Der Name "Ladakh" bedeutet in etwa "Land der hohen Pässe", aber es gibt in diesem auch "Klein-Tibet" genannten Land noch soviel mehr zu sehen. Aber mal eins nach dem andern.

Da ich mir zwei Tage vor der Abreise eine anständige Verkühlung eingehandelt habe, war sowohl der Weg nach Leh als auch der erste Tag dort nicht unbedingt ein Vergnügen.(Viel) Zu kalt eingestellte Klimaanlagen in den Flugzeugen und am Flughafen in Delhi (7 Stunden Wartezeit, von 0100h bis 0800h Ortszeit (3,5 Std. Zeitverschiebung zu MESZ)), dann noch ein nasskalter Tag mit immer wieder Regenschauern bei unserer Ankunft in Leh. Beim Flug über den Himalaya gabs auch nicht viel zu sehen, weil sich dieser mit einer einigermaßen dichten Wolkendecke einhüllte.
Nach einem kurzen Mittagsschlaf, um nach der durchgereisten Nacht zumindest zumindest ein Mützchen voll nachzuholen, brechen wir zu einem kleinen Spaziergang durch Leh auf. Wer bisher die Höhe - Leh liegt auf etwa 3500m - noch nicht gespürt hat, bemerkt sie spätestens jetzt, denn unser Ausflug führt uns auch auf eine kleine Anhöhe zu einem kleinen Tempel, dessen Namen ich mir nicht gemerkt habe. ;-)

Wir waren übrigens zu neunt, acht Teilnehmer und der Organisator der Reise von den Naturfreunden Niederösterreichs.

Am zweiten Tag gings nach einem weiteren Spaziergang in Leh, der uns hinauf zum Königspalast und zur Namgyal Tsemo Gonpa führte, zum Kloster Spituk unweit von Leh gleich neben dem Flughafen, wo wir das Glück haben, gerade rechtzeitig zu einer Puja, der Andachtsstunde der buddhistischen Mönche, dort zu sein, der wir auch beiwohnen dürfen. Auch wenn man kein Wort versteht, und wie ich auch keine Ahnung hat worum es geht, ist es doch ziemlich faszinierend das zu erleben. Was sich mir aber am meisten eingeprägt hat, ist, dass buddhistische Mönche offensichtlich bei Weitem nicht so spießig und steiff wie ihre katholischen Pendants sind: Eine kleine Diskussion während des Gebets, ein großer Hund, der über die freien Sitzplätze der Mönche spaziert oder ein Mönch der SMS empfängt und schreibt. Wir bekommen während der Puja, wie die Mönche, auch Tee und sogar einen (sehr harmlosen) Buttertee serviert.

Tag Drei führt uns von Leh aus Richtung Osten, vorbei am Sommersitz des Dalai Lama zu den Klöstern Thiksey und Shey. Dort gibt es nicht nur jeweils eine beeindruckende zweistöckige Buddhastatue und herrliche Ausblicke über das Industal zu sehen. Auch die Klosteranlagen und die Räumlichkeiten selbst sind sehr beeindruckend. Ebenso all die Kunstwerke in Form von Wandmalereien, Statuen und Stupas. Es ist schwer zu beschreiben, und photographieren ist zwar fast überall erlaubt, aber leider ist es leider ist ebenso fast überall ziemlich bis sehr dunkel, sodass ohne Stativ nicht viel bis gar nichts zu machen ist. Trotz ISO 400 - 600 ist mein Händchen nicht ruhig genug, und die meisten Aufnahmen sind für die Rundablage.
Nach unserer Rückkehr in Leh schauen wir uns noch ein Polo-Spiel an, das im Rahmen des jährlichen Ladakh-Festivals (1.-15. Sept.) veranstaltet wird. Eine nicht ganz ungefährliche Sache, da die Zuschauer direkt am Spielfeld sitzen, und es schon mal passieren kann, dass der Ball in die Ränge fliegt.

Bevor wir zu unserer Trekkingtour aufbrechen, gibt es am vierten Tag noch eine kleine "Testwanderung" rund um Leh, um zu prüfen wie gut wir uns schon an die Höhe angepasst haben. Im Großen und Ganzen haben wir keine Probleme außer sporadischem leichtem Kopfweh bei einzelnen, aber mit ein paar tiefen Atemzügen läßt sich das beheben. Nach einem fruchtlosen Mittagessen ("fruit season is over") verbringen wir den Rest des Tages mit Vorbereitungen für den Aufbruch zur Tour am nächsten Morgen.

fortsetzung folgt...