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March 6, 2009

Neues Museum - Besucherandrang für drei Tage

Museum - Eine erster Durchblick
Museum - Eine erster Durchblic…
In der bz-Berlin polemisiert ein Journalist gegen den Umbau des Neuen Museums.

Hier der Text.

Ich habe ihm geantwortet, weil ich anderer Meinung bin.

Klar, wir hätten alles so machen können, wie Stühler es hinterlassen hat. Wäre Berlins Museumsinsel von einem Tsunami zerstört worden, (bei Inseln liegt dieser Vergleich nahe), dann würde ich Ihnen beipflichten. Die Zerstörung durch Bomben und spätere Ignoranz war aber keine Naturkatastrophe wie Sie unterschwellig den Eindruck erwecken. Aber wahrscheinlich sind Sie zu jung und leben mit dem Spruch Ihrer Eltern und Großeltern auch Lehrern und Chefredakteuren vom "Ausbruch des Krieges". Ein Vulkan bricht aus; diesen Krieg haben die Deutschen, auch die Berliner begonnen und wurden dafür bestraft. Sie können nicht so tun als könne man, könnten Sie, könnten wir Deutschen, die Zerstörung des Stühler-Baus rückgängig machen. Nach dem Motto, wir kaufen uns einen Architekten, der als neuer Stühler die Jahre und die Gründe für die Zerstörung ausblendet und die Ignoranz der DDR-Administration gleichermaßen.

Sie haben sicherlich verstanden was ich meine. Ihre Polemik mit „des Kaisers neue Kleider“ richtet sich an Ihre Leserschaft, die dieses Märchen noch kennt.
Sie werden eines Tages zurückrudern und feststellen, dass die Wiederherstellung des Neuen Museums einen außerordentlichen ästhetischen Reiz hat. Der Besucherstrom heute (am Freitag) hat die Menschen sicherlich überrascht. Die Berliner wollen sich eine eigene Meinung bilden. (BILDen). Sie sind viel zu clever, um die Sprüche der von Ihnen genannten Herren ungeprüft zu übernehmen.


Museum EIN ERSTER BLICK
Museum EIN ERSTER BLICK

Gehen Sie hin, reihen Sie sich in die Schlange ein, reden Sie mit den Besuchern im Gebäude und wenn sie raus kommen. Sie werden eine andächtige Stille erleben. Die Besucher können nicht genug bekommen und staunen mindestens drei bis vier Stunden vor den unverputzten Wänden und restaurierten Fragmenten.
Und ich verrate Ihnen noch ein Geheimnis: Die Besucher erinnern sich an die leeren Räume des Jüdischen Museums und werden fordern, dass die Museumsleitung auf der Museumsinsel die Möglichkeiten einer Begehung der Räume des Neuen Museums ebenfalls verlängert - sehr lange verlängert.

Wenn Sie meine Meinung veröffentlichen wollen, dann tun Sie's.
Mit freundlichen Grüßen

...



heute, 7.3.2009, im Tagesspiegel:

Erster Tag der offenen Tür
Berlinern gefällt das Neue Museum

Die Berlinern scheinen ihr wiederhergestelltes Neues Museum zu mögen. Am Freitagvormittag standen die Neugierigen bis zu drei Stunden an, um sich das neu restaurierte Gebäude anzusehen. Die Schlangen waren zeitweilig über einen halben Kilometer lang, die Menschen reihten sich bis zum Dom. Bis zum Freitagmittag sind nach Angaben des Museums 5000 Besucher gezählt worden, so der stellvertretende Leiter des Besucherdienstes. (Am Ende des Tages wurden 10.000 Besucher gezählt.)



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