Zu diesem Bild verweise ich auf "Anmut und Demut" und diesen Beitrag:

Moralimperialismus 2008
Bald sind Olympische Spiele und das Spektakulum vorher ist schon jetzt unerträglicher als vor der Weltmeisterschaft. Die Art und Weise, wie über China, die Olympischen Spiele und Tibet berichtet wird ist an Unerträglichkeit in Hochmut und Bigotterie nicht zu übertreffen und es widert mich maßlos an.

Jeder in diesem Land ist gewillt, von Chinas Staatswesen zu profitieren. Diejenigen, die nicht dort produzieren lassen kaufen und benutzen jeden Tage viele Dutzend Male Produkte und Dienstleisungen made in China. Voll Stolz und ohne den geringsten Gedanken an Menschenrechte bauen Europäer und Amerikaner in China neue Wolkenkratzer, Stadien und Magnetschwebebahnen. Eine Boykott-Forderung an eine handvoll Sportler ist schon von daher kranke Perversion.

Der eigentliche Hochmut aber steht aber auf älteren Fundamenten. Die liberalen Demokratien westlicher Ausprägungen sind freundlich gerechnet 200 Jahre alt und zumindest in unserem - deutschen Fall - haben sie beim ersten Anlauf direkt in den verabscheuungswürdigsten Völkermord der Weltgeschichte geführt. Ich mag die Menschenrechte und die Demokratie auch, aber angesichts der Tatsache, dass das chinesische Staatswesen mehr als 10 Mal so alt ist möchte ich mal hochrechnen, dass sich die Chinesen in dieser Zeit weit weit weniger haben moralisch zu Schulden kommen lassen als wir.

Es ist noch lange, lange nicht bewiesen welches System das bessere ist. Ich glaube, dass viele Chinesen gar nicht mal so unzufrieden sind mit ihrem Staat. Und zumindest die Amerikaner geben sich derzeit größte Mühe, auch mit einer demokratisch gewählten Regierung und Menschenrechten und Meinungsfreiheit im eigenen Land weltweit möglichst viel Unheil anzurichten. Was sind die Menschenrechte in den USA wert, wenn sie beinhalten, dass der Irak in Blut vertrinkt?

Wirklich erschreckend aber ist, dass die gefühlte europäische Überlegenheit auch hierzulande nur eine billige Fassade ist. Wodurch unterscheidet sich die Parteipropaganda Chinas von der Bild-Zeitung. Lügen bleiben Lügen. Und die Bild-Zeitung druckt all die Propaganda über China nicht deshalb auf Papier, weil sie wirklich daran glauben würde, sondern weil die Leser es lesen wollen. Medien machen keine Meinung, sie spiegeln sie nur. Und was ich da im Spiegel sehe, ist die alte runzlige Fratze des Imperialismus.

Zum weiterlesen: Einig gegen den Westen

via [anmut und demut]

 

Wohl gesprochen!