Sie wurden gequält, weil sie sich den archaischen Riten ihrer Väter und Männer widersetzten. Die Hilfsorganisation „Smileagain“ erzählt jetzt ihre Geschichten

Sie wurden im Schlaf überfallen, oder auf offener Straße. Männer überschütteten sie mit ätzender Säure, übergossen sie mit Kerosin und zündeten sie an.

Binnen Sekunden verloren die Frauen ihr Gesicht. Verbrannt, verätzt, entstellt fürs ganze Leben. Häufigster Grund ist verschmähte Liebe. In Pakistan wurden in einem einzigen Jahr etwa 750 Säureattacken registriert.

Mindestens 280 Frauen starben. Wie viele sich aus Verzweiflung umbrachten, ist nicht bekannt, sagt die Hilfsorganisation „Smileagain“.

Solche Säure-Attacken, fordert sie, sollten wie Mord behandelt werden. Denn die Opfer seien nur noch lebende Tote. Ihnen hilft „Smileagain“, bezahlt die teuren Operationen, leistet psychologische Hilfe.

Es dauert Jahre, bis die Opfer zurück ins Leben finden. Mit neuem Mut. Und mit ihrer unzerstörbaren Würde.