Hallo Ihr Lieben,
bin gerade etwas angenervt, mein 14 jähriger Sohn erzählte mir gerade etwas widerwillig(meist erzählt er nichts), dass er in der Schule viel Stress hat, weil ihn ein neuer Klassen"kamerad" seit 1 Woche regelmäßig schikaniert und mit Worten und Taten im Unterricht und in der Pause bedrängt. Ein paar von den anderen, die ihm sonst nicht so wohlgesonnen sind, steigen darauf ein und schon ist ne echte Sprücheklopferei im Gange, die einen fühlen sich als Hip-Hop-Gangster, die meinen über jeden "motherfuckend" herziehen zu können, die anderen als Heavy-Metal-Rocker, die die anderen natürlich "hassen"... . Die Lehrer wissen von nichts und Ende der Woche fahren sie alle auf Klassenfahrt. Da hat er weniger Chancen, den Anfeindungen aus dem Weg zu gehen, wie wir es ihm sonst immer einschärfen. Ich formuliere im Geiste gerade noch einen Brief an die Klassen-Lehrerin, um sie davon zumindestens in Kenntnis zu setzen, mein Sohn will das natürlich nicht, weil er nicht als "Weichei" dastehen will... . Eigentlich sollte ich mich als Vater raushalten können, fällt mir aber schwer, in mit dem Problem allein zu lassen. Na mal schauen, ist auf jeden Fall ein blödes Gefühl, ihn da jetzt in diese Situation fahren zu lassen...
Hermann
translate into English
Send a message
Search for members
Byggvir of Barleypro says:
Solange sie nur Sprüche klopfen. Wenn ich da an meine eigene Zeit denke. Gebrochener Arm, "eingeschlagene" Zähne, zahlreiche Narben. Da geht es bei meinen Jungs friedlich zu.
hermannfjpro replies:
Tabea says:
Bei mir ist das Alter ja auch nicht so lang her (ca 4 Jahre). Auch ich habe dieses schikanieren, neuerdings genannte "mobben" hinter mir, eben, weil ich anders war. Hab halt schwarz getragen und dazu noch 'n Mantel. Auch noch so komische Musik gehört, etc.
Also wie's bei mir war.. Och.. Es kamen halt immer, ausnahmslos immer, doofe Sprüche. Viel dagegen zu sagen gabs nicht, es war eben eine geschlossene Mädchenclique, die auch in meiner Klasse war. was ich gemacht habe, hm, ganz nach dem Motto "zum einen Ohr rein, beim anderen Ohr raus". Hab immer so getan, als würde ich es überhören, oder mich nicht dafür interessieren. Trotzdem ist es scheiße, wenn getuschelt wird und gekichert, wenn man den Weg entlang geht. Irgendwo trifft es einen ja trotzdem.
Da nichts gegen zu tun, finde ich zweifelhaft. Und auch mit dem Argument kommen, dass es früher ja noch schlimmer gewesen wäre, finde ich auch schwachsinnig. Will irgendjemand dass sein Kind verprügelt wird? Oder "gemobbt" wird? Denn daraus kann weitaus mehr passieren, ausser ein gebrochener Arm. Das ist psychoterror und das ist manchmal noch viel viel schlimmer als körperliche Schäden. Wer weiß, wie das endet.
Der Lehrerin zu sagen.. Hm, natürlich, das wäre eine Möglichkeit, aber gezwungenermaßen wird die Lehrerin die "mobbenden" Schüler darauf ansprechen. Dann geht es erst richtig los. Zwar nicht auf den ersten Wege zu dem Schüler, sondern dann ist diese Schülerschaft angepisst, dass sie Ärger bekommen und es gibt einen weiteren Grund zum Lästern.
Es gibt nichts schlimmeres, als Ältern, die einen noch weiter reinreiten, das hat nichts mit "peinliche Eltern" zu tun, sondern einfach als Selbstschutz. In so einer Situation will keiner als Schwächling darstehen, und das ist er dann, wenn die Eltern was machen. So getreu dem Motto "er kann sich nicht selbst wehren".
