Das Problem, was du da heute hast, hatte ich schon vor mehr als 30 Jahren. Mein Sohn ist Jahrgang 1974. Schon damals fing das mit der Ganztagsbetreuung an. Da war der letzte Schrei ein Ganztagskindergarten, eine Ganztagsgrundschule. Wir hatten damals eine Ganztagsgrundschule für unsere Kleinen verhindert weil wir uns ja damals keine Kinder für irgendwelche staatlichen Einrichtungen und Systeme angeschafft haben sondern weil wir Kinder liebten, welche haben wollten und diese in die Welt setzten.
Wir waren damals noch mit einem alten gebrauchten schwarz-weiß Fernseher mehr als glücklich. Heute sieht das anders aus. Das ganze Konsumverhalten hat auch die Eltern geprägt. Da muß ein 6jähriger, der noch nicht mal des Lesens fähig ist, einen Computer in seinem Zimmer haben, Fernseher in jedem Kinderzimmer, im Wohnzimmer, Schlafzimmer und der 2. Wagen muß vor der Türe stehen. Wer fährt denn heute schon noch eine alte Ente weil man sie sich wirklich leisten konnte? Wir machten das damals.
Somit sind also die Frauen durch die Konsumgesellschaft gezwungen, arbeiten zu gehen damit die Familie sich das auch alles leisten kann und man mit den Anderen im Wettstreit um die Konsumgüter mithalten kann.
Auch ich war immer berufstätig, aber nur 3 - 4 Stunden am Tag damit ich nicht aus dem Berufsleben kam. Es gibt ja auch noch ein Leben nach den Kindern, in dem ich nun stecke :-). Für nichts auf der Welt würde ich die damalige Zeit mit meinem Sohn und meinen Pflegekindern hergeben wollen um den ganzen Tag für ein paar Euros arbeiten zu gehen und den Spaß und den liebevollen Umgang, den ich mit den Kindern hatte, zu verlieren.
Nach wie vor bin ich der Meinung, dass Kinder die liebevolle Betreuung ihrer Eltern brauchen, besonders der Mutter. Eine Kinderpflegerin, die sich um 14 tobende Kinder kümmern muß, kann niemals die Arbeit einer Mutter leisten, niemals so trösten und sich dem Kind zuwenden eben weil die Gruppe viel zu groß ist. Eine Grundschullehrerin mit mehr als 30 KIndern erst recht nicht. Da bleiben die kleinen Kinderseelen jämmerlich auf der Strecke.
Schon wir sind immer mächtig gestreßt, wenn wir den ganzen Tag auf der Arbeit und unter vielen Menschen sind. Wie fühlen sich erst einmal die kleinen Würmchen, die nirgends eine wirkliche Rückzugsecke finden? Immer voll Power um sie herum, immer Krach, Lärm, Streit, Streß mit den Gleichaltrigen.
Die Kinderfeindlichkeit ist durch den Konsumzwang entstanden. Alle sind gehetzt und gestreßt. Auf Kosten unserer Kleinsten.
da hast du wirklich recht. ich kenne es auch nicht anders, als daß meine mutter immer für uns da war, wenn wir aus dem kindergarten (der damals um 12 endete) oder später der schule kamen. und noch heute genieße ich es, zu wissen, daß ich eine basis habe, an die ich zurückkehren kann. mein elternhaus. morgens um halb acht gibts frühstück, wie immer. auch für mich, wenn ich möchte. mir tut jedes kind leid, das diese basis (die ich sicher nicht an rituellen frühstücksorgien festmachen möchte!) nicht kennen lernt und für sich nutzen kann.
ich kenne beide seiten unseres systems, weil ich gelernte erzieherin bin, und kann nur sagen: die kinderbetreuungsformen dürfen und sollen nicht mehr als eine familienergänzung sein. schwierig, wenn man sich die massive zeitspanne ausrechnet, die ein kind durch die mittlerweile allgegenwärtige ganzjahresöffnungszeit und die erweiterten täglichen öffnungszeiten, in der kita verbringt. die zeit der familie schrumpft gegen null... sicher geht es in manchen familien nicht anders, aber das wird ein großes problem werden. ich weiß, wie die einrichtungen funktionieren.
konsumzwang...ein gutes stichwort. allerdings beobachte ich zunehmend, daß sich in meinem umfeld die leute zurück besinnen... auf alte, gebrauchte autos, auch beulen werden in kauf genommen, campingurlaube und secondhandklamotten. kinder können auch erden, wenn man es zulässt. das alles kann auch ein großer vorteil sein, die wirklich wichtigen dinge mal wieder zu sehen... man braucht halt nur ein dickes fell!!!
