Oase Traum

  Endlos durchwachte Nächte

  kein Traum...

  jenes bunte Nachtleben

  wo alles wirr und  zerzaust

  so schön und schaurig ist.

 

 Es könnten Wolken zerbrechen

 wie Kelche von Glas,

klagend fliehen 

wie jene  Wanderwolken,

entblättern wie Blüten im Wind,

welken und wiederkehren

 in  einer lauen Nacht.

 

Wenn der Regenbogen sich löste

seine Farben  zerfliessen,

sich auflösten, sich wiederfänden

im farblosen Steingeröll,

dann ist alles gut,

und alles wahrhaftig.

 

Lass alles  gescheh,n

was Du im Traum erlebtest,

und  was auch ich erträumte

ist einzig und allein

ein  Ganzes.

 

Nie ist der Himmel so hoch

dass du ihn  nicht fassen könntest,

mit der Fingerspitze berührtest

und mit der Hand ertastest.

 

 Nie ist das Meer so tief

so unergründlich

um nicht das Ur- Geheimnis

den Korallen - wenn sie nicht willig-

es ihnen mit Gewalt  entreissen.

 

Du denkst, ich  könnte nicht

den Mondschein  fesseln, 

in einer lauen Nacht

in Samt und Seide hüllen

und mit mir nehmen?

 

Wenn es mir beliebt

verwandle  ich den Regen

in Ketten aus  Saphiren,

Diamanten und  Perlenschnüre,

 verwebe  Nebelschwaden zu Batist

fúr  feine Tücher.  

 

Ach, lass  die Träume

niemals enden,

deine nicht,

und auch nicht meine,

jene Oase wo alles

wahr und wirklich ist.

                       Hildegard Rasch