Neben katholischer und evangelischer Religion wird an deutschen Schulen bald auch Islam unterrichtet werden.

„In nicht allzu ferner Zeit werden wir dort, wo es den Wunsch dafür gibt und den Bedarf, islamischen Religionsunterricht an deutschen Schulen haben“, sagte Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) gestern. Darauf habe sich die 3. Islamkonferenz, an der 30 Politiker und Vertreter der 3,3 Millionen Muslime in Deutschland teilnahmen, nach „sehr streitiger Diskussion“ geeinigt. Allerdings müsse dieser Unterricht in Deutsch und unter staatlicher Kontrolle stattfinden.

„Wollen keine Abkapselung“

Derweil wird in Berlin gestritten, wie weit Religionsausübung in deutschen Schulen ermöglicht werden muss.
Das Verwaltungsgericht Berlin hatte am Montag das Diesterweg-Gymnasium (Wedding) in einem Eilverfahren verpflichtet, dem muslimischen Schüler Yunus M. (14) in der Schule sein Mittags-Gebet zu gestatten . Darüber hinaus empfahl es der Schule, einen Gebetsraum einzurichten.

Doch das geht selbst der Türkischen Gemeinde Berlin zu weit. Präsident Bekir Yilmaz (41) sagte: „Es kann nicht sein, dass muslimische Kinder sich abkapseln oder Vorrechte gegenüber anderen genießen. Organisatorisch ist es zudem nicht zu realisieren, wenn Muslime, Juden, Christen, Buddhisten ihre eigenen Räume haben.“

Sascha Steuer (32), Bildungsexperte der Berliner CDU, warnte davor, „dass im Namen einer Religion immer mehr Grundsätze unserer Schulordnung außer Kraft gesetzt werden.“

Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) will das endgültige Urteil abwarten: „Es gibt zwingende Gründe, dass das islamische Gebet in Berlins Schulen nicht zur Norm wird.“

Was muss denn der islam in eine Schule ?