Dass dein Sohn mit diesen Mobbern auf Klassenfahrt fährt, ist natürlich eine sehr verzwickte Situation. Hat er irgendwelche Freunde in der Klasse, mit denen er gut klarkommt? Mit ihnen zusammen ist, Fußball spielt, dann gemeinsam isst oder sonst was? Das könnte sozusagen dann nämlich die "bodyguards" sein, auch wenn sie nur da sind. Die Mobber sind nämlich nur auf eins aus: Auf ein Opfer, das alleine ist.. Auch wenn nur diese dabei stehen, kann das ne Wirkung haben . Da fühlt man an sich auch selber stärker und das macht die ganze Ausstrahlung wieder.
hermannfjpro replies:
Danke für Deinen ausführlichen Comment... . Diese Diskussionen und Gedanken führen wir schon seit unser Sohn in der Schule ist, weil er es sich leistet, anders als die anderen zu sein, nicht mit der Masse zu schwimmen, leider ist es in der Klasse so, dass er nur wenige hat, die zu ihm halten, durch Pubertät und Interesse an Mädchen(beim einen mehr, beim anderen weniger...früher oder später) sortiert sich gerade einiges neu. In den letzten Jahren war auch ab da eher Ruhe eingekehrt, als wir uns als Eltern direkt mit den betreffenden Jungs auseinandergesetzt und ihnen als direktes Gegenüber die Grenzen aufgezeigt haben. Ansonsten halte ich auch nicht soviel davon als Eltern bei Kleinigkeiten zu intervenieren, es sei denn mein Kind leidet wirklich seelisch wenn es zur Schule gehen sollte. Die jahrelangen Versuche der Schule mit Streitgesprächen und - protokollen (im Nachhinein betrachtet eher halbherzig durchgeführt) hatten da nicht soviel genützt. Bei diesem Jungen ist die Situation wieder neu, der kennt uns nicht und weiß nicht, wieviel Ärger wir machen können.;-))) . aber mir ist schon klar, das ich mich nicht bis zum St. Nimmerleinstag schützend vor mein Kind stellen kann. Das Weghören lernen ist sicherlich eine gute Eigenschaft, die mein Sohn noch kultivieren muss...Weh tut das gemobbt werden trotzdem! LG Hermann
Ricarda says:
Solch Mobbereien müssen von denen von Anfang an gestoppt werden. Als Opfer redet man nicht gern, zieht sich zurück und möchte es bloß nicht an die große Glocke hängen, man frisst es in sich hinein und steckt immer und immer wieder ein. Sowas staut sich auf, bis es knallt. Auch das habe ich erlebt und ich bin selbst handgreiflich geworden. Ich hatte eine Phase in der ich mich selbst nicht mehr im Griff hatte und das, weil ich die ganze Wut und Aggression in mich hineingefressen habe.
Lass es nicht soweit kommen und sieh die Tatsache, dass dein Sohn was erzählt hat (wenn auch widerwillig) als Hilferuf. Ich habe leider zu viele Leute gesehen, die an sowas kaputt gegangen sind, als dass ich das runterspielen könnte.
--
Seen in a user home page (?)
hermannfjpro replies:
Ich sehe das auch so, das man solche Vorfälle nicht als Kleinigkeit abtun sollte. Leider ist es so, dass bestimmte Menschen immer wieder in so eine Opferrolle reinrutschen, weil sie anders sind, weil sie schnell reizbar sind oder weil sie nicht so viel Souveränität ausstrahlen... . Es ist so einfach, immer dieselben zu prügeln. Ich selbst habe auch in meiner Schulzeit einiges einstecken müssen, ich habe allerdings das Gefühl, dass die Auseinandersetzungen jetzt deutlich härter und gnadenloser sind... Vielleicht verklärt sich dabei nur meine Erinnerung.
Danke auf jeden Fall für Eure Anteilnahme...hilft mir meine Gedanken zu sortieren.
