Mein Name ist Namgyal Fakhang, ich wurde vor 26 Jahren in Tibet geboren. Ich musste flüchten, weil ich Flug-Blätter verteilt habe. Am Donnerstag habe ich mich in Berlin vor der chinesischen Botschaft angezündet...“

Ein Asylbewerber aus Brandenburg, der die Welt auf die Gewalt in seiner Heimat aufmerksam machen möchte. Am Donnerstag besprühte sich der Tibeter Namgyal Fakhang (26) vor der chinesischen Botschaft in Berlin-Mitte mit Lösungsmittel-Spray und setzte sich selbst in Flammen.

„Ich hatte keine Angst davor, am lebendigen Leibe zu verbrennen“, sagt er der B.Z.. „Das Leid in Tibet ist viel, viel größer.“ In letzter Sekunde wurde das Feuer von anderen Demonstranten mit Rucksäcken und Jacken ausgeklopft. Die Haut auf seinem Bauch ist rot, Brandblasen schälen sich ab. „Ich wollte, dass alle Nationen auf mich schauen“, sagt er. „Denn die Tibeter sind ein kleines Volk. Sie brauchen die Unterstützung der ganzen Welt. Ohne werden sie es nicht schaffen.“

„Tibet war unser Land“

Namgyal wollte nicht länger im Asylbewerberheim vor dem Fernseher sitzen und den Menschenrechts-Verletzungen zusehen. „Die Tibeter werden von den Chinesen gefoltert und getötet. Nur weil sie Frieden wollen. Sie waren immer friedlich, haben nie Gewalt angewandt“, sagt er. „Tibet war unser Land, bevor es von den Chinesen besetzt wurde.“

Seine Eltern sind einfache Bauern. Namgyal floh vor zwei Jahren aus seiner Heimat. „Ich wurde politisch verfolgt, weil ich Flugblätter verteilt hatte.“ Zu Fuß wanderte er über die Grenze zu Nepal, flog von dort nach Deutschland. Hier hat er nun eine befristete Aufenthaltsgenehmigung.

„Die Chinesen müssen mit dem Dalai Lama sprechen“

„Ich wünsche mir, dass die Chinesen mit dem Dalai Lama Gespräche über das tibetische Problem aufnehmen und eine Lösung suchen.“

Unterdessen schickte die chinesische Regierung tausende Soldaten nach Lhasa, um den Aufstand der Tibeter niederzuknüppeln.

Gysi für Chinesen

US-Parlamentspräsidentin Nancy Pelosi bekundete dem Dalai Lama bei einem Besuch in Dharamsala volle Solidarität. Links-Fraktionschef Gregor Gysi äußerte dagegen Verständnis für Peking: Die Ausschreitungen seien dadurch in Gang gekommen, „dass Tibeter Läden anzündeten, Chinesen angriffen. Das ist überall verboten.“