Renate pro says:
Das Problem, was du da heute hast, hatte ich schon vor mehr als 30 Jahren. Mein Sohn ist Jahrgang 1974. Schon damals fing das mit der Ganztagsbetreuung an. Da war der letzte Schrei ein Ganztagskindergarten, eine Ganztagsgrundschule. Wir hatten damals eine Ganztagsgrundschule für unsere Kleinen verhindert weil wir uns ja damals keine Kinder für irgendwelche staatlichen Einrichtungen und Systeme angeschafft haben sondern weil wir Kinder liebten, welche haben wollten und diese in die Welt setzten.
Wir waren damals noch mit einem alten gebrauchten schwarz-weiß Fernseher mehr als glücklich. Heute sieht das anders aus. Das ganze Konsumverhalten hat auch die Eltern geprägt. Da muß ein 6jähriger, der noch nicht mal des Lesens fähig ist, einen Computer in seinem Zimmer haben, Fernseher in jedem Kinderzimmer, im Wohnzimmer, Schlafzimmer und der 2. Wagen muß vor der Türe stehen. Wer fährt denn heute schon noch eine alte Ente weil man sie sich wirklich leisten konnte? Wir machten das damals.
Somit sind also die Frauen durch die Konsumgesellschaft gezwungen, arbeiten zu gehen damit die Familie sich das auch alles leisten kann und man mit den Anderen im Wettstreit um die Konsumgüter mithalten kann.
Auch ich war immer berufstätig, aber nur 3 - 4 Stunden am Tag damit ich nicht aus dem Berufsleben kam. Es gibt ja auch noch ein Leben nach den Kindern, in dem ich nun stecke :-). Für nichts auf der Welt würde ich die damalige Zeit mit meinem Sohn und meinen Pflegekindern hergeben wollen um den ganzen Tag für ein paar Euros arbeiten zu gehen und den Spaß und den liebevollen Umgang, den ich mit den Kindern hatte, zu verlieren.
Nach wie vor bin ich der Meinung, dass Kinder die liebevolle Betreuung ihrer Eltern brauchen, besonders der Mutter. Eine Kinderpflegerin, die sich um 14 tobende Kinder kümmern muß, kann niemals die Arbeit einer Mutter leisten, niemals so trösten und sich dem Kind zuwenden eben weil die Gruppe viel zu groß ist. Eine Grundschullehrerin mit mehr als 30 KIndern erst recht nicht. Da bleiben die kleinen Kinderseelen jämmerlich auf der Strecke.
Schon wir sind immer mächtig gestreßt, wenn wir den ganzen Tag auf der Arbeit und unter vielen Menschen sind. Wie fühlen sich erst einmal die kleinen Würmchen, die nirgends eine wirkliche Rückzugsecke finden? Immer voll Power um sie herum, immer Krach, Lärm, Streit, Streß mit den Gleichaltrigen.
Die Kinderfeindlichkeit ist durch den Konsumzwang entstanden. Alle sind gehetzt und gestreßt. Auf Kosten unserer Kleinsten.
Herzliche Grüße
Renate
Ina replies:
ich kenne beide seiten unseres systems, weil ich gelernte erzieherin bin, und kann nur sagen: die kinderbetreuungsformen dürfen und sollen nicht mehr als eine familienergänzung sein. schwierig, wenn man sich die massive zeitspanne ausrechnet, die ein kind durch die mittlerweile allgegenwärtige ganzjahresöffnungszeit und die erweiterten täglichen öffnungszeiten, in der kita verbringt. die zeit der familie schrumpft gegen null... sicher geht es in manchen familien nicht anders, aber das wird ein großes problem werden. ich weiß, wie die einrichtungen funktionieren.
konsumzwang...ein gutes stichwort. allerdings beobachte ich zunehmend, daß sich in meinem umfeld die leute zurück besinnen... auf alte, gebrauchte autos, auch beulen werden in kauf genommen, campingurlaube und secondhandklamotten. kinder können auch erden, wenn man es zulässt. das alles kann auch ein großer vorteil sein, die wirklich wichtigen dinge mal wieder zu sehen... man braucht halt nur ein dickes fell!!!
herzliche grüße zurück,
ina