Interessant, dass Ihr beiden Schwestern zu teilweise gegensätzlichen Positionen kommt... Liebe Grüße Hermann
Ricarda replies:
Und ich kann dir sagen, kaum war ich in der neuen Klasse, ging das Spiel von vorn los. Ich war die Neue, ich war anders, also war ich Zielscheibe.
Du hast recht damit, dass es in den Schulen gröber zugeht, aber wenn man sich die Kinder anschaut, spiegeln sie nur das wieder, was in unserer Gesellschaft vorgelebt wird. Man gönnt niemandem mehr was. Jeder wird zum Einzelkämpfer.
Als Lösung sehe ich wirklich nur, dass sich dein Sohn auch ändert und sich nicht alles gefallen lässt und vernünftig durchgreift. Man kann zwar allein als Elternteil durchgreifen und sich den Mobber vornehmen, aber was passiert, wenn ein anderer Mobber kommt und das ganze von vorn anfängt?
Es ist zwar unfair, dass dein Sohn sich ändern muss, weil ein paar "Lausbuben" ihr Ego damit stärken müssen, auf jemandem herumzuhacken, aber wenn er keine Fläche zum angreifen bietet, hat er auch in Zukunft Ruhe.
Was hat denn damals der Kinderpsychologe gesagt?
--
Seen in my account recent activity (?)
hermannfjpro replies:
Carla Kronenberg says:
Dich aus Deinem beruflichen Alltag löst und als "Begleiter" mitfährst - Dein Sohn wird "Hilfe" schreien - aber ganz tief innen wird er wissen, dass so ein Vater, der gar nicht eingreifen nur beobachten soll ,gut tut. Ich weiß, das das eigentlich eine Zumutung ist. Aber ich würde mir auch verflucht Sorgen machen...Ich denke an Euch und hoffe sehr, dass ihr eine gute Entscheidung treffen könnt!
stefanie says:
hermannfjpro replies:
Ich erwarte eigentlich kein Patentrezept...Wir haben alle mögliche Rezepte in den letzten Jahren durchdekliniert: von Konfliktgesprächen mit dem Lehrer, der meinte, den Vertrauenslehrer nicht zu brauchen, über die Überlegung, die Klasse zu wechseln(was mein Sohn nicht wollte), auf Anraten des Lehrers einige Besuche beim Schulpsychologen und Kinderpsychiater(damals hatte er die Phase, das er nur genug gereizt, um sich schlug) - im Prinzip nur, um uns nicht vorwerfen lassen zu können, nichts unternommen zu haben... .Wie Du dir denken kannst, kam da nicht viel bei raus... .
Was wir seitdem versuchen, ihn zu stützen, seinen eigenen Kreis auch außerhalb dieser Klasse zu suchen, was mehr oder weniger gut gelingt. Und ab und zu mal zu intervenieren in direkter Konfrontation mit den betreffenden Bengeln, bei denen diese Botschaft meist besser ankommt, als wenn es über die Eltern läuft. Wobei mir klar ist, dass diese Phase, wo meine Frau als Racheengel einem 14-jährigen verbal die Ohren langzieht, nicht immer so weiter geht, irgendwann beeindruckt die das auch nicht mehr... Liebe Grüße und Danke !! - Hermann
*Ingo*pro says:
stefanie says:
hermannfjpro replies:
Danke für Deine Nachfrage ! die Situation hat sich als ganz entspannt herausgestellt, unser Sohn hat sich mit dem Widersacher ausgesöhnt ("vertragen" - wie ersagt) und wir haben umsonst gezittert. Da Zeit sich wieder der gemeinschaftsfördernde Effekt von Klassenfahrten...sicherlich auch das Verzeihenkönnen meines Sohnes, was ich ihm hoch anrechne... . Gut ist aber sich vorher ein paar Gedanken zu machen und das unter Beobachtung zu behalten, ohne gleich in Panik zu verfallen. Na schauen wir mal, wie lange der Frieden anhält...LG Hermann