2. Teil des 2. Kapitels

meines Buches "Die letzte Mohnblüte"

( aus dem Spanischen Originaltext " La última amapola" in die deutsche Sprache übersetzt)



Kapitel: Meine erfundene Weihnachtsfeier. ( stark abgekuertzt)

.....Ich hoerte wie im Tal die Kirchenglocken zwoelf

Mal anschlugen. Mich fror. Ich hatte ja nur mein dünnes Nachthemd an und war mit blossen Füssen. Weit und breit war kein Lebewesen zu sehen, nicht einmal eine Nachteule. Mich überkam Angst und Grauen. Wuerde mich hier jemand suchen, inmitten der Berge? Ich sah um mich. Wie komme ich nur von hier zurück in das Kloster?

Ich sah den Himmel über mir. Wie unendlich war er doch und so klar. Dort über den Bergspitzen leuchtete die Sichel des Halbmonds Wie schoen sah sie aus, so silbern, ruhig und vornehm....

Die Berge bildeten eine dunkle, unheimlich wirkende Kette, wie eine Reihe Gespenster mit grossen schwarzen Zipfelmützen...

Was war denn das? Ich sah ganz deutlich wie auf der Mondsichel eine wunderschoene Frau sass. Ihr glänzendes Haar hing bis zur Erde herab, und ihr Koerper war in einen glitzernden, mit Saphyren bestickten Schleier gehüllt. Diese wunderbare Gestalt hatte ihren Blik auf mich gerichtet, sah mich mit einem so freundlichen Blick an,sodass mich ein beruhigendes Gefuehl überkam. Dann bewegte sie ihre Lippen und sprach etwas was ich noch nicht verstand, dabei wies sie mit ihrer Hand auf eine Stelle neben mir. Als ich hinblickte bildete sich da eine nebelartige Wolke die nach und nach die Form einer Karosse annahm. Dann hoerte ich die schöne Frau zu mir sprehen.

" Geh´ mein Kind und steig ein, dies wird dich wieder zurück in das Konvent bringen, damit du dort auch das Weihnachtsfest nicht versäumst" Ich musste mir Mut machen, um ihr zu antworten"

" Wie soll ich mit diesem Gefährt da zurúckkommen,? ausserdem gibt es da garkein Fest"

" Tu was ich dir gesagt habe, sonst wirst du hier elendlich vor Kälte umkommen. " Ich glaubte nicht ganz an diesen Spuk, und sagte trotzig:

" Das macht mir garnichts aus", und rieb mir die Fäuste vor Kälte. Dann war die schoene Monddame verschwunden. Ich sah noch einmal das wundersame Gefährt an. So ohne dass da Hirsche oder ein Pferd davor war, wie soll denn das weiterkommen? Ich setzte mich hinein, - komme was will - es war mir egal.

Schon erhob sich die seltsame Karosse in die Lüfte, -Hui! wie das ging.- Eine unsichtbare Hand stülpte mir eine weisse Pelzmütze ueber die Ohren, hüllte mich in eine weiten, roten Wollmantel, und streifte mir Fellstiefel über die Fuesse. Da war mir wieder ganz warm.

Ploetzlich landete ich mitten auf dem Hof des Klosters. Aber was war das? Alles war hell erleuchtet und sah eher wie ein Palast aus. Die Wáende und das Eingangstor waren mit herrlichen Ornamenten und lauter bunten, eingelassenen Steinen verziert. Da dachte ich mir:- da ich nun schon mal da war, musste ich schon hineingehen, obwohl es mir vorkam als táete ich etwas verbotenes.

Alle Waende waren mit Spiegeln versehen in denen sich die vielen Lichter und ich mich selbst vervielfacht sah. Das hatte mich anfangs erschrocken, aber nach einer Weile belustigte mich das. Von irgendwoher hoerte ich Weihnachtsmusik, und ein herrlicher Duft nach Gebaeck und Braten durchzog die Luft.

Dann trat ich in einen grossen Saal in dem ein riesengrosser Weihnachtsbaum stand, voller bunter Kugeln und brennenden Kerzen. Plótzlich erkannte ich die Nonnen, sie trugen statt ihr strenges ,schwarzes Gewand seidene Festkleider, hatten ihr Haar geloest, und waren dabei die Geschenkpakete unter den Weihnachsbaum zu legen.

Fast sah es aus als wenn sie wie Engel schwebten. Nun sah ich wie Gaeste kamen, auch Mariechen, sie war doch garnicht mehr am Leben?, und nun tanzte sie da froehlich einher. Auch die Bauern und der Ivan mit seiner Guitarre an der nur drei Saiten waren, was ihm nie etwas ausgemacht hatte spielte zum Tanz auf, da tanzten dann ganz elegant die boesen Grenzwachtposten mit meinen Lehrerinnen, dabei sahen sie garnicht mehr so bóese aus. Da war auch der sonst so zerlumpte Hubert mit einem neuen schóenen Anzug.........

Ich spuerte, dass ich mein Tagebuch unter dem Arm hielt, und Hannelore, meine Klassenkameradin, mit der ich mich so verfeindet hatte, stand mir láechelnd gegenüber. Sie reichte mir das Buch, was ich immer haben wollte und sie es nie rausrückte.

Ich fragte sie: " Warum wolltest du es mir nie leihen, ich haette es dir doch wieder gegeben?, worauf sie antwortete:

" Es war das einzige was ich hatte" , aber jetzt gebe ich es dir, du wolltest mich auch nie in deinem Tagebuch lesen lassen. "

Ich hatte auch nur mein Tagebuch, sonst weiter nichts ausser meiner zerschlissenen Wäsche, und gestopften Strümpfe.

" Hier Hannelore, nimm es mein Tagebuch, du kannst es behalten."

Dann toenten die Glocken zweimal, und es ging wie ein Rauschen durch den Raum. Da war es wieder das schlichte Konvent mit den freundichen Nonnen die fuer uns sorgten. Sie nahmen uns an der Hand und geleiteten uns in den grossen Schlafraum.