demnächst sollte es andere sportliche Unterhaltungen geben..

Im Kurhotel Baltyk, wir waren vor drei Jahren schon mal da, hatten wir uns einen Tisch am Fenster zur Seeseite auserkoren. Das Essen war gut geniessbar und mit vollem Bauch konnte man anschließend das Leben am Strand genüsslich beobachten und belästern. Bestimmend die unzähligen Möwen, sahen alle aus als ob sie Emma hießen hat mal einer festgestellt (Christian Morgenstern), daneben zahlreiche Schwäne und das Plätschern der Wellen. Letztgenanntes war nur zu sehen, die Fenster hielten einige Töne zurück, nicht jedoch die der buhnenbauenden "Tacker". Drei Minuten für einen Pfahl. Die Saison wird vorbereitet.

Aber auch menschliche Wesen belebten den Märzstrand. Es war noch kühl, nachts meist frostig. Deshalb keine Bikinis in Sicht.

Es war dennoch gut möglich die Veränderung der menschlichen Gestalt in Abhängigkeit vom Lebensalter zu studieren und zu kommentieren. Eben ein wenig lästern, sich selbst sah man ja nicht. In vielen Fällen hat die Höhe ab und die Breite zugenommen, der aufrechte Gang erschien doch hin und wieder merklich eingeschränkt.

Da gab es noch eine spezielle Truppe, beiderlei Geschlechts, diese führten Stöcke mit sich. Oft stakten sie mir verbissenem, ernstem Gesicht, gewissermaßen zur Faust geballt, durch die Gegend. Dem Einen oder Anderen mochten sie tatsächlich als Gehhilfe dienen, die Meisten wussten nichts rechtes damit anzufangen, stolperten gelegentlich gar über diese Hindernisse. Vermeintlich befassten sie sich mit "Nordic walking", aber es war nur eine Konzession an die Mode. Die Händler hat's bestimmt erfreut.