nicht zu fassen  das leuten sich so benehmen

 

Der Streit um das Rauchverbot. Jetzt kommen die Denunzianten aus ihren Löchern. Sie schreiben anonyme Briefe an die Bezirksämter, machen heimlich Fotos von Rauchern. Und schwärzen Wirte und deren Kneipen an …

Der „Zwiebelfisch“, eine Traditionskneipe am Savignyplatz. Und neuerdings mit einer Anzeige wegen „mutwilligen Verstoßes gegen das Rauchverbot“. So steht es in dem Brief, den ein Berliner an das Bezirksamt schickte. Anonym und samt Foto. Auf diesem ist ein Raucher in der Kneipe zu sehen. Heimlich von draußen aufgenommen.

Wirt Hartmut Volmerhaus ist verärgert. „Da ist wohl ein Ex-Stasi-Spitzel nicht ganz ausgelastet“, schreibt der Wirt im Internet auf der Homepage seiner Kneipe.

Auch der zuständige Bezirksstadtrat Marc Schulte (SPD) ist nicht gerade begeistert: „Wir brauchen keine Anschwärzer und verdeckten Ermittler. Und erst recht keine Beweisfotos.“

Seit der Einführung des Nichtraucherschutzgesetzes am 1. Januar haben insgesamt 463 Berliner eine Anzeige wegen Rauchern in Kneipen gemacht. Da die Ämter erst ab 1. Juli Bußgelder verhängen, hagelt es jetzt Beschwerden von Nichtrauchern.

Meiste Anzeigen in Friedrichshain-Kreuzberg

Die meisten Anzeigen gab es bisher im Szene-Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg (98) und in Neukölln (92).

Ganz anders in Marzahn-Hellersdorf. Anzeigen dort: Null. Bezirksstadtrat Christian Gräff (CDU): „Bei uns gibt es jetzt schon eine Streife, die sich nur um die Einhaltung des Rauchverbotes kümmert. Wird es nicht eingehalten, kassieren wir im Juli doppelt.“

So viele Anzeigen gab es schon

► Friedrichshain-Kreuzberg: 98

► Neukölln: 92

► Pankow: 60

► Charlottenburg-Wilmersdorf: 50

► Spandau: 42

► Tempelhof-Schöneberg: 40

► Mitte: 37

► Steglitz-Zehlendorf: 24

► Reinickendorf: 18

► Lichtenberg: 12

► Marzahn-Hellersdorf: 0

► Treptow-Köpenick: keine Angabe