Schenk mir nur einen Blick von dir.

Wenn du auch nur an mir vorübergingst

schenk mir einen Blick von dir...,

aber du beachtest mich ja nicht,

als wenn ich es nicht wert waere,

oder etwas Intressantes an mir sei.

Halt inne nun, sei still,

vernimm doch den Duft

den die Graeser verbreiten,

sieh, wie das saftige Laub

so frisch ist, und gruent.

die Weiden zweige lässig,

wie trauernd hängen,

die Bäume überquellen

von Blüten und neuer Frucht.

Ich weiss es wohl,dass du

nie mich lieben wirst,

ich warte nicht auf Rosen,

oder Verse, die du schriebest

oder gar ,nen Liebesbrief, oh nein!

nun komm, und naehere dich mir.

Lass deine Hand

in meiner, nur eine Weile,

dass ich die Waerme spuerte,

die ausströmt

von Mensch zu Mensch.

Lass zu, dass ich dich

mit meinem Blick erfasse

so wie ich dich erkennen will

ich in deinen Augen

etwas ergruenden könnte,

etwas Neues sehen in diesem Blick

der mich verkennt.

Ich will dich betrachten,

so wie ich das Blau

des Himmels sehe,

die Natur, die Allmächtige,

das Unendliche.

Auch wenn du mich

nie lieben wuerdest,

jedoch, du stehst mir

mir gegenüber

und mein Schrei:

Sieh mich an, nur einmal!

Geniesse doch wie ich

das Gold der Abendstunde,

streif´ ab die Härte, und die Kälte.

Die Vergangenheit

ist längst vorüber.

Sieh mich nicht

als wär ich weit,

weit in irgendeiner Ferne,

wie ein Stern der erlischt,

oder das absurde Lächeln

des Mondes um Mitternacht,

als sei ich der dunkelste Winkel

in deinem Dachgeschoss.

Wenn du wolltest ,

sieh in dies Bilderbuch

das du nie angerührt.

Die Seiten sind nun vergilbt,

voller Staub und Spinnenweben.

Vielleicht liest du mich

im letzten Kapitel,

am Ende.

Die Wellen brechen am Strand

wie immer.

Hildegard Rasch -Text und Photos

( vom Originaltext aus dem Spanischen uebersetzt)